Lernvideo: Die Rechenverfahren im Überblick. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
In der Lagerverwaltung tauchen jeden Tag Rechenaufgaben auf, und für jede Art von Problem gibt es ein passendes Verfahren. Das allgemeine Wirtschaftsrechnen gibt dir dafür fünf Werkzeuge an die Hand:
Dreisatz: wenn drei Größen bekannt sind und du die vierte suchst
Prozentrechnung: wenn du zwei Zahlen vergleichbar machen willst
Flächen- und Körperberechnung: wenn es um Lagerfläche und Rauminhalt geht
Verteilungsrechnung: wenn ein Betrag nach einem Schlüssel aufgeteilt wird
Durchschnittsrechnung: wenn aus vielen Einzelwerten ein Mittelwert werden soll
Der Dreisatz ist dabei das wichtigste Werkzeug. Mit ihm löst du auch einen Großteil der übrigen Rechnungen: Die Prozentrechnung zum Beispiel ist im Kern nichts anderes als ein Dreisatz mit der festen Zahl 100.
Beispiel: Frachtkosten für eine andere Menge hochrechnen? Dreisatz. Ausschussquote zweier Lieferungen vergleichen? Prozentrechnung. Wie viele Paletten passen in die Halle? Flächenberechnung. Stromkosten auf drei Abteilungen umlegen? Verteilungsrechnung. Der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr? Durchschnittsrechnung.
Fünf Verfahren, ein Fundament: Wer den Dreisatz sicher kann, kommt in allen anderen viel schneller klar.
Der Dreisatz: die drei Sätze
Lernvideo: Der Dreisatz: die drei Sätze. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Der Name verrät schon alles. Beim einfachen Dreisatz sind immer drei Größen gegeben, mit deren Hilfe du die unbekannte vierte ermittelst. Und das geschieht in drei Schritten, daher „Drei-Satz-Rechnung“.
1. Bedingungssatz
Der Satz mit den gegebenen Größen. Wichtig: Die gesuchte Größe steht rechts.
2. Fragesatz
Der Satz mit der Größe, von der du ausgehst, und dem x. Die gesuchte Größe steht auch hier rechts.
3. Schlusssatz
Jetzt wird gerechnet. Die Größe, die über dem x steht, kommt immer auf den Bruch. Ob die verbleibende Zahl über oder unter den Bruchstrich wandert, entscheidest du mit einer einzigen Frage. Dazu gleich mehr.
Die goldene Schreibregel: Gleiche Größen, also gleiche Einheiten, werden stets untereinandergeschrieben. Meter unter Meter, Euro unter Euro. Wer das durcheinanderbringt, rechnet garantiert falsch.
Beispiel: Kupferdrahtrollen mit 30,00 m kosten 375,00 €. Was kosten 2,30 m?
1. Bedingungssatz: 30,00 m ≙ 375,00 €
2. Fragesatz: 2,30 m ≙ x €
3. Schlusssatz: x = 375,00 · 2,30 ÷ 30,00 = 28,75 €
Bedingungssatz, Fragesatz, Schlusssatz. Gesuchte Größe immer rechts, gleiche Einheiten immer untereinander.
Zum Üben
Ein Kabelrest von 45 m kostet 288,00 €. Was kosten 12 m? (76,80 €)
18 Kartons wiegen 234 kg. Wie viel wiegen 7 Kartons? (91 kg)
Für 250 Etiketten zahlst du 17,50 €. Was kosten 900 Etiketten? (63,00 €)
Dreisatz mit geradem Verhältnis
Lernvideo: Dreisatz mit geradem Verhältnis. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Ein gerades (oder direktes) Verhältnis liegt vor, wenn sich die gesuchte Größe in dieselbe Richtung verändert wie die gegebene. Mehr Meter kosten mehr Euro, weniger Meter kosten weniger Euro.
Für gerade Verhältnisse gilt: je mehr, desto mehr; je weniger, desto weniger.
Wie du damit rechnest
Bleiben wir beim Kupferdraht: 30,00 m kosten 375,00 €, gesucht ist der Preis für 2,30 m.
Über dem x stehen die 375,00 €. Die kommen auf den Bruch. Jetzt die entscheidende Frage: Kosten 2,30 m mehr oder weniger als 375,00 €? Weniger, klar. Also muss das Ergebnis kleiner werden als 375,00 €. Und damit ein Bruch kleiner wird, kommt die größere der beiden Zahlen unter den Strich, hier die 30,00 m.
x = 375,00 · 2,30 ÷ 30,00 = 28,75 €
Beispiel aus dem Lager: Für den Versand von 200 kg Kunstfasern werden 120,00 € Fracht fällig. Was kosten 75 kg?
200 kg ≙ 120,00 € 75 kg ≙ x €
Weniger Kilo, also weniger Euro: x = 120,00 · 75 ÷ 200 = 45,00 €
Zum Üben
Der Versand von 180 kg Kunststoffteilen kostet 108,00 € Fracht. Was kosten 65 kg? (39,00 €)
Ein Stapler verbraucht in 8 Betriebsstunden 12 Liter Diesel. Wie viel verbraucht er in 30 Stunden? (45 Liter)
Bei optimaler Bodenlagerung brauchen 24 Europaletten 23,04 m². Wie viel brauchen 75 Paletten? (72,00 m²)
Dreisatz mit ungeradem Verhältnis
Lernvideo: Dreisatz mit ungeradem Verhältnis. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Beim ungeraden (oder indirekten) Verhältnis läuft es gegenläufig: Die gesuchte Größe verändert sich in umgekehrter Weise zur gegebenen. Weniger Arbeiter brauchen mehr Zeit. Mehr Arbeiter brauchen weniger Zeit.
Für ungerade Verhältnisse gilt: je weniger, desto mehr; je mehr, desto weniger.
Die Musteraufgabe
Für die Inventur brauchten im vergangenen Jahr 8 Arbeiter 3 Tage. Dieses Jahr sollen es nur 6 Arbeitskräfte machen. Wie viele Tage sind das?
1. Bedingungssatz: 8 Arbeiter ≙ 3 Tage
2. Fragesatz: 6 Arbeiter ≙ x Tage
3. Schlusssatz: Über dem x stehen die 3 Tage, die kommen auf den Bruch. Frage: Brauchen 6 Arbeiter mehr oder weniger Zeit? Mehr. Das Ergebnis soll also größer als 3 Tage werden. Dafür kommt die größere Zahl (8 Arbeiter) auf den Bruch.
x = 3 · 8 ÷ 6 = 4 Tage
Für die diesjährige Inventur brauchen die 6 Arbeiter also 4 Tage.
Beispiel aus dem Lager: Für die Umpalettierung eines Lagerbereichs brauchen 5 Arbeitskräfte 12 Tage. Krankheitsbedingt stehen nur noch 3 zur Verfügung.
Weniger Leute, also mehr Tage: x = 12 · 5 ÷ 3 = 20 Tage
Zum Üben
Vier Kommissionierer brauchen für einen Auftrag 9 Stunden. Wie lange brauchen 6? (6 Stunden)
Eine Halle wird von 5 Reinigungskräften in 8 Tagen gestrichen. Wie lange dauert es mit 2 Kräften? (20 Tage)
300 t Schüttgut werden mit 15 Lkw à 20 t abgefahren. Wie viele Lkw mit 25 t bräuchte man? (12 Lkw)
Die eine Frage, die jeden Dreisatz löst
Lernvideo: Die eine Frage, die jeden Dreisatz löst. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Gute Nachricht: Du musst dir gerades und ungerades Verhältnis gar nicht merken. Es reicht eine einzige Frage, wenn du weißt, was du mit der Antwort machst.
Erst der feste Teil
Schreib die Aufgabe immer gleich auf. Die gesuchte Einheit steht rechts, gleiche Einheiten stehen untereinander:
Bedingungssatz: 90 km ≙ 75 Minuten
Fragesatz: 30 km ≙ x Minuten
Die Zahl direkt über dem x (hier die 75 Minuten) kommt immer auf den Bruch. Das ist keine Entscheidung, das ist immer so.
Damit steht schon fest:
x = 75 · ? ÷ ?
Offen ist nur noch, welche der beiden übrigen Zahlen (90 oder 30) oben und welche unten landet.
Und jetzt die eine Frage
Soll das Ergebnis größer oder kleiner sein als die Zahl über dem x?
Für 30 km braucht der Kurier natürlich weniger Zeit als für 90 km. Das Ergebnis soll also kleiner werden als 75 Minuten. Und damit ein Bruch kleiner wird, muss die größere der beiden Zahlen unter den Strich:
x = 75 · 30 ÷ 90 = 25 Minuten
Die Gegenprobe im Kopf: 30 km sind ein Drittel von 90 km, also braucht er auch ein Drittel der Zeit. 75 ÷ 3 = 25. Passt.
Die Regel in zwei Zeilen
Ergebnis soll größer werden → die größere der beiden übrigen Zahlen kommt auf den Bruchstrich.
Ergebnis soll kleiner werden → die größere der beiden übrigen Zahlen kommt unter den Bruchstrich.
Der Grund dahinter ist simpel: Die Zahl über dem x steht schon auf dem Bruch. Multiplizierst du sie mit einem Faktor über 1, wird das Ergebnis größer. Mit einem Faktor unter 1 wird es kleiner. Genau das steuerst du damit, wo die größere Zahl landet.
Zweites Beispiel, andere Richtung: Drei Gabelstapler entladen einen Zug in 12 Stunden. Wie lange brauchen 4 Stapler?
3 Stapler ≙ 12 Stunden
4 Stapler ≙ x Stunden
Über dem x stehen die 12 Stunden, die kommen auf den Bruch. Frage: Brauchen 4 Stapler mehr oder weniger Zeit? Weniger. Also große Zahl (4) unter den Strich:
x = 12 · 3 ÷ 4 = 9 Stunden
Zum Üben
Schreib jede Aufgabe zuerst als Bedingungs- und Fragesatz auf, stell dann die Frage und entscheide, wo die größere Zahl hingehört.
Ein Wickler umwickelt 40 Paletten in 50 Minuten. Wie lange braucht er für 64 Paletten? (Über dem x stehen 50 Minuten. Mehr Paletten heißt mehr Zeit, das Ergebnis soll also größer werden. Die große Zahl 64 kommt auf den Bruch: x = 50 · 64 ÷ 40 = 80 Minuten)
Ein Stapler verbraucht in 6 Betriebsstunden 9 Liter Diesel. Wie viel verbraucht er in 4 Stunden? (Über dem x stehen 9 Liter. Weniger Stunden heißt weniger Diesel, Ergebnis kleiner, also große Zahl 6 unter den Strich: x = 9 · 4 ÷ 6 = 6 Liter)
Fünf Packer brauchen für einen Auftrag 8 Stunden. Wie lange brauchen 10 Packer? (Über dem x stehen 8 Stunden. Mehr Leute heißt weniger Zeit, Ergebnis kleiner, also große Zahl 10 unter den Strich: x = 8 · 5 ÷ 10 = 4 Stunden)
Beim ersten und zweiten Beispiel läuft es gleichläufig, beim dritten gegenläufig, und trotzdem hast du in allen drei Fällen genau dieselbe Frage gestellt. Genau das ist der Trick.
Der zusammengesetzte Dreisatz
Lernvideo: Der zusammengesetzte Dreisatz. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Im Vergleich zum einfachen Dreisatz besteht der zusammengesetzte aus mehreren Dreisätzen. Die können sowohl in geradem als auch in ungeradem Verhältnis zueinander stehen, und zwar in derselben Aufgabe.
Der Trick: Du löst ihn nicht auf einmal, sondern zerlegst ihn in einzelne Dreisätze. Dabei hilft das Abdeckverfahren.
Das Abdeckverfahren
Du deckst sämtliche Größen bis auf einen Dreisatz ab und löst diesen ganz normal. Danach deckst du den ersten ab und wendest dich dem zweiten zu.
Musteraufgabe
Die Inventur wurde im vergangenen Jahr von 5 Arbeitern in 3 Tagen erledigt, jeder arbeitete täglich 8 Stunden. Dieses Jahr soll sie schon nach 2 Tagen fertig sein, und es kommt ein Arbeiter dazu. Wie viele Stunden muss dann jeder täglich arbeiten?
Erster Dreisatz (Arbeiter): 6 Arbeiter schaffen die Aufgabe schneller als 5, das Ergebnis soll also kleiner werden. Die größere Zahl (6) kommt unter den Strich: 8 · 5 ÷ 6
Zweiter Dreisatz (Tage): Wenn die Arbeit in 2 statt 3 Tagen fertig sein soll, muss täglich länger gearbeitet werden. Das Ergebnis wird größer, die größere Zahl (3) kommt auf den Bruch.
x = 8 · 5 · 3 ÷ (6 · 2) = 10 Stunden
Zum Nachrechnen: Bisher erledigten 20 Arbeitnehmer die Inventur in 3 Tagen bei 7,5 Stunden täglich. Dieses Jahr kommen 3 Aushilfen und 2 Azubis dazu, und es soll in 2 Tagen fertig sein.
x = 7,5 · 20 · 3 ÷ (25 · 2) = 9 Stunden täglich
Zerlegen, nicht raten: einen Dreisatz nach dem anderen, jeder mit derselben Größer-oder-kleiner-Frage.
Zum Üben
6 Arbeiter schaffen in 4 Tagen bei 8 Stunden täglich die Inventur. Wie viele Stunden täglich brauchen 8 Arbeiter, wenn es in 3 Tagen fertig sein soll? (8 Stunden)
5 Packer schaffen in 6 Stunden 900 Pakete. Wie viele Pakete schaffen 8 Packer in 9 Stunden? (2.160 Pakete)
Drei Lkw fahren in 5 Tagen 4.500 km. Wie weit kommen 4 Lkw in 8 Tagen? (9.600 km)
Prozentrechnung: warum die 100 alles vergleichbar macht
Lernvideo: Prozentrechnung: warum die 100 alles vergleichbar macht. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Die Prozentrechnung gilt als die wichtigste Rechenart des Kaufmanns. Mit ihr setzt du beliebige Zahlen ins Verhältnis zur Bezugszahl 100, und erst dadurch werden sie miteinander vergleichbar.
Warum das nötig ist
Zwei Zahlen nebeneinander sagen oft gar nichts. Bei der einen Fahrschule fielen 58 von 240 Schülern durch, bei der anderen 73 von 315. Welche ist besser? Sieht man nicht. Erst wenn du beide auf 100 herunterrechnest, wird es eindeutig:
Fahrschule A: 58 · 100 ÷ 240 = 24,17 %
Fahrschule B: 73 · 100 ÷ 315 = 23,17 %
Bei A fielen verhältnismäßig mehr durch, obwohl die absolute Zahl kleiner war. Genau solche Fälle baut die Prüfung gern ein.
Beispiel aus dem Lager: Drei Lieferungen desselben Artikels: 220 Stück mit 17 Ausschuss, 280 Stück mit 21 Ausschuss, 190 Stück mit 14 Ausschuss. Auf 100 gerechnet: 7,73 %, 7,50 %, 7,37 %. Die kleinste Lieferung war also die beste, obwohl sie nicht die wenigsten Fehlteile hatte.
Und Promille?
Wählst du als Vergleichsgröße nicht 100, sondern 1.000, sprichst du von Promillerechnung.
Prozent heißt „vom Hundert“, Zeichen %. Promille heißt „vom Tausend“, Zeichen ‰. Beides sind Vergleichsrechnungen, und beide löst du mit dem Dreisatz.
Zum Üben
Lieferung A: 12 Fehlteile bei 400 Stück. Lieferung B: 15 Fehlteile bei 600 Stück. Welche war besser? (A = 3,00 %, B = 2,50 %; Lieferung B)
Von 250 Aufträgen wurden 235 pünktlich ausgeliefert. Wie hoch ist die Quote? (94 %)
Grundwert, Prozentwert, Prozentsatz
Lernvideo: Grundwert, Prozentwert, Prozentsatz. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Neben der Vergleichszahl 100 kennt die Prozentrechnung drei Größen. Zwei davon müssen gegeben sein, die dritte rechnest du aus, in aller Regel mit dem Dreisatz.
Grundwert: der Wert, der zur Zahl 100 in Beziehung gesetzt wird. Der Grundwert ist immer 100 %. Das ist das Ganze, die Ausgangsmenge.
Prozentwert: der Wert, der aus dem Grundwert mithilfe des Prozentsatzes errechnet wird. Das ist der Teil.
Prozentsatz: die Zahl, die angibt, wie viele Teile vergleichsweise auf 100 entfallen. Die Angabe erfolgt stets in %.
Am Fahrschul-Beispiel
Grundwert = Zahl der Fahrschüler (240 bzw. 315)
Prozentwert = Zahl der durchgefallenen Fahrschüler (58 bzw. 73)
Prozentsatz = Anteil der durchgefallenen Fahrschüler (24,17 % bzw. 23,17 %)
So findest du die Größen in der Aufgabe
Der Grundwert steht meistens hinter „von“ oder „insgesamt“. Der Prozentwert ist der Teil davon. Und beim Prozentsatz steht das Prozentzeichen dabei. Wenn du weißt, welche zwei gegeben sind, ergibt sich der Rechenweg von selbst.
Beispiel: Von 850 eingelagerten Kartons sind 34 beschädigt.
Grundwert = 850 Kartons (das Ganze, 100 %)
Prozentwert = 34 Kartons (der Teil)
Gesucht ist der Prozentsatz: 34 · 100 ÷ 850 = 4 %
Umgekehrt: Wie viele von 850 wären 6 %? 850 · 6 ÷ 100 = 51 Kartons.
Grundwert = das Ganze = 100 %. Prozentwert = der Teil. Prozentsatz = wie viel auf 100 entfällt. Zwei bekannt, die dritte per Dreisatz.
Zum Üben
Von 1.400 eingelagerten Kartons sind 56 beschädigt. Benenne Grundwert, Prozentwert und Prozentsatz. (Grundwert 1.400, Prozentwert 56, Prozentsatz 4 %)
Ein Lager hat 8 % Schwund, das sind 120 Paletten. Welche Größe fehlt hier? (der Grundwert: 1.500 Paletten)
Den Prozentwert berechnen
Lernvideo: Den Prozentwert berechnen. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Gegeben sind Grundwert und Prozentsatz, gesucht ist der Teil. Das ist der häufigste Fall überhaupt, und es gibt zwei Wege dorthin.
Weg 1: mit dem Dreisatz
Der Grundwert wird gleich 100 gesetzt. Beispiel: Die Ausbildungsvergütung von 650,00 € steigt um 3 %.
100 % ≙ 650,00 €
3 % ≙ x €
x = 650 · 3 ÷ 100 = 19,50 €
Weg 2: die kaufmännische Lösung
Kaufleute gehen meist über 1 % oder 10 % des Grundwertes und multiplizieren dann mit dem Prozentsatz. Der Trick: Für 1 % schiebst du beim Grundwert das Komma um zwei Stellen nach links, für 10 % um eine Stelle.
Dasselbe Ergebnis, aber im Kopf zu schaffen. Genau deshalb ist dieser Weg in der Prüfung Gold wert: Er spart Zeit und du merkst sofort, wenn eine Zahl unplausibel ist.
Beispiel aus dem Lager: Eine Eingangsrechnung über zwei Elektrostapler lautet auf 56.763,00 €, der Lieferant gewährt 3 % Skonto bei Barzahlung.
1 % = 567,63 €, also 3 % = 3 · 567,63 = 1.702,89 € Skonto
Zu zahlen: 56.763,00 − 1.702,89 = 55.060,11 €
Prozentwert = Grundwert · Prozentsatz ÷ 100. Oder kaufmännisch: erst 1 % über das Komma, dann mal den Prozentsatz.
Zum Üben
Eine Rechnung über 3.480,00 € wird mit 2 % Skonto bezahlt. Wie hoch ist das Skonto? (69,60 €)
Ein Bruttolohn von 2.850,00 € steigt um 4 %. Wie viel mehr sind das? (114,00 €)
Von 12.500 Positionen im Lager sind 6 % Langsamdreher. Wie viele Positionen? (750 Positionen)
Bequeme Prozentsätze: mit Brüchen schneller rechnen
Lernvideo: Bequeme Prozentsätze: mit Brüchen schneller rechnen. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Bei bestimmten Prozentsätzen kannst du dir den Rechengang stark erleichtern, indem du den Prozentsatz durch einen gemeinen Bruch ersetzt. Statt lange zu multiplizieren, teilst du einfach.
Diese Tabelle lohnt sich auswendig, zumindest die untere Hälfte. Wer bei 25 % automatisch „durch 4“ denkt, rechnet in der Prüfung deutlich schneller als jemand, der jedes Mal mal 25 durch 100 nimmt.
Beispiel: 25 % von 3.480,00 € sind 3.480 ÷ 4 = 870,00 €. Und 33⅓ % von 1.200 Paletten sind 1.200 ÷ 3 = 400 Paletten, ganz ohne Taschenrechner.
50 % ist die Hälfte, 25 % ein Viertel, 20 % ein Fünftel, 10 % ein Zehntel. Wer teilt statt multipliziert, ist schneller fertig.
Zum Üben
Rechne im Kopf: 25 % von 2.480,00 € (620,00 €)
Rechne im Kopf: 20 % von 1.750 Paletten (350 Paletten)
Rechne im Kopf: 12½ % von 3.200,00 € (400,00 €)
Rechne im Kopf: 33⅓ % von 8.100 kg (2.700 kg)
Den Prozentsatz berechnen
Lernvideo: Den Prozentsatz berechnen. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Gegeben sind Grundwert und Prozentwert, gesucht ist der Prozentsatz. Jetzt steht die Prozentangabe rechts. Deshalb dreht sich der Ansatz gegenüber der Prozentwert-Rechnung um.
Musteraufgabe
Die Ausbildungsvergütung von 650,00 € wurde um 22,75 € monatlich erhöht. Wie viel Prozent sind das?
650,00 € ≙ 100 %
22,75 € ≙ x %
x = 100 · 22,75 ÷ 650,00 = 3,5 %
Die Reihenfolge im Kopf
Bedingungssatz: Der Grundwert entspricht 100 %.
Fragesatz: Der Prozentwert entspricht x %.
Schlusssatz und Lösung wie beim Dreisatz.
Beispiel aus dem Lager: Der Preis für ein Stahlregal lag bei 3.200,00 € und wurde um 96,00 € erhöht.
x = 100 · 96 ÷ 3.200 = 3 %
Und noch eine typische Falle: Heiko Müllers Gehalt wurde um 32,00 € erhöht, jetzt bekommt er 2.432,00 €. Der Grundwert ist hier nicht 2.432,00 €, sondern der alte Lohn: 2.432 − 32 = 2.400,00 €. Damit sind es 100 · 32 ÷ 2.400 = 1,33 %.
Prozentsatz = Prozentwert · 100 ÷ Grundwert. Und immer prüfen, ob der genannte Betrag der alte oder schon der neue Wert ist.
Zum Üben
Der Preis einer Palette stieg von 12,00 € auf 12,90 €. Wie viel Prozent? (7,5 %)
Von 800 Kommissionierzeilen waren 24 fehlerhaft. Wie hoch ist die Fehlerquote? (3 %)
Ein Lohn wurde um 45,00 € erhöht, jetzt werden 2.295,00 € gezahlt. Wie viel Prozent betrug die Erhöhung? (2 %; Grundwert sind 2.250,00 €)
Den Grundwert berechnen
Lernvideo: Den Grundwert berechnen. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Gegeben sind Prozentsatz und Prozentwert, gesucht ist das Ganze. Auch das läuft über den Dreisatz, nur startest du diesmal beim Prozentsatz.
Musteraufgabe
Eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung von 4 % ergab einen Mehrverdienst von 28,00 € brutto. Wie hoch war die Vergütung vorher?
4 % ≙ 28,00 €
100 % ≙ x €
x = 28 · 100 ÷ 4 = 700,00 €
Der Grundwert entspricht immer 100 %.
Beispiel aus dem Lager: Der Kostenvoranschlag für ein neues Palettenlager wurde um 1.200.000,00 € überschritten, das entspricht 12,5 %.
x = 1.200.000 · 100 ÷ 12,5 = 9.600.000,00 € war der Kostenvoranschlag.
Oder kleiner: Ein Transport ist mit 2 ‰ versichert, die Prämie beträgt 18,00 €. Versicherungssumme: 18 · 1.000 ÷ 2 = 9.000,00 €. Bei Promille rechnest du mit 1.000 statt 100.
Zum Üben
3 % Skonto entsprechen 42,00 €. Wie hoch war der Rechnungsbetrag? (1.400,00 €)
Der Schwund von 2,5 % beträgt 75 Paletten. Wie groß war der Bestand? (3.000 Paletten)
Eine Transportversicherung von 4 ‰ kostet 26,00 € Prämie. Wie hoch ist die Versicherungssumme? (6.500,00 €)
Der vermehrte Grundwert (Prozentrechnung auf Hundert)
Lernvideo: Der vermehrte Grundwert (Prozentrechnung auf Hundert). Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Jetzt wird es tückisch. Manchmal ist der angegebene Wert nämlich gar nicht der Grundwert, sondern schon der erhöhte Wert. Dann liegt er über 100 %. Man spricht vom vermehrten Grundwert.
Sowohl beim vermehrten als auch beim verminderten Grundwert wird immer der reine Grundwert = 100 % gesucht.
Musteraufgabe
Im Speditionsgewerbe gab es 3 % Lohnerhöhung. Die Lageristin verdient nun 2.472,00 € brutto. Wie hoch war ihr Verdienst vorher?
1. Vorüberlegung: Worauf bezieht sich die Lohnerhöhung? Auf den bisherigen Verdienst. Der ist der Grundwert und damit 100 %. Der neue Lohn ist also 100 % + 3 % = 103 %.
Die Kontrolle: 3 % von 2.400 sind 72 €, und 2.400 + 72 = 2.472. Passt.
Vermehrter Grundwert = Grundwert + Prozentwert. Der genannte Betrag ist 100 % plus den Prozentsatz.
Beispiel aus dem Lager: Die Bruttofracht des Hausspediteurs beträgt 1.475,60 €, der Umsatzsteuersatz 19 %. Wie hoch ist die Nettofracht?
Die Bruttofracht ist 119 %: x = 1.475,60 · 100 ÷ 119 = 1.240,00 € netto.
Wer hier einfach 19 % von 1.475,60 abzieht, landet bei 1.195,24 € und liegt um fast 45 € daneben.
Zum Üben
Nach 5 % Lohnerhöhung verdient eine Lageristin 2.625,00 €. Wie hoch war der Lohn vorher? (2.500,00 €)
Eine Bruttofracht beträgt 892,50 € bei 19 % Umsatzsteuer. Wie hoch ist die Nettofracht? (750,00 €)
Ein Regal kostet nach 8 % Preiserhöhung 2.592,00 €. Was kostete es vorher? (2.400,00 €)
Der verminderte Grundwert (Prozentrechnung im Hundert)
Lernvideo: Der verminderte Grundwert (Prozentrechnung im Hundert). Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Dasselbe Prinzip, nur andersherum: Der angegebene Wert ist schon der gesenkte Wert und liegt damit unter 100 %.
Musteraufgabe
Eine Digitalkamera wurde um 15 % im Preis gesenkt und kostet nun 425,00 €. Was kostete sie vorher?
1. Vorüberlegung: Die Preissenkung bezieht sich auf den bisherigen Preis, der ist 100 %. Der neue Preis ist also 100 % − 15 % = 85 %.
Verminderter Grundwert = Grundwert − Prozentwert. Gesucht ist auch hier immer der reine Grundwert = 100 %.
Beispiel aus dem Lager: Nach Abzug von 3 % Skonto wurden für eine Lieferantenrechnung noch 1.746,00 € überwiesen.
Der überwiesene Betrag ist 97 %: x = 1.746,00 · 100 ÷ 97 = 1.800,00 € Rechnungsbetrag.
Gegenprobe: 3 % von 1.800 sind 54 €, und 1.800 − 54 = 1.746. Passt.
Zum Üben
Nach Abzug von 2 % Skonto wurden 1.911,00 € überwiesen. Wie hoch war die Rechnung? (1.950,00 €)
Ein Stapler kostet im Abverkauf nach 20 % Nachlass 18.400,00 €. Wie hoch war der Listenpreis? (23.000,00 €)
Der Umsatz sank um 6 % auf 611.000,00 €. Wie hoch war er im Vorjahr? (650.000,00 €)
Zusammengesetzte Prozentrechnung: das Treppenschema
Lernvideo: Zusammengesetzte Prozentrechnung: das Treppenschema. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Wenn mehrere prozentuale Veränderungen hintereinander durchgeführt werden, darfst du sie nicht einfach zusammenzählen. Jede Veränderung bezieht sich auf einen neuen Ausgangswert. Als Hilfsmittel hat sich das Treppenschema bewährt.
Jede Treppenstufe beginnt immer mit 100 %.
So gehst du vor
Die prozentualen Veränderungen chronologisch herausschreiben.
Das Treppenschema aufstellen. Es beginnt immer mit der gesuchten Größe = alter Wert = Grundwert = 100 %. Danach wird jede Veränderung stufenweise auf den jeweiligen Ausgangswert bezogen, der immer wieder 100 % beträgt.
Stufenweise zurückrechnen: gegebene Größe eintippen, mit der oberen Treppengröße (immer 100) multiplizieren, durch die untere Treppengröße teilen. Ergebnis im Rechner lassen und die nächste Stufe genauso abarbeiten.
Musteraufgabe
Der Gewinn nahm 2019 um 8 % zu, 2020 um 12 % ab und 2021 um 4 % zu, auf nun 296.524,80 €. Wie hoch war er 2018?
Warum man nicht zusammenzählen darf: Ein Preis wird um 25 % erhöht, dann um 15 % und nochmals um 10 % gesenkt. Zusammengezählt wären das ±0 %. Tatsächlich liegt der Preis am Ende bei 100 · 1,25 · 0,85 · 0,90 = 95,6 % des Ausgangspreises, also 4,4 % darunter. Genau diesen Fehler baut die Prüfung gern ein.
Zum Üben
Ein Preis wurde um 20 % erhöht und danach um 20 % gesenkt. Er liegt nun bei 96,00 €. Wie hoch war er vorher? (100,00 €; zusammengezählt wäre man bei ±0, tatsächlich fehlen 4 %)
Der Lagerbestand stieg um 10 %, fiel um 25 % und stieg um 20 % auf 990 Paletten. Ausgangsbestand? (1.000 Paletten)
Ein Kunde zahlt nach 15 % Rabatt und 2 % Skonto 1.666,00 €. Wie hoch war der Listenpreis? (2.000,00 €)
Die Bezugskalkulation
Lernvideo: Die Bezugskalkulation. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Die wohl wichtigste Anwendung der zusammengesetzten Prozentrechnung. Mit der Bezugskalkulation ermittelst du den Einstands- oder Bezugspreis gekaufter Ware, also das, was die Ware dich wirklich kostet, wenn sie im Lager steht.
Warum das wichtig ist
Verschiedene Angebote lassen sich erst nach Ermittlung des Einstandspreises miteinander vergleichen.
Erst nach dem Vergleich kann die richtige Entscheidung für den kostengünstigsten Lieferanten getroffen werden.
Bezugskosten können sein: Fracht, Rollgeld, Zölle, Wiegegebühren, Transportversicherung, Verladekosten und dergleichen.
Rabatt vom Einkaufspreis, Skonto vom Zieleinkaufspreis, Bezugskosten obendrauf. Und: Sind Bezugskosten zu ermitteln, werden sie immer auf das Bruttogewicht der Sendung bezogen.
Besonderheit bfn: „brutto für netto“, oft als b/n abgekürzt. Das heißt: Die Verpackung wird wie Ware gerechnet. In diesem Fall gehst du zur Errechnung des Einkaufspreises vom Bruttogewicht der Sendung aus.
2. Der Einkaufspreis der Sendung
Einkaufspreis = Nettomenge · Preis je Einheit
Beispiel: Eine Sendung Schrauben wiegt brutto 294 kg, das Verpackungsgewicht beträgt 24 kg, der Preis 7,80 € je kg netto.
Nettogewicht: 294 − 24 = 270 kg
Einkaufspreis: 270 · 7,80 = 2.106,00 €
Stünde in den Konditionen dagegen „bfn“, würdest du mit 294 kg rechnen: 294 · 7,80 = 2.293,20 €, also 187,20 € mehr, allein wegen drei Buchstaben im Angebot.
Zum Üben
Bruttogewicht 520 kg, Tara 4 kg je Kiste bei 5 Kisten, Preis 9,50 € je kg netto. Einkaufspreis? (4.750,00 € für 500 kg netto)
Dieselbe Sendung, aber „bfn“ vereinbart. Wie hoch ist der Einkaufspreis jetzt? (4.940,00 €, gerechnet mit 520 kg)
Der Angebotsvergleich
Lernvideo: Der Angebotsvergleich. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Genau dafür rechnest du überhaupt den Einstandspreis: Zwei Angebote sehen auf den ersten Blick völlig verschieden aus. Erst der Einstandspreis macht sie vergleichbar.
So gehst du vor
Für jedes Angebot dieselbe Menge zugrunde legen.
Für jedes Angebot das komplette Kalkulationsschema durchrechnen: Einkaufspreis, Rabatt, Skonto, Bezugskosten.
Erst die Einstandspreise vergleichen, nicht die Listenpreise.
Aufgepasst bei den Lieferbedingungen: „ab Werk“ heißt, du zahlst die Fracht zusätzlich. „frei Haus“ heißt, sie steckt schon im Preis. Wer das übersieht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Durchgerechnet: 1.600 m Stahlregale. Angebot 1: 28,00 € je Meter ab Werk, Fracht 150,00 € je angefangene 1.000 m, 10 % Mengenrabatt, 1 % Skonto.
Einkaufspreis: 1.600 · 28,00 = 44.800,00 € − 10 % Rabatt = 4.480,00 € → 40.320,00 € − 1 % Skonto = 403,20 € → 39.916,80 € + Fracht: 1.600 m sind zwei angefangene 1.000 m, also 2 · 150,00 = 300,00 € = Einstandspreis 40.216,80 € Angebot 2: 45.000,00 € frei Haus für die 1.600 m, 15 % Mengenrabatt, kein Skonto.
45.000,00 − 15 % = 38.250,00 €
Angebot 2 ist rund 1.967 € günstiger, obwohl der Listenpreis dort höher aussieht.
Verglichen wird nie der Angebotspreis, sondern immer der Einstandspreis. Und der Preis ist nur ein Kriterium. Lieferzeit, Qualität und Zuverlässigkeit gehören in die Entscheidung dazu.
Zum Üben
Angebot A: 900 m Regal zu 30,00 € ab Werk, 200,00 € Fracht, 10 % Rabatt, 2 % Skonto. Angebot B: 24.500,00 € frei Haus für die 900 m, 5 % Rabatt. Welches ist günstiger? (A = 24.014,00 €, B = 23.275,00 €; Angebot B)
Die Formeln für Flächen und Körper
Lernvideo: Die Formeln für Flächen und Körper. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Für die Berufe der Lagerlogistik ist das Beherrschen der Flächen-, Körper- und Umfangsberechnung eine zentrale Voraussetzung. Erst damit bekommst du den Laderaum eines Lkw oder Waggons mit Säcken, Paletten und Ähnlichem optimal ausgenutzt.
Flächen
Quadrat: Umfang U = 4 · a | Fläche F = a · a
Rechteck: Umfang U = 2a + 2b | Fläche F = a · b
Dreieck: Umfang U = a + b + c | Fläche F = (g · h) ÷ 2
Kreis: Umfang U = 2rπ | Fläche F = r²π
Körper
Würfel: Volumen V = a · a · a | Oberfläche O = 6 · a²
Quader: Volumen V = a · b · c | Oberfläche O = 2ab + 2ac + 2bc
Dreiecksäule: Volumen V = (g · h) ÷ 2 · l
Zylinder: Volumen V = r²πh | Oberfläche O = 2r²π + 2rπh
Kugel: Volumen V = 4/3 · r³π
Beispiel aus dem Lager: Der Laderaum eines Sattelaufliegers misst innen 14,00 m × 2,50 m × 2,20 m. Das ist ein Quader: V = 14,00 · 2,50 · 2,20 = 77,00 m³. Damit weißt du sofort, ob die angekündigte Sendung überhaupt hineinpasst.
Fläche in m², Volumen in m³. Und immer erst alle Maße auf dieselbe Einheit bringen, bevor du multiplizierst.
Zum Üben
Ein Container misst innen 5,90 m × 2,35 m × 2,39 m. Wie viel m³ Laderaum? (33,14 m³)
Ein Lagerraum ist 24 m lang und 18 m breit. Wie groß ist die Fläche? (432 m²)
Ein Fass hat 30 cm Radius und 90 cm Höhe. Wie viel Liter fasst es? (rund 254 Liter)
Flächen und Körper berechnen: der Weg zur Lösung
Lernvideo: Flächen und Körper berechnen: der Weg zur Lösung. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Die Formel selbst ist selten das Problem. Das Problem ist, die richtige zu erwischen. Deshalb immer in dieser Reihenfolge:
Überlegen, um welche Fläche oder welchen Körper es sich handelt.
Die passende Berechnungsformel auswählen.
Die geforderte Größe errechnen, mit Einheiten.
Musteraufgabe
Zehn würfelförmige Holzkisten mit 60 cm Kantenlänge sollen in Ölpapier verpackt werden. Der Quadratmeterpreis beträgt 5,80 €. Wie teuer wird das Papier?
Gesucht ist die Oberfläche eines Würfels:
O = 6 · a² = 6 · 0,60 m · 0,60 m = 6 · 0,36 m² = 2,16 m² je Kiste
Preis = 2,16 m² · 5,80 €/m² · 10 Kisten = 125,28 €
Beachte den Umweg über die Meter: Mit 60 cm gerechnet käme Unsinn heraus. Erst umrechnen, dann multiplizieren.
Zum Nachrechnen: Ein 25,20 m² großer Sozialraum wird mit Fliesen von 50 cm × 30 cm ausgelegt. Eine Fliese hat 0,50 · 0,30 = 0,15 m². Benötigt werden 25,20 ÷ 0,15 = 168 Fliesen.
Zum Üben
Acht würfelförmige Kisten mit 50 cm Kante werden in Folie gewickelt. Der Quadratmeter kostet 4,20 €. Wie teuer wird die Folie? (50,40 €)
Ein 36 m² großer Raum wird mit Fliesen von 40 cm × 40 cm ausgelegt. Wie viele Fliesen? (225 Fliesen)
Bruttofläche, Lagerfläche, Verkehrsfläche
Lernvideo: Bruttofläche, Lagerfläche, Verkehrsfläche. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Lagernutzflächen geben die Grundflächen (die Bruttofläche) von Lager- bzw. Laderäumen an. Diese Flächen können in der Regel jedoch nicht völlig als Lagerfläche verwendet werden. Der Grund: Für eine reibungslose Ein- und Auslagerung müssen genügend breite Wege für die innerbetrieblichen Transportmittel frei bleiben: die sogenannten Verkehrsflächen.
So teilt sich die Bruttofläche auf
Bruttolagerfläche (= Lagernutzfläche) = Grundfläche × Geschossanzahl, also Länge × Breite × Geschosse
davon Nettolagerfläche (= Lagerfläche): hier steht die Ware
und Verkehrsfläche: die innerbetriebliche Wegefläche bzw. Warenbewegungsfläche
Bei eingeschossigen Gebäuden entspricht die Bruttolagerfläche einfach der Grundfläche aus Länge × Breite; neben der Nettolagerfläche bleibt dann noch die Restfläche.
Brutto ist alles, netto ist das, worauf die Ware wirklich steht. Dazwischen liegen die Wege.
Beispiel: Ein dreigeschossiges Lager mit 80 m × 30 m Grundfläche hat eine Bruttolagerfläche von 80 · 30 · 3 = 7.200 m². Fallen 25 % auf Verkehrswege, bleiben 5.400 m² Nettolagerfläche.
Zum Üben
Ein zweigeschossiges Lager misst 50 m × 24 m. Wie hoch ist die Bruttolagerfläche? (2.400 m²)
Davon entfallen 30 % auf Verkehrswege. Wie groß ist die Nettolagerfläche? (1.680 m²)
Die Nettolagerfläche berechnen
Lernvideo: Die Nettolagerfläche berechnen. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Die typische Prüfungsaufgabe: Gegeben sind ein paar Maße und ein Prozentsatz für die Wege, gesucht ist die Fläche, auf der tatsächlich gelagert werden kann.
Die drei Schritte
Die insgesamt zur Verfügung stehende Grundfläche ermitteln.
Die Wegefläche berechnen.
Die Lager- bzw. Ladefläche als Rest ermitteln.
Musteraufgabe
Ein Europalettenlager ist 60 m lang und 6,50 m hoch, der Bruttoraum beträgt 7.800 m³. Für innerbetriebliche Verkehrswege sind 25 % der Fläche frei zu halten.
a) Die Breite: Volumen = Länge · Breite · Höhe
7.800 m³ = 60 m · Breite · 6,50 m
Breite = 7.800 ÷ 390 = 20 m
b) Die Nettolagerfläche:
Grundfläche: 60 m · 20 m = 1.200 m²
− Wegefläche (1/4): 300 m²
= Netto-Lagerfläche 900 m²
Der kleine Trick in Teil a: Wenn die Breite fehlt, aber das Volumen gegeben ist, stellst du die Volumenformel einfach um. Länge mal Höhe ergibt 390 m², und durch diese Zahl teilst du das Volumen.
Beispiel aus dem Lager: Morgen kommen 9 Lkw mit je 22 nicht stapelbaren Europaletten, also 198 Paletten zu je 0,96 m². Benötigt werden 198 · 0,96 = 190,08 m². Im 20 m × 15 m großen Palettenlager stehen 300 m² brutto zur Verfügung, davon nach Abzug von 25 % Wegefläche noch 225 m² netto. Es passt, aber knapp.
Zum Üben
Eine Halle hat 4.320 m³ Bruttoraum, ist 48 m lang und 5,00 m hoch. Wie breit ist sie? (18 m)
Wie groß ist die Nettolagerfläche, wenn 20 % Wegefläche abgehen? (691,20 m²)
Wie viele nicht stapelbare Europaletten passen darauf? Eine Europalette belegt 1,20 m · 0,80 m = 0,96 m². (691,20 ÷ 0,96 = 720 Paletten)
Nutzungsgrade im Lager berechnen
Lernvideo: Nutzungsgrade im Lager berechnen. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Nutzungsgrade sind im Rahmen des Lagercontrollings wichtige Kennzahlen. Sie geben das Verhältnis von tatsächlichem zu maximalem Wert einer Bezugsgröße an und informieren damit über die aktuelle Auslastung eines Lagers oder eines zu beladenden Fahrzeugs.
Flächennutzungsgrad in % = tatsächlich belegte Fläche × 100 ÷ nutzbare Fläche (Bruttofläche)
Ein fünfgeschossiges Lagergebäude misst 120 m × 65 m. Auf innerbetriebliche Verkehrsflächen entfallen 25 %. Zurzeit ist das Lager mit 13.200 nicht stapelbaren Europaletten belegt.
a) Bruttolagerfläche: 120 m · 65 m = 7.800 m² · 5 Geschosse = 39.000 m²
b) Nettolagerfläche: Verkehrsfläche = 25 % von 39.000 m² = 9.750 m². 39.000 m² − 9.750 m² = 29.250 m²
c) Flächennutzungsgrad:
Fläche einer Europalette: 1,20 m · 0,80 m = 0,96 m²
Gesamtfläche: 0,96 m² · 13.200 = 12.672 m²
Flächennutzungsgrad = 12.672 · 100 ÷ 39.000 = 32,49 %
Achtung, hier liegt die Stolperfalle: Bezugsgröße ist die Bruttofläche, nicht die Nettolagerfläche. Wer durch 29.250 teilt, landet bei 43,32 % und liegt falsch. Lies in der Aufgabe genau nach, worauf sich der Nutzungsgrad beziehen soll.
Beispiel Fahrzeug: Ein Sattelauflieger hat 77,00 m³ Laderaum, geladen sind 52 m³ Ware. Raumnutzungsgrad = 52 · 100 ÷ 77 = 67,5 %. Ein Viertel des bezahlten Laderaums fährt also Luft spazieren.
Zum Üben
Ein zweigeschossiges Lager misst 90 m × 40 m, belegt sind 4.500 nicht stapelbare Europaletten. Flächennutzungsgrad bezogen auf die Bruttofläche? (Bruttofläche 90 · 40 · 2 = 7.200 m², belegt 4.500 · 0,96 = 4.320 m², also 4.320 · 100 ÷ 7.200 = 60 %)
Ein Lkw hat 60 m³ Laderaum und ist mit 39 m³ beladen. Raumnutzungsgrad? (65 %)
Die Verteilungsrechnung
Lernvideo: Die Verteilungsrechnung. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Ziel der Verteilungsrechnung ist es, eine Gesamtmenge (Kosten, Gewinne, Gewichte) nach einem gegebenen Verteilungsschlüssel in verschieden große Teile aufzuteilen.
Woraus ein Schlüssel bestehen kann
ganze Zahlen, zum Beispiel 3 : 2 : 5
Dezimalzahlen, zum Beispiel 0,3 : 0,2 : 0,5
Brüche, zum Beispiel 3/10 : 1/5 : 1/2
Prozentsätze, zum Beispiel 30 % : 20 % : 50 %
Die fünf Schritte
Verteilungsschema aufstellen.
Teile ermitteln: die Zahlen so weit kürzen, dass handliche Werte übrig bleiben. Ungleichnamige Brüche vorher auf einen Hauptnenner bringen.
Teile addieren.
Lösungsmenge = zu verteilende Gesamtmenge ÷ Summe der Teile. Das ist der Wert eines Teils.
Einzelanteile berechnen: Teile je Position × Wert eines Teils.
Musteraufgabe: 30.000,00 € Miete werden nach Quadratmetern auf vier Läden verteilt: 250, 2.000, 200 und 50 m², zusammen 2.500 m².
Teile (alles durch 50): 5, 40, 4, 1 → zusammen 50 Teile
Wert eines Teils: 30.000 ÷ 50 = 600,00 €
Mieten: 5 · 600 = 3.000,00 € (250 m²), 40 · 600 = 24.000,00 € (2.000 m²), 4 · 600 = 2.400,00 € (200 m²), 1 · 600 = 600,00 € (50 m²)
Die Probe: Alle Anteile zusammen ergeben wieder 30.000,00 €.
Immer erst die Teile bilden, dann den Wert eines Teils. Und am Ende die Probe: Die Summe muss wieder die Gesamtmenge ergeben.
Zum Üben
Eine Sonderprämie von 1.500,00 € wird nach Überstunden verteilt: 30, 20 und 25 Stunden. (600,00 €; 400,00 €; 500,00 €, Summe wieder 1.500,00 €)
Stromkosten von 8.400,00 € werden im Verhältnis 3 : 2 : 1 auf Lager, Verwaltung und Werkstatt umgelegt. (4.200,00 €; 2.800,00 €; 1.400,00 €, Summe wieder 8.400,00 €)
Ein Bonus von 24.000,00 € wird nach Umsätzen von 600.000, 300.000 und 300.000 € verteilt. (12.000,00 €; 6.000,00 €; 6.000,00 €, Summe wieder 24.000,00 €)
Gewinnverteilung bei der OHG
Lernvideo: Gewinnverteilung bei der OHG. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Bei der OHG handelt es sich um eine Personengesellschaft aus mindestens zwei Personen. Ergibt die Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn, wird dieser auf die Gesellschafter verteilt. Steht im Gesellschaftsvertrag nichts dazu, gilt die gesetzliche Regelung des § 121 HGB.
Was § 121 HGB vorsieht
Jeder Gesellschafter erhält zunächst eine Verzinsung seiner Kapitaleinlage mit 4 %.
Der verbleibende Restgewinn wird nach Köpfen verteilt, also gleichmäßig, unabhängig von der Einlage.
Reicht der Jahresgewinn für die 4 % nicht aus, bestimmen sich die Anteile nach einem entsprechend niedrigeren Satz. Ein Verlust wird ebenfalls nach Köpfen verteilt.
Musteraufgabe: A ist mit 80.000,00 €, B mit 200.000,00 € und C mit 350.000,00 € beteiligt. Zu verteilen sind 120.000,00 € Gewinn. Schritt 1 (4 % Verzinsung): A = 4 % von 80.000 = 3.200,00 €; B = 4 % von 200.000 = 8.000,00 €; C = 4 % von 350.000 = 14.000,00 €; zusammen 25.200,00 € Schritt 2 (Restgewinn): 120.000,00 − 25.200,00 = 94.800,00 € ÷ 3 Köpfe = 31.600,00 € je Gesellschafter Ergebnis: A = 3.200 + 31.600 = 34.800,00 €; B = 8.000 + 31.600 = 39.600,00 €; C = 14.000 + 31.600 = 45.600,00 €
Probe: zusammen wieder 120.000,00 €.
Erst 4 % auf die Einlage, dann der Rest nach Köpfen. Wer mehr eingelegt hat, bekommt mehr, aber nur über die Verzinsung.
Zum Üben
Zwei Gesellschafter sind mit 150.000,00 € und 250.000,00 € beteiligt, der Gewinn beträgt 60.000,00 €. (Verzinsung 6.000,00 € und 10.000,00 €, zusammen 16.000,00 €. Rest 44.000,00 € ÷ 2 Köpfe = 22.000,00 €. Ergebnis: 28.000,00 € und 32.000,00 €)
Drei Gesellschafter mit je 100.000,00 € teilen 45.000,00 € Gewinn. (je 15.000,00 €; bei gleichen Einlagen ist die Verzinsung ohne Wirkung)
Der einfache Durchschnitt
Lernvideo: Der einfache Durchschnitt. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Die Durchschnittsrechnung ist im kaufmännischen Bereich von großer Bedeutung. Sie erlaubt den Vergleich mit anderen Durchschnittswerten (etwa die durchschnittliche Auslastung des Lagers in einem Monat im Verhältnis zum Vormonat) und damit wichtige betriebswirtschaftliche Rückschlüsse.
Beim einfachen Durchschnitt wird aus mehreren Beträgen ein durchschnittlicher Wert ermittelt. Dabei wird allerdings Mengengleichheit unterstellt: Jeder Wert zählt gleich viel.
Einfacher Durchschnittswert = Gesamtstückzahl ÷ Anzahl der Posten
So gehst du vor
Die einzelnen Posten addieren.
Die Summe durch die Anzahl der Posten teilen.
Musteraufgabe: Der Lagerbestand einer Kamera betrug am 01.01. 8 Stück, am 31.03. 17, am 30.06. 12, am 30.09. 13 und am 31.12. 10 Stück.
8 + 17 + 12 + 13 + 10 = 60 Stück ÷ 5 Posten = 12 Stück durchschnittlicher Lagerbestand.
Aufgepasst: Es sind fünf Posten, nicht vier Quartale. Wer durch 4 teilt, kommt auf 15 und liegt falsch.
Zum Üben
Ein Fahrer legt an fünf Tagen 480, 620, 510, 700 und 590 km zurück. Durchschnitt pro Tag? (580 km)
Der Palettenbestand betrug in vier Wochen 80, 44, 132 und 68 Stück. (81 Paletten)
Ein Lager wird an sechs Öffnungstagen mit 12, 15, 9, 14, 11 und 11 Lkw beliefert. (12 Lkw)
Der gewogene Durchschnitt
Lernvideo: Der gewogene Durchschnitt. Mit ▶ starten, über „Kapitel“ springen. Im Vollbild öffnen
Der gewogene Durchschnitt wird immer dann angewandt, wenn mehrere nicht gleichwertige Größen gegeben sind. Diese Größen müssen deshalb zunächst gewichtet werden, zum Beispiel, indem man aus Menge und Preis den Gesamtpreis bildet.
Gesamtpreis je Lieferung oder Sorte ermitteln (Menge × Preis).
Gesamtmenge ermitteln.
Gesamtpreis durch Gesamtmenge teilen.
Musteraufgabe: Fertigungsmaterial von drei Lieferanten (75 Paletten zu 2.150,00 €, 70 zu 2.220,00 € und 35 zu 2.720,00 €).
75 · 2.150 = 161.250,00 € 70 · 2.220 = 155.400,00 € 35 · 2.720 = 95.200,00 €
Gesamtpreis 411.850,00 € ÷ 180 Paletten = 2.288,06 € je Palette
Der einfache Durchschnitt der drei Preise wäre 2.363,33 €, also 75 € zu hoch, weil der teure Lieferant nur ein Fünftel der Menge geliefert hat.
Die Faustregel fürs Erkennen: Stehen hinter den Werten unterschiedliche Mengen, brauchst du den gewogenen Durchschnitt. Nur wenn alle Posten gleich schwer wiegen, reicht der einfache.
Zum Üben
Drei Lieferungen Schrauben: 200 kg zu 6,00 €, 300 kg zu 7,00 € und 500 kg zu 8,00 € je kg. (7,30 € je kg)
Aushilfen: 2 Kräfte zu 15,00 €, 5 zu 13,00 € und 3 zu 12,00 € Stundenlohn. (13,10 € je Stunde)
Restposten Helme: 20 Stück zu 100,00 €, 10 zu 140,00 € und 20 zu 130,00 €. (120,00 € je Helm)
Formeln umstellen: die gesuchte Größe allein stellen
Eine Formel funktioniert in alle Richtungen. Steht in der Aufgabe nicht das Ergebnis, sondern eine andere Größe als gesucht, stellst du die Formel um, so lange, bis die gesuchte Größe allein auf einer Seite steht.
Die Grundregel
Eine Formel ist wie eine Waage: Was du auf der einen Seite machst, machst du auch auf der anderen. Um eine Größe „wegzuholen“, rechnest du jeweils das Gegenteil:
Steht etwas mit plus dabei, ziehst du es auf beiden Seiten ab.
Steht etwas mit minus dabei, zählst du es auf beiden Seiten dazu.
Wird malgenommen, teilst du auf beiden Seiten.
Wird geteilt, nimmst du auf beiden Seiten mal.
Die Reihenfolge: zuerst Plus und Minus wegholen, danach Mal und Geteilt.
Formeln
a = b · ca=b·c
b = a : cb=ac
c = a : bc=ab
Kurz erklärt
Steht a = b mal c, bekommst du jede der drei Größen, indem du teilst.
Das Ergebnis a steht dann immer oben im Bruch.
Diese drei Zeilen passen auf viele Lagerformeln: Stellplätze, Feldlast, Kosten, Tonnenkilometer.
Beispiel 1 (Lieferzeit gesucht): Meldebestand 480 Stück, Mindestbestand 120 Stück, Tagesverbrauch 40 Stück. Wie lang darf die Lieferzeit höchstens sein?
Setz dein Ergebnis in die ursprüngliche Formel ein. Kommt wieder der Ausgangswert heraus, stimmt die Umstellung.
Umstellen heißt: auf beiden Seiten das Gegenteil rechnen, bis die gesuchte Größe allein steht: erst Plus und Minus, dann Mal und Geteilt. Zum Schluss die Probe.
Die Wurzel ziehen: mit und ohne Wurzeltaste
In der Andler-Formel für die optimale Bestellmenge (Lernfeld 11) steht ein Wurzelzeichen √. Es sieht aus wie ein Haken. Die Wurzel fragt: Welche Zahl ergibt mit sich selbst malgenommen den Wert unter dem Zeichen?
Erst alles unter dem Wurzelzeichen ausrechnen, dann die Wurzel ziehen.
Weg 1: mit der Wurzeltaste
Die Taste trägt das Zeichen √. Bei den meisten Rechnern tippst du zuerst √, dann die Zahl und dann =. Bei einfachen Rechnern ist es umgekehrt: erst die Zahl, dann √. Probier es mit 9 aus: Es muss 3 herauskommen.
Weg 2: mit der Potenztaste
Hat dein Rechner eine Taste xy oder ^, rechnest du die Zahl hoch 0,5. Das ist dasselbe wie die Wurzel: 9 ^ 0,5 = 3.
Weg 3: ohne Taste (schätzen und malnehmen)
Du rätst eine Zahl, nimmst sie mit sich selbst mal und näherst dich so an.
Beispiel: Jahresbedarf 9 000 Stück, 80 € je Bestellung, Lagerkosten 2 € je Stück und Jahr.
Unter der Wurzel: 2 · 9 000 · 80 : 2 = 720 000
800 · 800 = 640 000 → zu klein
900 · 900 = 810 000 → zu groß
850 · 850 = 722 500 → fast genau
Die optimale Bestellmenge liegt bei rund 850 Stück. Die Tabellenlösung aus Lernfeld 11 landet im selben Bereich. Dort braucht man gar keine Wurzel.
Die Wurzel sucht die Zahl, die mit sich selbst malgenommen den Wert ergibt. Ohne √-Taste hilft die Potenztaste mit 0,5. Oder schätzen und malnehmen, bis es passt.
2. Wirtschaftsrechnen: Teil II
Einstieg: Wie viele Europaletten passen in einen 20-Fuß-Container?
Ein Kunde aus Übersee schickt seine Containerspezifikation, und darin steht keine einzige Zahl, mit der sich im Lager arbeiten lässt. Alle Innenmaße sind in Fuß angegeben. Die Frage der Disposition ist trotzdem ganz praktisch: Wie viele nicht stapelbare Europaletten bekommen wir da hinein?
Die Palette misst 1,20 m × 0,80 m. Bevor man sie überhaupt anordnen kann, muss der Container in Meter umgerechnet werden, und genau darum geht es in diesem Kapitel.
Angaben: Innenmaße 19,333 ft lang, 7,667 ft breit, 7,750 ft hoch. Umrechnung: 1 ft = 30,48 cm.
Schritt 1: Innenmaße in Meter umrechnen
Länge = 19,333 ft · 0,3048 m = 5,893 m
Breite = 7,667 ft · 0,3048 m = 2,337 m
Höhe = 7,750 ft · 0,3048 m = 2,362 m
Schritt 2: Paletten anordnen. Zwei Spalten nebeneinander, in unterschiedlicher Ausrichtung:
Spalte 1: Paletten längs, also 1,20 m in Containerlänge, 0,80 m breit
Anzahl = 5,893 m : 1,20 m = 4 Paletten (4,80 m genutzt)
Spalte 2: Paletten quer, also 0,80 m in Containerlänge, 1,20 m breit
Anzahl = 5,893 m : 0,80 m = 7 Paletten (5,60 m genutzt)
Benötigte Breite = 0,80 m + 1,20 m = 2,00 m ≤ 2,337 m ✓
Ergebnis: 4 + 7 = 11 Europaletten
Werden alle Paletten gleich ausgerichtet, passen nur 8 bis 9 hinein. Die Mischung aus längs und quer bringt die zwei bis drei zusätzlichen Plätze.
Erst umrechnen, dann anordnen. Wer alle Paletten gleich ausrichtet, verschenkt Stellplätze.
Das metrische Maßsystem
Das metrische System hat eine Eigenschaft, die alles andere leicht macht: Jede Stufe ist das Zehn-, Hundert- oder Tausendfache der nächsten. Deshalb ist Umrechnen hier nie eine Rechnung, sondern nur eine Kommaverschiebung.
Gebaut ist es auf zwei Grundeinheiten: dem Meter für Längen und dem Kilogramm für Massen. Alles andere leitet sich daraus ab. Weil praktisch die ganze Welt damit arbeitet, fällt erst dann auf, wie bequem das ist, wenn man einmal mit Fuß und Pfund rechnen muss.
Längenmaße
Einheit
entspricht
1 km
1 000 m
1 m
10 dm
1 dm
10 cm
1 cm
10 mm
Raummaße
Einheit
entspricht
1 m³
1 000 dm³
1 dm³
1 000 cm³
1 cm³
1 000 mm³
Hohlmaße
Einheit
entspricht
1 hl
100 l = 0,1 m³
1 m³
1 000 l
1 dm³
1 l
Die beiden letzten Zeilen sind die wichtigsten des ganzen Kapitels: 1 m³ = 1 000 l und 1 dm³ = 1 l. Damit lassen sich Tanks, Behälter und Schüttgut ohne Umwege umrechnen.
Bei Längen springt die Stufe um 10, bei Raummaßen um 1 000. Ein Kubikdezimeter ist ein Liter.
Metrische Gewichtseinheiten
Einheit
entspricht
1 t (Tonne)
1 000 kg
1 dz (Doppelzentner)
100 kg
1 ztr (Zentner)
50 kg
1 kg
1 000 g
1 g
1 000 mg
Daraus folgt: 1 t = 10 dz = 20 ztr = 1 000 kg.
Hinweis zur Praxis
Zentner und Doppelzentner sind keine gesetzlichen Einheiten mehr. Im Handel und in Prüfungsaufgaben tauchen sie noch auf, auf Frachtpapieren und Rechnungen gehören sie nicht hin. Dort gelten Kilogramm und Tonne.
Brutto, netto, tara
Begriff
Bedeutung
Bruttogewicht (Rohgewicht)
Ware einschließlich Verpackung und Ladungsträger
Tara
Gewicht der Verpackung und des Ladungsträgers
Nettogewicht (Reingewicht)
Gewicht der Ware allein
Rechenbeispiel: Eine beladene Palette wiegt 742 kg. Die Europalette wiegt 25 kg, die 24 Kartons wiegen zusammen 18 kg.
Tara = 25 kg + 18 kg = 43 kg
Nettogewicht = 742 kg − 43 kg = 699 kg
Brutto minus Tara ergibt netto. Zentner sind keine gesetzlichen Einheiten mehr.
Sicher umrechnen: die Kommaverschiebung
Im metrischen System ist Umrechnen reine Kommaverschiebung. Entscheidend ist nur, um wie viele Stellen.
Umrechnung
Faktor
Kommaverschiebung
m in cm
· 100
zwei Stellen nach rechts
kg in g
· 1 000
drei Stellen nach rechts
kg in t
: 1 000
drei Stellen nach links
m³ in l
· 1 000
drei Stellen nach rechts
l in hl
: 100
zwei Stellen nach links
Die Grundregel
Von der großen zur kleinen Einheit: malnehmen, die Zahl wird größer.
Von der kleinen zur großen Einheit: teilen, die Zahl wird kleiner.
Rechenbeispiele:
0,624 t = 0,624 · 1 000 = 624 kg
3 180 g = 3 180 : 1 000 = 3,18 kg
14 hl = 14 · 100 = 1 400 l
2,4 m³ = 2,4 · 1 000 = 2 400 l
87,5 kg = 0,0875 t
Zwei Stufen auf einmal: Manchmal wird gleich zweimal umgerechnet. Dann werden die Faktoren multipliziert, nicht nacheinander abgeschätzt.
t in g: · 1 000 · 1 000 = · 1 000 000 → 0,624 t = 624 000 g
Der häufigste Fehler in Prüfungen: Gewichte werden addiert, ohne sie vorher auf eine Einheit zu bringen. Erst umrechnen, dann rechnen, nie umgekehrt.
Große zu kleiner Einheit heißt malnehmen, kleine zu großer heißt teilen. Vor dem Addieren immer eine gemeinsame Einheit herstellen.
Musteraufgabe: Passt die Sendung auf das Fahrzeug?
Aufgabe: Ein Kleintransporter darf 1,05 t zuladen. Die Versandabteilung meldet für die Tour:
45 Kartons à 6 400 g · 2 Gitterboxpaletten à 0,318 t · 12 Kanister à 9,5 kg
Prüfen Sie, ob die Sendung mitgenommen werden kann.
Lösung
Schritt 1: alles auf Kilogramm bringen
Die drei Angaben stehen in drei Einheiten: Gramm, Tonnen, Kilogramm. Vor dem Addieren muss eine gemeinsame Einheit her.
45 Kartons = 45 · 6 400 g = 288 000 g = 288,0 kg
2 Gitterboxpaletten = 2 · 0,318 t = 0,636 t = 636,0 kg
12 Kanister = 12 · 9,5 kg = 114,0 kg
Schritt 2: Gesamtgewicht
288,0 kg + 636,0 kg + 114,0 kg = 1 038,0 kg = 1,038 t
Schritt 3: Entscheidung
1 038,0 kg < 1 050,0 kg → die Sendung kann befördert werden.
freie Restzuladung = 1 050,0 kg − 1 038,0 kg = 12,0 kg
Was diese Aufgabe zeigt
Zwölf Kilogramm Reserve auf über einer Tonne, das sind gut ein Prozent. Ein einziger Karton mehr, und der Transporter ist überladen. Deshalb sind zwei Dinge wichtig:
Nicht runden. Wer 6 400 g auf 6,5 kg aufrundet, landet bei 1 042,5 kg und glaubt, es sei mehr Luft als tatsächlich da ist. In die andere Richtung wird es gefährlicher: Abrunden lässt eine Überladung verschwinden.
Restzuladung heißt nicht Restplatz. Die 12 kg sagen nur etwas über das Gewicht. Ob überhaupt noch etwas hineinpasst, entscheidet der Laderaum, und der ist bei leichter, sperriger Ware lange vor der Nutzlast voll.
Wie man solche Aufgaben angeht
Schritt
was zu tun ist
warum
1
Alle Positionen auf eine Einheit bringen und je Versandform zusammenfassen
Gramm, Kilogramm und Tonnen lassen sich nicht addieren. Hier entstehen die meisten Fehler.
2
Gesamtgewicht der Sendung bilden
Erst jetzt steht eine Zahl da, die mit der Nutzlast vergleichbar ist.
3
Mit der zulässigen Zuladung vergleichen und die Entscheidung als Satz aufschreiben
In der Prüfung gibt es Punkte für die Antwort, nicht nur für die Zahl. „1 038 kg“ ist keine Antwort auf die Frage, ob gefahren werden darf.
Einheiten angleichen, addieren, vergleichen und die Entscheidung als Satz formulieren.
Das angloamerikanische Maßsystem
Im metrischen System springt jede Stufe um 10 oder um 1 000. Im angloamerikanischen springt sie um 3, um 12, um 16, und beim Gewicht gleich um 25 und 100. Das ist der ganze Unterschied, und er hat eine unangenehme Folge: Hier hilft keine Kommaverschiebung. Jede Stufe hat ihren eigenen Faktor, und den muss man kennen.
Warum das trotzdem gelernt werden muss: Die USA sind einer der größten Handelspartner Deutschlands. Auf Packlisten, Frachtbriefen und Containerspezifikationen von dort stehen Fuß, Zoll und Pfund, und niemand rechnet sie für einen um.
Längeneinheiten
Einheit
Abkürzung
deutsch
metrisch
Yard
yd
Schritt
91,44 cm = 0,9144 m
Foot
ft
Fuß
30,48 cm = 0,3048 m
Inch
in
Zoll
2,54 cm = 0,0254 m
Die Einheiten hängen so zusammen: 1 yd = 3 ft = 36 in und 1 ft = 12 in.
Gewichtseinheiten
Einheit
Abkürzung
metrisch
Ounce
oz
28,35 g
Pound
lb
453,59 g (16 oz)
Short ton (US)
sh tn
907,18 kg (2 000 lb)
Für die überschlägige Umrechnung im Alltag hilft die Faustregel 12 yds ≈ 11 m. Für Angebote, Frachtpapiere und Verträge wird genau gerechnet.
Rechenbeispiel: Eine Sendung wiegt 250 lb.
250 lb · 453,59 g = 113 397,5 g ≈ 113,40 kg
1 yd = 3 ft = 36 in, 1 ft = 12 in, 1 lb ≈ 0,454 kg. Die Faustregel 12 yds ≈ 11 m reicht nur zum Überschlagen.
Die dreiteilige Schreibweise
Längen im angloamerikanischen System werden oft in drei Teilen geschrieben. Die Punkte darin sind keine Dezimalzeichen, sondern Trennzeichen zwischen drei verschiedenen Einheiten. Wer „yds 9.2.5“ als eine Kommazahl liest, rechnet ab da nur noch falsch.
Schreibweise
zu lesen als
gemeint sind
yds 9.2.5
9 Yards, 2 Feet, 5 Inches
eine einzige Länge aus drei Bausteinen
9 yd 2' 5"
dieselbe Länge
ein Strich = Feet, zwei Striche = Inches
yds 9.-.5
9 Yards, 0 Feet, 5 Inches
der Strich steht für null
Musteraufgabe 1: Wandeln Sie yds 9.2.5 in Inches um.
Lösung
9 Yards · 36 in = 324 in
2 Feet · 12 in = 24 in
5 Inches = 5 in
Summe = 324 + 24 + 5 = 353 Inches
in Zentimeter: 353 · 2,54 cm = 896,62 cm = 8,9662 m
Musteraufgabe 2: Wandeln Sie 460 Inches in die dreiteilige Schreibweise um.
Lösung: Zurück geht es mit Division und Rest, und zwar in der Reihenfolge groß vor klein:
Der Rest ist die Antwort. Wer mit dem Taschenrechner 460 : 36 = 12,777… rechnet und dann mit der Nachkommastelle weitermacht, verliert sich. Gebraucht wird die Division mit Rest, also 12, Rest 28.
Erst alles in Inches umrechnen, dann rechnen. Zurück geht es über Division mit Rest: erst durch 36, dann durch 12.
Zwischen den Systemen umrechnen
In der Praxis geht es meist um drei Fälle: Containermaße, Warenabmessungen und Gewichte.
von
nach
Rechnung
ft
m
· 0,3048
m
ft
: 0,3048
in
cm
· 2,54
cm
in
: 2,54
lb
kg
· 0,45359
kg
lb
: 0,45359
Rechenbeispiel 1: Ein Kunde meldet eine Kiste mit 48 in × 32 in × 30 in. Passt sie auf eine Europalette (1,20 m × 0,80 m)?
Länge = 48 · 2,54 cm = 121,92 cm
Breite = 32 · 2,54 cm = 81,28 cm
Die Kiste überragt die Palette in beiden Richtungen um rund 2 cm. Sie passt also nicht bündig. Für die Verladung braucht es eine Industriepalette oder eine Sondergenehmigung für Überstand.
Rechenbeispiel 2: Ein Frachtbrief weist 1 850 lb aus. Wie viel ist das in Kilogramm, und wie viele Tonnen sind es?
1 850 · 0,45359 kg = 839,14 kg
839,14 kg = 0,83914 t
Wichtig: Gerundet wird erst am Ende. Wer Zwischenwerte rundet, sammelt Fehler auf. Bei Containermaßen können daraus schnell mehrere Zentimeter werden.
Ein Fuß sind 0,3048 m, ein Inch 2,54 cm, ein Pfund 0,454 kg. Gerundet wird erst im Ergebnis.
Übung: Maße und Gewichte
Aufgabe 1: Eine Luftfrachtsendung besteht aus 6 Kisten à 12,8 kg und 15 Kartons à 2 450 g. Jede Kiste steht auf einer Einwegpalette von 9 kg. Berechnen Sie das Brutto- und das Nettogewicht.
Lösung:
6 Kisten = 6 · 12,8 kg = 76,80 kg
15 Kartons = 15 · 2 450 g = 36 750 g = 36,75 kg
Tara = 6 · 9 kg = 54,00 kg
Bruttogewicht = 76,80 + 36,75 + 54,00 = 167,55 kg
Nettogewicht = 167,55 kg − 54,00 kg = 113,55 kg
Für die Frachtberechnung zählt in der Luftfracht das Bruttogewicht. Die Paletten fliegen schließlich mit.
Aufgabe 2: Ein Sammelbehälter für Altöl fasst 2,4 m³. Beim Kontrollgang werden 860 l gemessen. Ab 90 % des Fassungsvermögens muss die Entsorgung bestellt werden. Wie viele Liter dürfen noch hinein, bis die Meldegrenze erreicht ist?
Lösung:
Fassungsvermögen = 2,4 m³ = 2 400 l
Meldegrenze = 2 400 l · 90 % = 2 160 l
noch möglich = 2 160 l − 860 l = 1 300 l
Der Behälter ist also nicht erst bei 2 400 l voll, sondern für die Praxis schon bei 2 160 l.
Aufgabe 3: Ein Gliederzug hat 18,5 t Nutzlast. Geladen sind bereits 14 Gitterboxpaletten à 685 kg. Wie viele Europaletten à 720 kg können noch zugeladen werden?
Lösung:
bereits geladen = 14 · 685 kg = 9 590 kg
Nutzlast = 18,5 t = 18 500 kg
Restzuladung = 18 500 kg − 9 590 kg = 8 910 kg
Anzahl = 8 910 kg : 720 kg = 12,375
Ergebnis: 12 Europaletten, danach bleiben 8 910 kg − 12 · 720 kg = 270 kg übrig.
Hier wird abgerundet, nicht gerundet. 12,375 Paletten gibt es nicht, und eine dreizehnte würde das Fahrzeug überladen. Bei Stückzahlen aus einer Division ist die Frage immer: Passt das nächste ganze Stück noch hinein?
Aufgabe 4: Wandeln Sie um.
a) yds 7.2.9 in Inches · b) 264 Inches in die dreiteilige Schreibweise · c) 12 ft in Meter
Erst Einheiten angleichen, dann rechnen, am Ende runden und die Antwort als Satz schreiben.
Das amerikanische Gewichtssystem
Wer Ware aus den USA bezieht, findet auf Packlisten und Frachtpapieren oft keine Kilogramm, sondern Pounds und Hundredweights. Das System ist nicht dezimal aufgebaut: Jede Stufe hat ihren eigenen Umrechnungsfaktor.
Am einfachsten merkt man sich das System von unten nach oben, dann sieht man, wie jede Einheit aus der darunter entsteht:
Einheit
Kürzel
besteht aus
in Pounds
ungefähr metrisch
Ounce
oz
–
1/16 lb
28,35 g
Pound
lb
16 oz
1 lb
453,59 g
Quarter
qr
25 lb
25 lb
11,34 kg
Hundredweight
cwt
4 qr
100 lb
45,36 kg
Short ton
ton
20 cwt
2 000 lb
907,18 kg
Die Spalte in Pounds ist die wichtigste: Das Pound ist die Drehscheibe des Systems. Fast jede Umrechnung läuft darüber: erst alles in Pounds, dann weiter.
Der Name Quarter („Viertel“) erklärt sich aus der Zeile darunter: Ein Quarter ist ein Viertel Hundredweight. Und Hundredweight heißt so, weil es 100 Pounds sind, jedenfalls in den USA. Für Großbritannien stimmt das nicht mehr, dazu weiter hinten mehr.
Die Mehrzahl wird mit angehängtem s geschrieben: cwts, qrs, lbs. Eine Angabe wie cwts 14.3.12 bedeutet 14 Hundredweights, 3 Quarters und 12 Pounds. Ein Strich statt einer Zahl heißt null, also cwts 9.-.4 = 9 cwt, 0 qr, 4 lb.
In Pounds umrechnen
Beispiel: Eine Kiste Ersatzteile aus Ohio wiegt laut Packliste cwts 14.3.12. Wie viele Pounds sind das?
14 cwt · 100 lb = 1 400 lb
3 qr · 25 lb = 75 lb
12 lb = 12 lb
Summe = 1 400 lb + 75 lb + 12 lb = 1 487 lb
Von Pounds zurück
Beispiel: Eine Sendung wiegt 3 162 lb. Wie lautet die Angabe in cwts, qrs und lbs?
3 162 lb : 100 = 31 cwt, Rest 62 lb
62 lb : 25 = 2 qr, Rest 12 lb
Ergebnis = cwts 31.2.12
1 cwt = 4 qr = 100 lb, 1 qr = 25 lb. Hin wird multipliziert, zurück mit Rest geteilt: erst durch 100, dann durch 25.
Hundredweight in Kilogramm und zurück
Für Frachtberechnung, Zuladung und Zollanmeldung braucht man Kilogramm. Der Weg führt über die Dezimalzahl der Hundredweights:
Einheit
als Dezimalzahl von cwt
metrisch
1 cwt
1
45,359 kg
1 qr
0,25
11,340 kg
1 lb
0,01
0,454 kg
Beispiel: Die Kiste mit cwts 14.3.12 soll in Kilogramm angegeben werden.
Schritt 1: Dezimalzahl bilden
14 cwt · 1 = 14,00
3 qr · 0,25 = 0,75
12 lb · 0,01 = 0,12
Summe = 14,87 cwt
Schritt 2: in Kilogramm umrechnen
14,87 cwt · 45,359 kg = 674,49 kg
Rückweg: Ein Kunde in Texas braucht 900 kg Granulat. Wie lautet die Bestellung in cwts, qrs und lbs?
900 kg : 45,359 kg = 19,8417 cwt → 19 cwt
0,8417 cwt · 4 = 3,3668 qr → 3 qr
0,3668 qr · 25 = 9,17 lb → gerundet 9 lb
Ergebnis = cwts 19.3.9
Vorsicht: das britische System
Das ältere britische System verwendet gleiche Namen mit anderen Werten. Dort gilt 1 cwt = 112 lb ≈ 50,80 kg und 1 qr = 28 lb, die britische Tonne (long ton) hat 2 240 lb ≈ 1 016 kg. Die amerikanische short ton hat dagegen nur 2 000 lb ≈ 907 kg. Bei Papieren aus Großbritannien deshalb immer nachfragen, welches System gemeint ist.
Erst in eine Dezimalzahl der cwt umwandeln, dann mit 45,359 kg rechnen. US-cwt = 100 lb, britisches cwt = 112 lb.
Einstieg: zwei Angebote, zwei Währungen
Ein Fachgroßhandel für Befestigungstechnik braucht einen neuen Etikettendrucker für den Versand. Die Lagerleitung legt dem Azubi zwei Angebote auf den Tisch:
Angebot A aus der Schweiz: 5 800,00 CHF, 10 % Rabatt, Bezugskosten 240,00 CHF
Angebot B aus den USA: 6 900,00 USD, 5 % Rabatt, Bezugskosten 380,00 USD
Dazu die Notiz: „Welches ist günstiger? Bitte mit Begründung.“
Aufgabe: Warum lassen sich die beiden Angebote nicht direkt vergleichen, und was braucht der Azubi dafür?
Lösung:
Die Beträge stehen in verschiedenen Währungen. 5 800 und 6 900 sind nur Zahlen. Was sie in Euro bedeuten, hängt vom jeweiligen Kurs ab.
Der Azubi braucht deshalb die aktuellen Kurse von Schweizer Franken und US-Dollar und muss wissen, welcher Kurs gilt, wenn der Betrieb die fremde Währung kauft.
Erst wenn beide Angebote mit Rabatt und Bezugskosten in Euro umgerechnet sind, ist ein Vergleich möglich.
Die Lösung steht im Beitrag „Angebote in Fremdwährung vergleichen“.
Angebote in fremder Währung werden erst vergleichbar, wenn sie vollständig in Euro umgerechnet sind.
Euroraum, Kurs und Mengennotierung
Innerhalb des Euroraums muss niemand umrechnen. Ein großer Teil des deutschen Außenhandels läuft aber mit Ländern, die eine eigene Währung haben: Schweiz, Großbritannien, USA, China, die skandinavischen Länder, Polen, Tschechien und viele mehr. Deshalb bleibt die Währungsrechnung Pflichtstoff.
Wer den Euro hat
Seit dem 1. Januar 2026 zahlen 21 der 27 EU-Staaten mit dem Euro. Jüngstes Mitglied ist Bulgarien. Nicht dabei sind unter anderem Dänemark, Schweden, Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien.
Dazu kommen Kleinstaaten, die den Euro per Vertrag nutzen und eigene Euromünzen prägen: Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikan.
Der Kurs
Der Kurs gibt an, wie viele Einheiten der fremden Währung man für 1,00 € erhält. Diese Angabe heißt Mengennotierung: Sie nennt die Menge Auslandswährung je Euro.
Auf Rechnungen und in Zollpapieren stehen fast nur noch diese Codes, ältere Schreibweisen wie sfr oder skr verschwinden.
Der Kurs nennt, wie viel Auslandswährung es für 1,00 € gibt. 21 EU-Staaten haben den Euro, seit 2026 auch Bulgarien.
Ankaufskurs und Verkaufskurs
Banken nennen für jede Währung zwei Kurse, und beide Namen stiften zuverlässig Verwirrung, weil sie nicht aus der Sicht des Kunden gedacht sind, sondern aus der Sicht der Bank. Wer als Kunde Franken kauft, bekommt trotzdem den Verkaufskurs.
Der Trick besteht darin, sich beim Lesen jeder Aufgabe kurz auf die andere Seite des Schalters zu stellen und zu fragen, was dort gerade passiert. Drei typische Fälle:
Was der Kunde tut
Was die Bank dabei tut
Kurs
Er zahlt Euro ein und nimmt Franken mit.
Sie gibt fremde Währung heraus, sie verkauft sie.
Verkaufskurs
Er bringt übrige Dollar von der Reise zurück.
Sie nimmt fremde Währung herein, sie kauft sie an.
Ankaufskurs
Er überweist an einen Lieferanten in Norwegen.
Sie beschafft Kronen und gibt sie weiter, sie verkauft sie.
Verkaufskurs
In der mittleren Spalte steht immer dasselbe Wortpaar: herein = Ankauf, heraus = Verkauf. Damit lässt sich jede Aufgabe entscheiden, auch wenn sie ungewohnt formuliert ist.
Beispielkurse einer deutschen Bank (fremde Währung für 1,00 €)
Währung
Ankauf
Verkauf
USD
1,2240
1,1160
GBP
0,9020
0,8360
CHF
0,9840
0,9120
DKK
7,7900
7,1300
NOK
12,4200
11,2800
SEK
11,6800
10,5600
Die Werte sind Übungszahlen, keine Tageskurse. Der Abstand zwischen beiden Kursen ist der Verdienst der Bank: Beim Verkauf bekommt der Kunde weniger fremde Währung je Euro, beim Ankauf muss er mehr fremde Währung für einen Euro abgeben.
Sorten und Devisen
Sorten sind Bargeld in fremder Währung, also Scheine und Münzen, etwa für Spesen auf einer Dienstreise.
Devisen sind Guthaben und Zahlungen in fremder Währung, zum Beispiel eine Überweisung an einen Lieferanten in den USA.
Für Devisen gelten engere Kurse, die Geldkurs und Briefkurs heißen. Der Geldkurs entspricht dem Ankauf, der Briefkurs dem Verkauf durch die Bank.
Immer aus Sicht der Bank fragen: Kauft sie die fremde Währung, gilt der Ankaufskurs, verkauft sie sie, der Verkaufskurs.
Umrechnen im Währungsinland
Getauscht wird bei einer Bank im Euroraum, der Kurs steht also als fremde Währung je 1,00 €.
Euro in fremde Währung
Beispiel: Ein Servicetechniker fährt zu einem Montageeinsatz nach Basel und tauscht bei seiner Bank 850,00 € in Schweizer Franken.
1. Überlegung: Die Bank verkauft ihm Franken → Verkaufskurs 0,9120
2. Kursgleichung: 1,00 € = 0,9120 CHF
3. Dreisatz: 850,00 € = x CHF
x = 0,9120 · 850 = 775,20 CHF
Fremde Währung zurück in Euro
Beispiel: Nach der Rückkehr bringt er 120,00 CHF zur Bank.
1. Überlegung: Die Bank kauft die Franken an → Ankaufskurs 0,9840
2. Kursgleichung: 0,9840 CHF = 1,00 €
3. Dreisatz: 120,00 CHF = x €
x = 120 : 0,9840 = 121,95 €
Die Rechenrichtung ist leicht zu merken: Von Euro in fremde Währung wird mit dem Kurs multipliziert, von fremder Währung in Euro durch den Kurs geteilt.
Im Inland gilt: Euro · Kurs = fremde Währung, fremde Währung : Kurs = Euro. Vorher klären, ob die Bank kauft oder verkauft.
Umrechnen im Währungsausland
Wird im Ausland getauscht, ist für die dortige Bank der Euro die fremde Währung. Die Kurse beziehen sich aber auch dort auf 1,00 €. Gerechnet wird also genauso. Nur die Überlegung zum Kurs dreht sich um.
Beispiel: Ein Lkw-Fahrer auf Tour nach Bergen tauscht bei einer norwegischen Bank 300,00 € in Kronen. Die Bank nennt: Ankauf 11,1500 NOK, Verkauf 11,6500 NOK.
1. Überlegung: Wo wird getauscht? In Norwegen.
2. Überlegung: Die norwegische Bank kauft Euro an → Ankaufskurs 11,1500
3. Kursgleichung: 1,00 € = 11,1500 NOK
x = 11,15 · 300 = 3 345,00 NOK
Inland oder Ausland?
Ob sich das Tauschen vor Ort lohnt, zeigt nur der Vergleich der Kurse, die tatsächlich angewendet werden. Dazu kommen Gebühren, Öffnungszeiten und die Frage, ob man überhaupt Bargeld braucht (an vielen Orten reicht die Karte).
Vergleich: 400,00 € sollen in US-Dollar getauscht werden. Die deutsche Bank verkauft zu 1,1160, eine Bank in Chicago kauft Euro zu 1,1300 an.
in Deutschland = 400 · 1,1160 = 446,40 USD
in den USA = 400 · 1,1300 = 452,00 USD
Vorteil in den USA = 452,00 USD − 446,40 USD = 5,60 USD
Im Ausland ist der Euro die fremde Währung. Die Bank dort kauft ihn an oder verkauft ihn. Der Kurs bezieht sich trotzdem auf 1,00 €.
Kurs oder Eurobetrag ermitteln
Manchmal ist nicht der Betrag gesucht, sondern der Kurs, mit dem abgerechnet wurde, etwa um eine Abrechnung zu prüfen. Dann wird die Kursgleichung umgestellt.
Kurs gesucht
Beispiel: Eine Disponentin tauscht vor einer Messe in Göteborg 250,00 € und erhält 2 750,00 SEK.
250,00 € = 2 750,00 SEK
1,00 € = 2 750 : 250 = 11,00 SEK
Die Bank hat mit dem Kurs 11,0000 gerechnet.
Eurobetrag gesucht
Beispiel: Ein Einkäufer bekam bei seiner Bank für einen Termin in Boston 669,60 USD ausgezahlt. Die Bank rechnete mit dem Verkaufskurs 1,1160. Wie viel Euro hat er eingetauscht?
1,1160 USD = 1,00 €
669,60 USD = x €
x = 669,60 : 1,1160 = 600,00 €
Beispiel: Für eine Reise nach Zürich werden genau 2 000,00 CHF gebraucht. Verkaufskurs 0,9120. Wie viel Euro muss man einzahlen?
x = 2 000 : 0,9120 = 2 192,98 €
Zur Kontrolle hilft eine Überschlagsrechnung: Liegt der Kurs unter 1, bekommt man für einen Euro weniger als eine Einheit. Der Eurobetrag muss dann größer sein als der Betrag in fremder Währung.
Kurs = fremde Währung : Euro. Euro = fremde Währung : Kurs. Ein Überschlag zeigt sofort, ob das Ergebnis stimmen kann.
Angebote in Fremdwährung vergleichen
Zurück zu den beiden Etikettendruckern aus dem Einstieg. Da der Betrieb per Überweisung bezahlt, rechnet die Bank mit ihren Devisenkursen. Sie verkauft dem Betrieb die fremde Währung, also gilt jeweils der Briefkurs: CHF 0,9380, USD 1,1620.
Angebot A (Schweiz)
Listenpreis = 5 800,00 CHF
− 10 % Rabatt = 580,00 CHF
= 5 220,00 CHF
+ Bezugskosten = 240,00 CHF
= Bezugspreis 5 460,00 CHF
in Euro = 5 460,00 : 0,9380 = 5 820,90 €
Angebot B (USA)
Listenpreis = 6 900,00 USD
− 5 % Rabatt = 345,00 USD
= 6 555,00 USD
+ Bezugskosten = 380,00 USD
= Bezugspreis 6 935,00 USD
in Euro = 6 935,00 : 1,1620 = 5 968,16 €
Ergebnis: 5 968,16 € − 5 820,90 € = 147,26 €
Angebot A ist um 147,26 € günstiger.
Was außer dem Preis zählt
Kursrisiko: Wird erst in 60 Tagen gezahlt, kann sich der Kurs bis dahin verschieben. Ein Unterschied von gut zwei Prozent ist schnell aufgezehrt.
Einfuhr: Beide Länder liegen außerhalb der EU. Zollanmeldung und Einfuhrumsatzsteuer fallen in beiden Fällen an, die Zollsätze können sich aber unterscheiden.
Lieferzeit, Garantie, Service und Ersatzteilversorgung in Deutschland
Erst den Bezugspreis in der fremden Währung bilden, dann in Euro umrechnen und danach Kursrisiko, Einfuhr und Service prüfen.
Übung: amerikanische Gewichte und Währungen
Für die Währungsaufgaben gelten die Beispielkurse aus dem Beitrag „Ankaufskurs und Verkaufskurs“.
Aufgabe 1: Eine Palette Dichtungsmasse aus Georgia wiegt cwts 8.1.20. Rechnen Sie in Pounds und in Kilogramm um.
Lösung:
8 · 100 lb + 1 · 25 lb + 20 lb = 845 lb
Dezimalzahl = 8 + 0,25 + 0,20 = 8,45 cwt
8,45 cwt · 45,359 kg = 383,28 kg
Aufgabe 2: Geben Sie 2 480 lb in cwts, qrs und lbs an.
Lösung:
2 480 : 100 = 24 cwt, Rest 80 lb
80 : 25 = 3 qr, Rest 5 lb
Ergebnis = cwts 24.3.5
Aufgabe 3: Eine Fachkraft tauscht vor einem Lieferantenbesuch in Leeds 1 200,00 € in britische Pfund. Wie viel GBP erhält sie?
Lösung: Die Bank verkauft Pfund → Verkaufskurs 0,8360
1 200 · 0,8360 = 1 003,20 GBP
Aufgabe 4: Nach einer Tour nach Aarhus bringt ein Fahrer 450,00 DKK zu seiner Bank. Wie viel Euro erhält er?
Lösung: Die Bank kauft Kronen an → Ankaufskurs 7,7900
450 : 7,7900 = 57,77 €
Aufgabe 5: Für 500,00 € wurden 5 640,00 SEK ausgezahlt. Mit welchem Kurs wurde gerechnet?
Lösung: 5 640 : 500 = 11,28 SEK je 1,00 €
Aufgabe 6: Welcher Kurs gilt? Begründen Sie kurz.
a) Ein Monteur tauscht in Deutschland Euro in Schweizer Franken.
b) Eine Einkäuferin tauscht in Oslo Euro in Kronen.
c) Ein Kunde gibt in Deutschland übrig gebliebene US-Dollar zurück.
Lösung: a) Verkaufskurs, die deutsche Bank verkauft Franken. b) Ankaufskurs, die norwegische Bank kauft Euro an. c) Ankaufskurs, die deutsche Bank kauft Dollar an.
Bei Gewichten die Faktoren 100 und 25 im Kopf haben, bei Währungen die Frage: Was macht die Bank mit der fremden Währung?
Einstieg: Was Geld kostet und was es bringt
Ein Betrieb hat 240 000 € Warenbestand im Lager liegen. Der Geschäftsführer sagt im Meeting: „Dieser Bestand kostet uns 13 200 € im Jahr, ohne dass wir dafür etwas bekommen.“ Der Azubi rechnet nach und findet keine Rechnung über diesen Betrag.
Aufgabe: Woher stammen die 13 200 €?
Lösung:
Das Geld im Bestand ist gebunden. Es steckt in der Ware und steht für nichts anderes zur Verfügung. Entweder zahlt der Betrieb dafür Zinsen an die Bank, oder er verzichtet auf Zinsen, die er bei einer Anlage bekommen hätte.
Bei einem Zinssatz von 5,5 %:
Zinsen = 240 000 € · 5,5 : 100 = 13 200 € im Jahr
Diese Kosten stehen auf keiner Rechnung, sind aber echt. Deshalb ist die Zinsrechnung für jede Bestandsentscheidung wichtig.
Gebundenes Kapital kostet Zinsen, auch dann, wenn nie eine Rechnung dafür kommt.
Zinsrechnung ist Prozentrechnung mit Zeit
Beträgt der Betrachtungszeitraum genau ein Jahr, ist die Zinsrechnung nichts anderes als eine Prozentrechnung. Weicht der Zeitraum ab, kommt die Zeit als zusätzliche Größe hinzu.
Prozentrechnung
Zinsrechnung
Kurzzeichen
Grundwert
Kapital (= 100 %)
K
Prozentwert
Zinsen
z
Prozentsatz
Zinssatz
p
–
Zeit: Jahre, Monate oder Tage
j, m, t
Die Ausgangsformel
Zinsen = Kapital · Zinssatz : 100 · Zeit
Je nach Zeitraum wird die Zeit eingesetzt als
Jahre : 1 · Monate : 12 · Tage : 360
Daraus entstehen die drei Zinsformeln für Jahres-, Monats- und Tageszinsen. Sie sind keine drei verschiedenen Formeln, sondern dieselbe Formel mit unterschiedlichem Zeitfaktor.
Zwei Dinge, die jede Aufgabe voraussetzt
Erstens: Vier Größen, drei davon bekannt. Kapital, Zinsen, Zinssatz und Zeit hängen in einer einzigen Gleichung zusammen. Wer drei davon kennt, kann die vierte ausrechnen, gleich welche. Deshalb lohnt es sich, vor dem Rechnen die gegebenen Größen aufzuschreiben: Sind es nur zwei, fehlt eine Angabe oder sie steckt versteckt im Text.
Zweitens: einfache Verzinsung. In diesen Aufgaben werden die Zinsen am Jahresende nicht zum Kapital geschlagen. Das Kapital bleibt über die ganze Laufzeit gleich, jedes Jahr bringt denselben Betrag. Bei einer echten Anlage wäre das anders: Dort verzinsen sich auch die Zinsen mit, und nach vielen Jahren liegt das Ergebnis spürbar höher. Für das kaufmännische Rechnen genügt die einfache Verzinsung.
Welche Formel greift? Ein Durchgang mit einer einzigen Zahl
Am schnellsten sitzt die Formelwahl, wenn man dasselbe Kapital durch alle drei Zeiträume schickt. 18 000,00 € zu 4 %:
Zeitraum
Formel
Rechnung
Zinsen
3 Jahre
Jahresformel, Nenner 100
18 000 · 3 · 4 : 100
2 160,00 €
5 Monate
Monatsformel, Nenner 1 200
18 000 · 5 · 4 : 1 200
300,00 €
90 Tage
Tagesformel, Nenner 36 000
18 000 · 90 · 4 : 36 000
180,00 €
Die Probe steckt in den Zahlen selbst: Ein volles Jahr brächte 720,00 €. Fünf Monate sind fünf Zwölftel davon, also 300,00 €. Neunzig Tage sind ein Viertel, also 180,00 €. Wer sich bei der Formel unsicher ist, rechnet erst die Jahreszinsen aus und nimmt davon den Anteil. Das Ergebnis muss identisch sein.
Kapital, Zinsen, Zinssatz und Zeit: Drei davon müssen bekannt sein, dann lässt sich die vierte berechnen.
Musteraufgabe: Ein Betrag von 12 500,00 € wird für 6 Jahre fest angelegt. Der Zinssatz beträgt 3,2 %. Wie hoch sind die Zinsen, und über welchen Betrag verfügt der Anleger am Ende?
Lösung
Gegeben: K = 12 500,00 € · j = 6 Jahre · p = 3,2 %. Gesucht: z
Dieselbe Rechnung hat zwei mögliche Endpunkte, und Aufgaben nutzen das aus:
Wenn die Frage lautet …
… dann ist die Antwort
hier
Wie hoch sind die Zinsen?
nur z
2 400,00 €
Über welchen Betrag verfügt er am Ende? Was ist zurückzuzahlen? Wie hoch ist das Guthaben?
K + z
14 900,00 €
Die zweite Zeile wird regelmäßig übersehen. Das Ergebnis ist dann nicht falsch gerechnet, sondern nur nicht zu Ende. Ein Blick auf das Fragewort vor dem Abgeben kostet zehn Sekunden.
Vorgehen
Bei jeder Zinsaufgabe führt derselbe Weg zum Ziel: gegebene Größen notieren, gesuchte Größe benennen, Formel nach dem Zeitraum wählen, einsetzen und rechnen, Antwortsatz schreiben. Die ersten beiden Schritte scheinen überflüssig, solange die Aufgabe leicht ist. Bei langen Aufgabentexten sind sie der Grund, warum man nichts übersieht.
z = K · j · p : 100. Zinsen und Endbetrag sind nicht dasselbe.
Monatszinsen berechnen
Läuft die Anlage oder der Kredit nicht volle Jahre, wird die Zeit in Monaten eingesetzt. Der Nenner wächst dabei von 100 auf 100 · 12 = 1 200.
Musteraufgabe: Ein Betrieb legt 8 400,00 € für 9 Monate zu 4,5 % an. Wie hoch sind die Zinsen?
Lösung
Gegeben: K = 8 400,00 € · m = 9 Monate · p = 4,5 %. Gesucht: z
z = 8 400 · 9 · 4,5 : 1 200
z = 340 200 : 1 200
z = 283,50 €
Probe über die Jahreszinsen
Jahreszinsen wären 8 400 · 4,5 : 100 = 378,00 €. Für 9 von 12 Monaten sind das 378,00 · 9 : 12 = 283,50 €, dasselbe Ergebnis.
Diese Probe ist mehr als eine Kontrolle: Sie zeigt sofort, ob das Ergebnis überhaupt in der richtigen Größenordnung liegt. Die Monatszinsen müssen kleiner sein als die Jahreszinsen. Wer auf einen größeren Wert kommt, hat den Nenner 1 200 vergessen.
Angebrochene Monate werden bei dieser Rechenweise als volle Monate behandelt. Ist es genauer nötig, wird mit Tagen gerechnet.
z = K · m · p : 1 200. Zur Probe die Jahreszinsen ausrechnen und anteilig nehmen.
Im kaufmännischen Rechnen wird nach der deutschen Zinsmethode gerechnet: Jeder Monat hat 30 Tage, das Jahr hat 360 Tage. Das vereinfacht die Rechnung erheblich. Banken und Kreditverträge verwenden teils andere Methoden mit 365 Tagen. In Prüfungsaufgaben gilt 360, sofern nichts anderes angegeben ist.
Tage zählen
Zwei Punkte reichen fürs Erste, alles Weitere steht im Beitrag zu den Zinstagen:
Gezählt wird ab dem Tag nach dem Startdatum bis zum Endtag einschließlich. Vom 10. bis zum 20. sind es also 10 Tage.
Jeder angefangene Monat wird mit 30 Tagen gerechnet. Ein 31. existiert in dieser Rechnung nicht.
Musteraufgabe: Ein Betrieb überzieht sein Konto 45 Tage lang um 6 300,00 €. Der Zinssatz beträgt 8 %. Wie hoch sind die Zinsen?
Lösung
z = 6 300 · 45 · 8 : 36 000
z = 2 268 000 : 36 000
z = 63,00 €
z = K · t · p : 36 000. Im kaufmännischen Rechnen hat der Monat 30 und das Jahr 360 Tage.
Wenn nicht die Zinsen gesucht sind
Gesucht sein kann jede der vier Größen. Die Formel wird dann nach der gesuchten Größe umgestellt.
gesucht
Formel (Jahresbasis)
Zinsen
z = K · j · p : 100
Kapital
K = z · 100 : (j · p)
Zinssatz
p = z · 100 : (K · j)
Zeit in Tagen
t = z · 36 000 : (K · p)
Beispiel 1 (Kapital gesucht): Ein Anleger erhält in einem Jahr 450,00 € Zinsen bei einem Zinssatz von 3 %. Wie hoch war das Kapital?
K = 450 · 100 : 3 = 15 000,00 €
Beispiel 2 (Zinssatz gesucht): Für 20 000,00 € werden in einem Jahr 900,00 € Zinsen gezahlt.
p = 900 · 100 : 20 000 = 4,5 %
Beispiel 3 (Zeit gesucht): Für 9 000,00 € fallen bei 6 % Zinsen 120,00 € an. Über wie viele Tage lief der Kredit?
t = 120 · 36 000 : (9 000 · 6)
t = 4 320 000 : 54 000 = 80 Tage
Kontrolle: Das Ergebnis muss plausibel sein. Ein Zinssatz von 450 % oder eine Laufzeit von 4 000 Tagen deutet auf einen Zahlendreher oder eine falsche Formel hin.
Die Formel wird nach der gesuchten Größe umgestellt und das Ergebnis zum Schluss auf Plausibilität geprüft.
Wo Zinsen im Lager auftauchen
Fall
Bedeutung
Kapitalbindung im Bestand
Der Warenbestand bindet Geld. Die entgangenen oder gezahlten Zinsen sind Teil der Lagerkosten.
Skonto
Der Verzicht auf Skonto ist ein sehr teurer Kredit.
Verzugszinsen
Zahlt ein Kunde nicht, kann der Betrieb Zinsen verlangen.
Investitionskredit
Regalanlage oder Stapler werden über Zinsen mitbezahlt.
Beispiel 1 (Kapitalbindung): Der durchschnittliche Lagerbestand beträgt 240 000,00 €, der Zinssatz 5,5 %.
Zinskosten = 240 000 · 5,5 : 100 = 13 200,00 € im Jahr
Eine Bestandssenkung um 10 % spart davon 1 320,00 €, jedes Jahr.
Beispiel 2 (Skonto): Zahlungsbedingung „10 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto“. Wer das Skonto zieht, verzichtet auf 20 Tage Zahlungsziel.
Jahreszins = 2 · 360 : 20 = 36 %
Jeder Bankkredit ist günstiger. Deshalb wird Skonto gezogen, solange Geld da ist.
Beispiel 3 (Verzugszinsen): Ein Kunde schuldet seit 3 Jahren 2 400,00 €, der vereinbarte Verzugszinssatz beträgt 8 %.
z = 2 400 · 3 · 8 : 100 = 576,00 €
Die Forderung ist damit auf 2 976,00 € angewachsen, ohne dass ein einziges zusätzliches Geschäft dahintersteht.
Bestände, Skonto, Verzug und Kredite: Überall steckt die gleiche Zinsformel dahinter.
Übung: Zinsrechnung
In den Aufgaben 1 bis 5 ist jedes Mal eine andere Größe gesucht. Schreiben Sie sich vor dem Rechnen auf, was gegeben ist. Dann ergibt sich die Formel von selbst.
Aufgabe 1 (Zinsen und Endbetrag): Ein Kapital von 14 400,00 € wird für 5 Jahre zu 2,75 % fest angelegt. Wie hoch sind die Zinsen, und über welchen Betrag verfügt der Anleger am Ende?
Aufgabe 4 (Zinssatz gesucht): Für einen Kontokorrentkredit über 18 500,00 € zahlt ein Betrieb in 72 Tagen 555,00 € Zinsen. Wie hoch ist der Zinssatz?
Lösung:
p = z · 36 000 : (K · t)
p = 555 · 36 000 : (18 500 · 72)
p = 19 980 000 : 1 332 000 = 15 %
Ein Kontokorrentkredit in dieser Größenordnung ist realistisch und ein guter Grund, Skonto zu ziehen, statt das Konto zu überziehen.
Aufgabe 5 (Investitionskredit): Für eine automatische Palettenfördertechnik wird ein Kredit über 275 000,00 € zu 6,4 % aufgenommen. Welcher Betrag ist nach 4 Jahren einschließlich Zinsen zurückzuzahlen?
Ohne Nachrechnen erkennbar: Die Zinsen für ein ganzes Jahr wären 9 000 · 3 : 100 = 270,00 €. Acht Monate können unmöglich mehr bringen als zwölf. Ein Ergebnis von 2 160,00 € entspräche einem Zinssatz von 24 %, bei einer Anlage undenkbar.
Gegebene Größen notieren, Formel wählen, einsetzen, prüfen: In dieser Reihenfolge geht nichts schief.
Zinstage ermitteln
Bevor die Tagesformel greift, muss eine Zahl feststehen: wie viele Tage überhaupt verzinst werden. Und genau da wird nicht der Kalender befragt, sondern gerechnet, als hätte jeder Monat 30 Tage.
Warum man den Kalender ignoriert
Ein echter Kalender ist für die Zinsrechnung unbrauchbar: Zwei Kredite über denselben Zeitraum von drei Monaten würden je nach Startdatum unterschiedlich viel kosten: Februar bis April wären 89 Tage, Juli bis September 92. Für gleiche Laufzeit unterschiedliche Zinsen, nur weil das Jahr ungleichmäßig gebaut ist.
Die deutsche Zinsmethode macht daraus ein regelmäßiges Jahr: 12 Monate zu 30 Tagen, zusammen 360. Damit kostet jeder Monat gleich viel, und das Rechnen geht im Kopf.
Regel
was sie praktisch bedeutet
Das Jahr hat 360 Tage.
Der Nenner der Tagesformel ist immer 100 · 360 = 36 000.
Jeder Monat hat 30 Tage.
Ein 31. wird wie der 30. behandelt. Er existiert in dieser Rechnung nicht. Beginnt eine Verzinsung am 31., ist der Rest des Monats null Tage.
Der Starttag zählt nicht mit, der letzte Tag schon.
Vom 10. bis 20. eines Monats sind es 10 Tage, nicht 11. Wer beide Tage mitzählt, liegt immer um einen daneben.
Die eine Ausnahme: das Februar-Ende
Läuft die Verzinsung bis zum letzten Februartag, wird der Februar mit seinen echten 28 (im Schaltjahr 29) Tagen gerechnet. Der Grund ist einfach: Sonst würde man Tage verzinsen, die es im Kalender gar nicht gibt.
Beispiel: 15.01. bis 28.02.
Rest Januar (15.01. bis 30.01.) = 15 Tage
Februar bis zum 28. = 28 Tage
Zinstage = 15 + 28 = 43 Tage
Mit einem 30-Tage-Februar käme man auf 45, also auf zwei Tage, die der Kalender nicht hergibt.
Zwei Rechenwege: Beide führen zum selben Ergebnis
Welcher schneller ist, hängt von den Daten ab. Beide lohnen sich zu kennen, denn der eine dient als Probe für den anderen.
Weg A: von Monatsgrenze zu Monatsgrenze. Man zerlegt den Zeitraum in Rest, volle Monate und Anfang. Stark, wenn viele volle Monate dazwischenliegen.
Beispiel 14.03. bis 09.06.
Rest März (14.03. bis 30.03.) = 16 Tage
volle Monate April und Mai = 2 · 30 = 60 Tage
Tage im Juni = 9 Tage
Zinstage = 16 + 60 + 9 = 85 Tage
Weg B: Monatsabstand mit Korrektur. Man zählt erst ganze Monate zum selben Kalendertag und korrigiert dann die Differenz. Stark, wenn Anfangs- und Endtag nah beieinander liegen.
Dasselbe Beispiel 14.03. bis 09.06.
14.03. bis 14.06. = 3 Monate · 30 = 90 Tage
vom 14.06. zurück auf den 09.06. = − 5 Tage
Zinstage = 90 − 5 = 85 Tage
Zwei Fälle, die gern schiefgehen
Start am 31.: 31.07. bis 16.10.
Rest Juli: Der 31. gilt als 30., es bleiben 0 Tage
volle Monate August und September = 60 Tage
Tage im Oktober = 16 Tage
Zinstage = 0 + 60 + 16 = 76 Tage
Über den Jahreswechsel: 25.11. bis 12.02.
Rest November = 5 Tage
Dezember und Januar = 60 Tage
Februar = 12 Tage
Zinstage = 5 + 60 + 12 = 77 Tage
Der Jahreswechsel selbst ändert nichts: Durchgezählt wird über den 31.12. hinweg. Und weil die Verzinsung hier nicht am Monatsende Februar endet, gilt die Ausnahme von oben auch nicht.
Banken rechnen bei Konten und Krediten heute oft taggenau mit den echten Kalendertagen. Für Prüfungsaufgaben und schnelle Überschläge ist die 30/360-Methode aber der Standard.
Jahr = 360 Tage, Monat = 30 Tage, der erste Tag zählt nicht. Auffüllen oder mit ganzen Monaten rechnen: Beide Wege führen zum selben Ergebnis.
Verzugszinsen nach dem BGB
Zahlt ein Kunde nicht rechtzeitig, darf der Gläubiger Verzugszinsen verlangen. Deren Höhe ist in § 288 BGB geregelt und hängt am Basiszinssatz, den die Bundesbank jeweils zum 1. Januar und 1. Juli neu festlegt.
Schuldner
Verzugszinssatz
seit 1. Juli 2026
Unternehmen (kein Verbraucher beteiligt)
Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte
1,52 % + 9 = 10,52 %
Verbraucher
Basiszinssatz + 5 Prozentpunkte
1,52 % + 5 = 6,52 %
Zwischen Unternehmen kommt eine Pauschale von 40 € je Forderung hinzu (§ 288 Abs. 5 BGB). Ohne Mahnung tritt der Verzug spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung ein, bei Verbrauchern nur, wenn die Rechnung darauf hinweist.
Lehrbuchaufgaben arbeiten oft mit einem festen Satz wie „8,5 % Verzugszinsen“. Das ist als vertraglich vereinbarter Satz denkbar. Der gesetzliche Satz ändert sich aber halbjährlich und muss im Einzelfall nachgeschlagen werden.
Rechenbeispiel: Ein Handelsbetrieb zahlt eine Rechnung über 4 800,00 € mit 45 Tagen Verzug. Verzugszinssatz 10,52 %.
Vor Gericht wird meist taggenau mit 365 Tagen gerechnet, dann ergeben sich hier 62,26 €. Für die Übung genügt die kaufmännische Formel.
Verzugszinsen = Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte unter Unternehmen, + 5 bei Verbrauchern. Unter Unternehmen kommen 40 € Pauschale dazu.
Skonto ziehen, auch mit Kredit?
Viele Rechnungen enthalten eine Zahlungsbedingung wie „10 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto“. Wer früh zahlt, spart. Fehlt das Geld, stellt sich die Frage: Lohnt es sich, dafür das Konto zu überziehen?
Beispiel: Eine Rechnung über 8 400,00 € für eine Palettenregalanlage, Bedingung: 10 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto. Der Kontokorrentkredit kostet 13,5 %.
Skonto = 8 400,00 € · 2 % = 168,00 €
Überweisung am 10. Tag = 8 400,00 € − 168,00 € = 8 232,00 €
Finanziert werden muss nur der Zeitraum vom 10. bis 30. Tag = 20 Tage
Rechnet man die 2 % für 20 Tage auf ein Jahr hoch, entspricht der Skonto einem Jahreszins von rund 36,7 %:
2 : 98 · 100 · 360 : 20 = 36,7 %
So teuer ist kaum ein Kredit. Der häufigste Fehler in Aufgaben: die Zinsen für den gesamten Rechnungsbetrag und die gesamten 30 Tage zu berechnen. Finanziert wird nur der Überweisungsbetrag, und nur für die Tage zwischen Skontofrist und Zahlungsziel.
Skonto gegen Kreditzinsen rechnen: Zinsen nur auf den Überweisungsbetrag und nur für die Tage zwischen Skontofrist und Zahlungsziel.
Übung: Zinstage, Verzugszinsen und Skonto
Aufgabe 1: Ermitteln Sie die Zinstage nach der deutschen Zinsmethode: a) 06.04. bis 23.09. · b) 18.10. bis 05.01. · c) 31.05. bis 15.08. · d) 08.12. bis 28.02.
Lösung:
a) 24 + 4 · 30 + 23 = 167 Tage
b) 12 + 2 · 30 + 5 = 77 Tage (der Jahreswechsel ändert nichts)
c) Der 31.05. zählt wie der 30.05., der Rest Mai ist also null: 0 + 2 · 30 + 15 = 75 Tage
d) Hier endet die Verzinsung am letzten Februartag, der Februar zählt deshalb mit 28 Tagen: 22 + 30 + 28 = 80 Tage
Aufgabe 2: Ein Darlehen über 12 600,00 € läuft vom 06.04. bis 23.09. zu 5,5 %. Wie hoch sind die Zinsen?
Lösung:
z = 12 600 · 167 · 5,5 : (100 · 360)
z = 321,48 €
Aufgabe 3: Ein Geschäftskunde begleicht eine Rechnung über 2 350,00 € mit 60 Tagen Verzug. Berechnen Sie Verzugszinsen (10,52 %) und Gesamtforderung.
Aufgabe 4: Eine Rechnung über 7 200,00 € lautet „14 Tage 2 % Skonto, 45 Tage netto“. Der Kontokorrentkredit kostet 11 %. Lohnt es sich, Skonto mit Kredit zu ziehen?
Lösung:
Skonto = 7 200,00 € · 2 % = 144,00 €
Überweisung am 14. Tag = 7 200,00 € − 144,00 € = 7 056,00 €
Achten Sie auf die beiden Zahlen, die nicht in die Zinsrechnung gehören: weder die 7 200,00 € noch die 45 Tage. Finanziert wird der verminderte Betrag, und nur für die Tage zwischen den beiden Fristen.
Aufgabe 5: Ein Kunde erhält am 05.03. eine Rechnung über 9 400,00 € mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen. Gezahlt wird erst am 18.07. Berechnen Sie die Verzugstage und den Betrag, den Sie einschließlich 9 % Verzugszinsen fordern.
Lösung:
Schritt 1: Wann wird die Rechnung fällig? 30 Tage ab dem 05.03. führen auf den 05.04. Bis dahin ist der Kunde nicht im Verzug, es fallen also auch keine Zinsen an.
Der Kern der Aufgabe steckt in Schritt 1. Hier sind zwei Zeiträume hintereinandergeschaltet: erst das Zahlungsziel, dann der Verzug. Wer vom Rechnungsdatum an rechnet, kommt auf 133 Tage und verlangt Zinsen für einen Monat, in dem der Kunde vollkommen im Recht war.
Erst die Tage, dann die Formel, und beim Skonto nur die Tage finanzieren, die wirklich überbrückt werden.
3. Frachtrechnen: Teil I
Einstieg: Welche Versandart passt?
Ein Azubi hilft eine Woche in der Versandabteilung eines Großhandels für Sanitärbedarf aus. Auf dem Tisch liegen fünf Aufträge, und für jeden ist die Versandart zu bestimmen:
Sendung
Gewicht
Beutel Dichtungsringe
2 kg
Karton Armaturen
45 kg
Palette Rohrverbinder
180 kg
drei Paletten Duschwannen
1 400 kg
Fliesenlieferung für eine Baustelle
22 000 kg
Aufgabe: Welche Versandart kommt jeweils infrage?
Lösung:
2 kg: Paketdienst, unproblematisch.
45 kg: Hier wird es interessant. Für den normalen Paketdienst ist die Sendung mit über 31,5 kg zu schwer, für Stückgut mit 45 kg eigentlich zu leicht. Entweder ein Express- oder Kurierdienst, der bis etwa 70 kg annimmt, oder Stückgut zum Mindestgewicht. Oder (oft die günstigste Lösung) auf zwei Pakete aufteilen.
180 kg: Stückgut über eine Spedition, auf Palette im Sammelverkehr.
1 400 kg: ebenfalls Stückgut; die Obergrenze von rund 3 000 kg ist noch nicht erreicht.
22 000 kg: Komplettladung im Güterkraftverkehr. Das passt auf einen Sattelzug, dessen Nutzlast bei rund 24 bis 25 t liegt.
Die zweite Zeile zeigt, worum es in diesem Kapitel geht: Zwischen den Versandarten liegen Lücken und Überschneidungen, und wer sie kennt, spart Geld. Welche Versandart gewählt wird, entscheidet über den Preis. Deshalb gehört zu jeder Versandentscheidung eine Frachtberechnung.
Das Sendungsgewicht bestimmt die Versandart, und die Versandart bestimmt, wie die Fracht berechnet wird.
Verkehrsträger und Versandarten
Vier Verkehrsträger stehen zur Auswahl. Für das Lager ist aber weniger die Einteilung wichtig als die Frage, wer die Fracht ausrechnet, denn nur einen Teil davon rechnet man selbst:
Verkehrsträger
Versandarten
wer rechnet
wann sinnvoll
Straße
Güterkraftverkehr, Stückgut, KEP- und Paketdienste
meist das Lager selbst
fast immer (flexibel, Haus zu Haus, alle Sendungsgrößen)
Schiene
Wagenladung, Ganzzug, kombinierter Verkehr
Bahn oder Spediteur, das Lager prüft das Angebot
große, gleichmäßige Mengen über weite Strecken
Wasser
Binnen- und Seeschifffahrt
Spediteur
Massengut, Übersee (günstig, aber langsam)
Luft
Luftfracht
Spediteur
eilig, hochwertig, weit (teuer je Kilogramm)
Deshalb steht im Fachrechnen die Straße im Mittelpunkt: Dort läuft nicht nur der größte Teil des deutschen Güterverkehrs, dort rechnet auch das Lager selbst. Für See- und Luftfracht kalkuliert der Spediteur. Eine Fachkraft muss dessen Angebot lesen und einordnen können, aber nicht selbst aufstellen.
Eine Besonderheit der Schiene ist der Kurierversand im Fernzug für kleine, sehr eilige Sendungen. Er wird im Beitrag „Wenn es schnell gehen muss“ erklärt.
Vier Verkehrsträger, viele Versandarten: Gerechnet wird im Lager vor allem für die Straße.
Versandmöglichkeiten auf der Straße
Versandart
übliches Sendungsgewicht
typisch für
Paketdienst
bis 31,5 kg je Paket
Kartons, Ersatzteile, Onlinehandel
Kurier- und Expressdienste
je nach Anbieter bis etwa 70 kg je Stück
eilige oder schwerere Einzelstücke
Stückgutverkehr
etwa 50 kg bis 3 000 kg
Paletten und Kolli im Sammelverkehr
Teil- und Komplettladung
bis zur Nutzlast des Fahrzeugs, beim Sattelzug rund 24 bis 25 t
große Mengen, ein Absender
Diese Grenzen stehen in keinem Gesetz. Jeder Dienstleister legt selbst fest, was er annimmt. Die Zahlen oben sind das, was sich am Markt eingespielt hat. In einer Prüfungsaufgabe sind sie deshalb ein Anhaltspunkt, im Betrieb entscheidet der Tarif des Dienstleisters, mit dem man arbeitet.
Achtung, häufiger Fehler: 40 t oder 44 t sind zulässige Gesamtgewichte eines Lastzugs, also Fahrzeug plus Ladung. Die Ladung selbst (das Sendungsgewicht) liegt deutlich darunter, weil Zugmaschine und Auflieger zusammen etwa 15 t wiegen. 44 t sind zudem nur im kombinierten Verkehr zum und vom Umschlagbahnhof zulässig.
Paket bis 31,5 kg, Stückgut bis etwa 3 t, darüber Teil- oder Komplettladung. Gesamtgewicht und Nutzlast nicht verwechseln.
Güterkraftverkehr und Preisbildung
Was Güterkraftverkehr ist, steht nicht in einem Lehrbuch, sondern im Gesetz, und zwar in § 1 Abs. 1 des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG):
„Güterkraftverkehr ist die geschäftsmäßige oder entgeltliche Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen, die einschließlich Anhänger ein höheres zulässiges Gesamtgewicht als 3,5 Tonnen haben.“
Drei Merkmale stecken darin, und alle drei müssen zutreffen: Es geht um Güter (nicht Personen), die Beförderung erfolgt geschäftsmäßig oder gegen Entgelt (nicht privat), und das Fahrzeug hat mehr als 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht. Wer mit dem Firmentransporter unter 3,5 t ausliefert, fährt also keinen Güterkraftverkehr im Sinne des Gesetzes und braucht dafür auch keine Erlaubnis.
Freie Preise
Feste Tarife gibt es seit den 1990er-Jahren nicht mehr. Jedes Transportunternehmen kalkuliert selbst. Verbandsempfehlungen zu Preisen sind kartellrechtlich problematisch; die alten Kostentabellen werden deshalb von den Verbänden nicht mehr herausgegeben.
Zwei Rechenwege im Unterricht
Einsatz
Rechenweg
Nahbereich, Einsätze nach Zeit
Tages- und Kilometersätze oder Stundensätze
Fernbereich
Kalkulation auf Kostenbasis: Fahrzeugkosten, Fahrerkosten, Zuschläge, Maut, Gewinn
Beide Wege werden hier mit eigenen Übungssätzen gezeigt. Wichtig ist das Verfahren. Mit echten Preisen rechnet jeder Betrieb nach seiner eigenen Kalkulation.
Frachtpreise im Güterkraftverkehr sind frei vereinbar. Gerechnet wird nach Zeit und Strecke oder nach den tatsächlichen Kosten.
Die Lkw-Maut
Bevor eine Fracht kalkuliert wird, muss klar sein, ob und wie viel Maut anfällt.
Frage
Stand 2026
Wer zahlt?
Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs mit mehr als 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse (seit 1. Juli 2024, vorher ab 7,5 t)
Ausnahme
Handwerksbetriebe mit Fahrzeugen unter 7,5 t unter bestimmten Bedingungen; emissionsfreie Lkw bis 30. Juni 2031
Wo?
alle Bundesautobahnen und alle Bundesstraßen
Wonach richtet sich der Satz?
Gewichts- und Achsklasse, Schadstoffklasse (Euro-Norm) und seit Dezember 2023 die CO₂-Emissionsklasse
Beispielsätze (Euro VI, CO₂-Klasse 1)
Fahrzeug
Mautsatz je km
3,5 t bis unter 7,5 t
15,1 Cent
über 18 t, 4 Achsen
32,4 Cent
über 18 t, 5 und mehr Achsen (typischer Sattelzug)
34,8 Cent
Ältere Lehrbücher nennen „durchschnittlich 16,3 Cent“ und eine Mautpflicht erst ab 7,5 t. Beides ist überholt: Durch den CO₂-Anteil hat sich die Maut für schwere Lkw etwa verdoppelt.
Maut zahlt jeder Güterkraftverkehrs-Lkw über 3,5 t auf Autobahnen und Bundesstraßen. Ein Sattelzug liegt bei rund 35 Cent je Kilometer.
Maut berechnen
Formel: Maut = mautpflichtige Kilometer · Mautsatz
Die mautpflichtigen Kilometer liefern Routenplaner, Mautrechner oder die Abrechnung des Mautbetreibers. Nur die Strecke auf Autobahnen und Bundesstraßen zählt, nicht der Weg durch Gewerbegebiet und Ortschaft.
Beispiel: Ein Sattelzug (5 Achsen, Euro VI, CO₂-Klasse 1) fährt laut Routenplaner 435 km, davon 392 km auf mautpflichtigen Straßen.
Maut = 392 km · 0,348 €/km
Maut = 136,42 €
Vergleich: Ein 7-t-Lkw fährt dieselbe Strecke.
Maut = 392 km · 0,151 €/km = 59,19 €
Der Unterschied von 77,23 € entsteht allein durch das Fahrzeug, bei identischer Strecke und identischer Ladung.
Für Angebote rechnen viele Betriebe mit dem Satz ihres häufigsten Fahrzeugs. Wer mit einem Durchschnittswert kalkuliert, obwohl ein Sattelzug fährt, verschenkt schnell zweistellige Beträge je Tour.
Nur mautpflichtige Kilometer mal Satz des eingesetzten Fahrzeugs, nicht die Gesamtstrecke.
Maut an den Auftraggeber weiterberechnen
Die Maut schuldet das Transportunternehmen. Es gibt sie über den Frachtpreis an den Kunden weiter. Drei Wege sind üblich:
Verfahren
So sieht es aus
eigene Position
Die Maut steht als getrennte Zeile in der Frachtrechnung.
gesonderte Rechnung
Neben der Frachtrechnung kommt eine eigene Mautrechnung.
im Kilometersatz
Die Maut ist in den Kilometersatz eingerechnet und nicht sichtbar.
Umsatzsteuer auf die Maut
Die Maut selbst ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe ohne Umsatzsteuer. Wird sie aber an den Kunden weiterberechnet, ist sie Teil des Entgelts für die Transportleistung und damit umsatzsteuerpflichtig, egal auf welchem der drei Wege. Sie ist kein durchlaufender Posten, weil nur das Transportunternehmen dem Bund die Maut schuldet.
Manche Lehrbücher schreiben, die Maut werde auf einer gesonderten Rechnung „ohne Umsatzsteuer“ berechnet. Das ist steuerlich falsch.
Zum Vergleich: Wer die Umsatzsteuer nur auf die 610,00 € rechnet, kommt auf 862,32 € und hat damit 25,92 € zu wenig in Rechnung gestellt. Bei einem Betrieb mit tausend Touren im Jahr ist das kein Rundungsfehler mehr.
Weiterberechnete Maut gehört zum Frachtentgelt. Die Umsatzsteuer wird immer auf Fracht plus Maut gerechnet.
Rechnen mit Tages- und Kilometersatz
Für Einsätze im Nahbereich, bei denen im Schnitt mehr als 10 km je Stunde gefahren werden, setzt sich die Fracht aus zwei Teilen zusammen:
Fracht = berechneter Tagessatz + Kilometersatz · gefahrene Kilometer
Beide Sätze hängen von der Nutzlast des Lkw ab, nicht vom tatsächlichen Gewicht der Ladung. Gezählt werden alle gefahrenen Kilometer, also auch Leerfahrten.
Wie viel vom Tagessatz?
Die Staffel hat vier Stufen. Am besten merkt man sie sich an der Logik dahinter: Bis 6 Stunden wird stundenweise gezählt, zwischen 6 und 8 Stunden gilt pauschal der ganze Tag, darüber kommt wieder jede Stunde einzeln dazu.
Einsatzdauer
berechnet wird
Beispiel bei 16 t (320,00 € / 40,00 €)
unter 3 Stunden
Mindestzeit 3 Stunden · 1/8 Tagessatz
3 · 40,00 € = 120,00 €
3 bis 6 Stunden
angefangene Stunden aufrunden · 1/8 Tagessatz
bei 4:20 Std → 5 · 40,00 € = 200,00 €
über 6 bis 8 Stunden
voller Tagessatz
320,00 €
über 8 Stunden
Tagessatz + jede weitere angefangene Stunde · 1/8 Tagessatz
bei 10:10 Std → 320,00 € + 3 · 40,00 € = 440,00 €
Der Knick zwischen Stufe 2 und 3 ist gewollt: Bei 6 Stunden wären es 6 · 1/8 = 6/8 des Tagessatzes, ab 6:01 Stunden sofort der ganze. Wer über 6 Stunden unterwegs ist, blockiert das Fahrzeug faktisch den ganzen Tag. Deshalb der Sprung.
Übungssätze
Nutzlast
Tagessatz
1/8 Tagessatz
Kilometersatz
Stundensatz (nur Nahbereich)
6 t
248,00 €
31,00 €
0,39 €
34,00 €
8 t
272,00 €
34,00 €
0,43 €
37,00 €
12 t
296,00 €
37,00 €
0,47 €
40,00 €
16 t
320,00 €
40,00 €
0,51 €
43,00 €
20 t
352,00 €
44,00 €
0,56 €
46,00 €
24 t
384,00 €
48,00 €
0,61 €
49,00 €
Übungssätze netto, keine Marktpreise. Die Tagessätze sind bewusst durch acht teilbar, damit der 1/8-Satz glatt aufgeht. In echten Tarifwerken ist das nicht so, dort wird auf Cent gerundet.
Tagessatz nach Einsatzzeit, Kilometersatz nach Strecke: beides nach der Nutzlast des Lkw.
Rechenbeispiele: Tages- und Kilometersatz
Alle Beispiele nutzen die Übungssätze aus dem Beitrag „Rechnen mit Tages- und Kilometersatz“.
Beispiel 1: Ein 12-t-Lkw ist 7 Std. 10 Min. im Einsatz und fährt 128 km auf Kreis- und Landesstraßen (keine Maut).
Einsatz zwischen 6 und 8 Stunden → voller Tagessatz = 296,00 €
Kilometersatz = 0,47 € · 128 km = 60,16 €
Nettofracht = 356,16 €
+ 19 % USt = 67,67 €
Bruttofracht = 423,83 €
Die 10 Minuten über der vollen Stunde spielen hier keine Rolle: In der Stufe von 6 bis 8 Stunden wird ohnehin der ganze Tagessatz berechnet.
Beispiel 2: Ein Sattelzug mit 24 t Nutzlast ist 9 Std. 40 Min. unterwegs, fährt 310 km, davon 280 km mautpflichtig (0,348 €/km).
Einsatz über 8 Stunden → aufgerundet 10 Stunden, also Tagessatz plus 2 weitere Stunden
Die Umsatzsteuer wird immer centgenau auf die gesamte Nettofracht einschließlich Maut berechnet.
Erst Einsatzzeit einordnen, dann Tagessatz, Kilometer, Maut, zum Schluss die Umsatzsteuer.
Margenzuschlag und Margenabschlag
Die berechneten Sätze sind Richtwerte. Je nach Auftrag wird ein Aufschlag oder Nachlass vereinbart, die Marge.
Zuschlag zum Beispiel für verschmutzte Ladung, Wartezeiten, Nachtarbeit oder Sonderfahrzeuge
Abschlag zum Beispiel für Stammkunden, Rückladungen oder große Mengen
Die Marge bezieht sich auf die Fracht aus Tages- und Kilometersatz, nicht auf die Maut. Die Reihenfolge lautet deshalb:
Tagessatz + Kilometersatz
± Marge
+ Maut
= Nettofracht
+ 19 % Umsatzsteuer
= Bruttofracht
Beispiel: Ein 20-t-Lkw ist 5 Std. 40 Min. im Einsatz, fährt 112 km, davon 64 km Autobahn (0,348 €/km). Weil es ein Stammkunde mit regelmäßigen Aufträgen ist, wurden 6 % Margenabschlag vereinbart.
6 angefangene Stunden · 44,00 € = 264,00 €
+ Kilometersatz 0,56 € · 112 km = 62,72 €
= 326,72 €
− 6 % Margenabschlag = 19,60 €
= 307,12 €
+ Maut 64 km · 0,348 € = 22,27 €
Nettofracht = 329,39 €
+ 19 % USt = 62,58 €
Bruttofracht = 391,97 €
Probe auf den häufigsten Fehler: Wer die Marge erst nach der Maut abzieht, rechnet 326,72 € + 22,27 € = 348,99 €, davon 6 % = 20,94 €, und kommt auf 328,05 € netto statt 329,39 €. Die Differenz von 1,34 € ist genau der Nachlass, den der Betrieb dem Kunden auf eine Abgabe gewährt hätte, die er selbst voll bezahlen muss.
Die Marge gilt nur für die Fracht, nicht für die Maut. Erst Marge, dann Maut, dann Umsatzsteuer.
Rechnen mit dem Stundensatz
Fährt ein Lkw wenig und steht viel, etwa bei Verteilerfahrten in der Innenstadt, Baustellenversorgung oder Umzügen, wird nach Zeit abgerechnet. Das gilt, wenn
im Schnitt höchstens 10 km je Einsatzstunde gefahren werden oder
keine Kilometerangabe vorliegt.
Fracht = Stundensatz · Einsatzstunden
Auch hier gilt eine Mindestzeit von 3 Stunden, und angefangene Stunden werden aufgerundet. Der Stundensatz hängt wieder von der Nutzlast ab.
Beispiel: Ein 12-t-Lkw beliefert sechs Baustellen in einer Stadt. Einsatz 6 Std. 35 Min., gefahren 38 km.
Prüfen: 38 km : 6,6 Std. ≈ 5,8 km je Stunde → unter 10, also Stundensatz
Einsatzzeit aufgerundet = 7 Stunden
Fracht = 40,00 € · 7 = 280,00 €
+ 19 % USt = 53,20 €
Bruttofracht = 333,20 €
Zum Vergleich: Mit Tages- und Kilometersatz wären es 296,00 € + 0,47 € · 38 km = 313,86 € netto gewesen. Bei so wenig Fahrleistung wäre das für den Kunden teurer. Deshalb die Unterscheidung.
Wenig Kilometer, viel Zeit: dann Stundensatz mal Stunden, mindestens 3, angefangene aufgerundet.
Kalkulation auf Kostenbasis im Fernverkehr
Im Fernverkehr kalkulieren Transportunternehmen die Fracht aus ihren tatsächlichen Kosten. Branchenverbände und Softwareanbieter stellen dafür Kalkulationshilfen und Durchschnittswerte bereit, die jährlich angepasst werden.
Das Schema
Baustein
Berechnung
Fahrzeugeinsatzkosten
Kilometer · km-Satz (Diesel, Reifen, Reparaturen)
Fahrzeugvorhaltekosten
Tages-, Halbtages-, Vierteltages- oder Stundensatz (Abschreibung, Versicherung, Steuer)
Fahrereinsatzkosten
Stunden · Stundensatz Fahrer
Fahrerspesen
Stunden · Spesensatz
+ Zuschläge in %
Verwaltung, Wagnisse, Eigenkapitalverzinsung
+ Maut
mautpflichtige km · Mautsatz
= Selbstkosten
+ Gewinn in %
auf die Selbstkosten
= Nettofracht, + 19 % USt = Bruttofracht
Übungswerte Sattelzug
Kalkulationssatz
Wert
wofür er steht
km-Satz Fahrzeug
0,68 €
alles, was mit jedem gefahrenen Kilometer anfällt: Kraftstoff, Reifen, Verschleiß
Tagessatz Fahrzeug (10 Std.)
140,00 €
alles, was unabhängig von der Fahrleistung anfällt: Abschreibung, Versicherung, Kfz-Steuer
½ Tagessatz / ¼ Tagessatz
70,00 € / 35,00 €
für Einsätze, die einen halben oder viertel Produktivtag binden
Stundensatz Fahrzeug
14,00 €
wenn die Einsatzzeit zu keinem Tagesbruchteil passt
Stundensatz Fahrer
26,00 €
Lohn einschließlich Lohnnebenkosten
Spesen je Stunde
3,20 €
Verpflegungspauschale und Übernachtung, auf die Stunde umgelegt
Zuschläge
Verwaltung 15 %, Wagnis 3 %, Eigenkapitalzins 4 %
Büro und Disposition, Risiko für Schäden und Ausfälle, Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals
Die Werte sind für Übungen gewählt und bewusst glatt gehalten. Der Produktivtag ist hier mit 10 Stunden angesetzt: So lange darf ein Fahrer an einem Tag höchstens am Steuer sitzen, wenn die Ausnahme genutzt wird. Jeder Betrieb rechnet mit eigenen Werten aus seiner Buchhaltung.
Fahrzeug, Fahrer, Zuschläge, Maut, Gewinn, Umsatzsteuer: in dieser Reihenfolge.
Rechenbeispiel: Fracht auf Kostenbasis
Aufgabe: Ein Sattelzug bringt 26 t Papierrollen über 465 km, davon 410 km mautpflichtig (0,348 €/km). Der Auftrag bindet das Fahrzeug einen vollen Produktivtag; der Fahrer ist 9 Stunden im Einsatz. Kalkuliert wird mit 12 % Gewinn und den Übungswerten aus dem Beitrag „Kalkulation auf Kostenbasis“.
Fahrzeugeinsatz = 465 km · 0,68 € = 316,20 €
+ Fahrzeugvorhaltung, ganzer Tagessatz = 140,00 €
+ Fahrer 9 Std. · 26,00 € = 234,00 €
+ Spesen 9 Std. · 3,20 € = 28,80 €
= 719,00 €
+ Verwaltung 15 % = 107,85 €
+ Wagnis 3 % = 21,57 €
+ Eigenkapitalzins 4 % = 28,76 €
= 877,18 €
+ Maut 410 km · 0,348 € = 142,68 €
= Selbstkosten 1 019,86 €
+ 12 % Gewinn = 122,38 €
= Nettofracht 1 142,24 €
+ 19 % USt = 217,03 €
= Bruttofracht 1 359,27 €
Was die Zahlen verraten: Von den 1 019,86 € Selbstkosten entfallen 316,20 € auf die Kilometer und 142,68 € auf die Maut, zusammen 45 %, und beides steigt mit jedem zusätzlichen Kilometer. Fahrzeugvorhaltung, Fahrer und Spesen von zusammen 402,80 € fallen dagegen an, ob der Lkw 400 oder 500 km fährt.
Daraus folgt die Faustregel des Fernverkehrs: Leerkilometer sind der teuerste Teil einer Tour, weil sie die kilometerabhängigen Kosten verursachen, ohne Erlös zu bringen. Deshalb sucht die Disposition für jede Hinfahrt eine Rückladung.
Die Maut steht nach den Prozentzuschlägen, weil auf sie keine Verwaltungskosten aufgeschlagen werden. Beim Gewinn gehen Betriebe unterschiedlich vor: Manche schlagen ihn nur auf die Kosten ohne Maut. Wichtig ist, dass das Vorgehen im Angebot einheitlich ist.
Erst Kosten sammeln, dann Zuschläge, dann Maut zu den Selbstkosten, zum Schluss Gewinn und Umsatzsteuer.
Stückgutverkehr und Laufzeiten
Stückgut sind einzelne Packstücke oder Paletten, meist zwischen etwa 50 kg und 3 000 kg, die Speditionen im Sammelverkehr befördern. Der Branchenverband dafür ist der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). Die meisten Speditionen gehören Stückgutkooperationen an und berechnen nach eigenen Haustarifen.
Typische Laufzeiten
Produkt
Zustellung
Preis
Frachtgut (Standard)
in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden
Grundtarif
Expressgut
am nächsten Werktag bis zu einer festen Uhrzeit, oft 12 oder 14 Uhr
Zuschlag
Express-Plus / Fixtermin
am nächsten Werktag bis früh am Morgen, etwa 8, 10 oder 10:30 Uhr
höherer Zuschlag
Die Uhrzeiten unterscheiden sich je Anbieter und stehen im jeweiligen Tarif.
Und die Maße?
Anders als beim Paket gibt es beim Stückgut keine veröffentlichten Höchstmaße. Die Grenze ergibt sich aus dem, was der Umschlag hergibt, und die ist an drei Stellen erreicht:
Grenze
woran sie hängt
Grundfläche
Das Packstück soll auf eine Palettenstellfläche passen, sonst wird nach Lademetern abgerechnet.
Stapelbarkeit
Was nicht überbaut werden darf, kostet den Platz darüber mit.
Gewicht je Stück
begrenzt durch Stapler und Hebebühne am Zustellfahrzeug
Wer eine Sendung anmeldet, sollte die Maße deshalb immer mitteilen, nicht nur das Gewicht. Ein 400 kg schweres, aber zwei Meter langes Packstück kann teurer werden als eines mit 900 kg auf einer Palette.
Wonach sich die Fracht richtet
Bruttogewicht der Sendung, also Ware plus Verpackung und Ladungsträger
Entfernung in Kilometern
gewählte Laufzeit
bei sperrigen Sendungen ein Mindestgewicht je Palettenstellplatz oder Lademeter
Stückgutfracht = Bruttogewicht und Entfernung aus dem Tarif, dazu der Zuschlag für die schnellere Laufzeit.
Liegt ein Gewicht oder eine Entfernung zwischen zwei Stufen, gilt immer die nächsthöhere Stufe.
Beispiel: Eine Sendung mit 680 kg Bruttogewicht geht über 350 km zu einer Baustelle. Der Bauleiter fragt an, was es kostet, wenn die Ware schon am nächsten Morgen da sein soll.
Gewicht 680 kg → Stufe 501–750 kg · Entfernung 350 km → Spalte 301–400 km → Grundpreis 177,00 €
Laufzeit
netto
brutto
Aufpreis gegenüber Frachtgut
Frachtgut, 24 bis 48 Stunden
177,00 €
210,63 €
–
Expressgut, nächster Werktag mittags
230,10 €
273,82 €
63,19 €
Express-Plus, nächster Werktag früh
283,20 €
337,01 €
126,38 €
Und lohnt sich das? Die Frage lässt sich nur mit einer zweiten Zahl beantworten: Was kostet das Warten?
Steht auf der Baustelle eine Kolonne von vier Leuten einen halben Tag still, weil das Material fehlt, sind das bei 60,00 € Stundensatz je Person 4 · 4 Std. · 60,00 € = 960,00 €.
Gegen diese Zahl sind 126,38 € Aufpreis eine einfache Entscheidung. Umgekehrt gilt aber genauso: Liegt die Ware beim Empfänger ohnehin erst in drei Tagen im Einbau, ist jeder Expresszuschlag verschenktes Geld.
Der Expresszuschlag ist nie für sich allein teuer oder günstig. Er wird immer gegen die Kosten des Wartens beim Empfänger gerechnet.
Beim Ablesen zählt immer das Bruttogewicht: Ware plus Verpackung plus Ladungsträger. Eine Europalette mit 25 kg kann eine Sendung von 498 kg über die 500er-Grenze heben und damit in die nächste Preisstufe.
Bruttogewicht bilden, Stufe und Entfernung ablesen, Laufzeitzuschlag aufrechnen, dann Umsatzsteuer.
Übung: Frachtrechnen auf der Straße
Es gelten die Übungssätze und der Übungstarif aus den vorherigen Beiträgen.
Aufgabe 1: Ein 12-t-Lkw ist 5 Std. 10 Min. im Einsatz und fährt 88 km auf mautfreien Straßen. Berechnen Sie die Bruttofracht.
Lösung:
88 km : 5,2 Std. ≈ 17 km je Stunde → über 10, also Tages- und Kilometersatz
Aufgabe 4: Ein Sattelzug fährt 380 km, davon 330 km mautpflichtig (0,348 €/km). Kalkuliert wird auf Kostenbasis mit ½ Tagessatz, 6 Fahrerstunden und 8 % Gewinn. Bruttofracht?
Aufgabe 5: Stückgut: a) 286 kg über 180 km als Frachtgut · b) 740 kg über 370 km als Expressgut · c) 519 kg über 260 km als Frachtgut mit 5 % Margenaufschlag. Jeweils Bruttofracht?
Lösung:
a) 76,00 € · 1,19 = 90,44 €
b) 177,00 € · 1,30 = 230,10 €, · 1,19 = 273,82 €
c) 160,00 € · 1,05 = 168,00 €, · 1,19 = 199,92 €
Zuerst entscheiden, welches Verfahren passt, dann Schritt für Schritt rechnen und die Umsatzsteuer immer zuletzt.
Briefe: Formate und Porto
Im Konzern Deutsche Post DHL ist die Deutsche Post für Briefe zuständig, DHL für Pakete, Express und Logistik. Welches Porto ein Brief kostet, entscheiden Maße, Dicke und Gewicht.
Format
Maße (L × B × H)
Gewicht
Porto Inland
Postkarte
140–235 × 90–125 mm
–
0,95 €
Standardbrief
140–235 × 90–125 mm, bis 5 mm
bis 20 g
0,95 €
Kompaktbrief
100–235 × 70–125 mm, bis 10 mm
bis 50 g
1,10 €
Großbrief
100–353 × 70–250 mm, bis 20 mm
bis 500 g
1,80 €
Maxibrief
100–353 × 70–250 mm, bis 50 mm
bis 1 000 g
2,90 €
Stand 2026, gültig seit 1. Januar 2025. Die Preise ändern sich regelmäßig. Vor dem Frankieren immer den aktuellen Stand prüfen.
Worauf es ankommt
Überschreitet ein Brief eine Grenze (Gewicht oder Dicke), rutscht er ins nächste Format.
Postkarte, Standard- und Kompaktbrief müssen rechteckig sein: Die Länge muss mindestens das 1,4-Fache der Breite betragen. Quadratische Umschläge kosten deshalb Großbriefporto.
Seit 2025 darf ein Brief nach dem Postgesetz länger unterwegs sein. Wer es eilig hat, braucht ein Einschreiben oder einen Expressdienst.
Maße, Dicke und Gewicht bestimmen das Format, und schon eine überschrittene Grenze macht den Brief teurer.
Zusatzleistungen: Einschreiben und Co.
Für wichtige Schriftstücke (Kündigungen, Mahnungen, Verträge) braucht der Absender einen Nachweis. Dafür gibt es Zusatzleistungen, die immer zum Porto hinzukommen.
Zusatzleistung
was sie leistet
Aufpreis 2026
Einschreiben Einwurf
Zusteller dokumentiert den Einwurf in den Briefkasten
2,35 €
Einschreiben
Übergabe gegen Unterschrift des Empfängers oder eines Empfangsberechtigten
2,65 €
Einschreiben Rückschein
wie Einschreiben, dazu unterschriebener Rückschein an den Absender
4,70 €
Einschreiben Eigenhändig
Übergabe nur an den Empfänger persönlich oder einen Bevollmächtigten
4,70 €
Rückschein und Eigenhändig gibt es nur in Verbindung mit dem Einschreiben.
Welche Variante wofür?
Kündigung an einen Lieferanten: Einschreiben Einwurf genügt oft, weil der Einwurf belegt ist.
Letzte Mahnung mit Fristsetzung: Einschreiben Rückschein, damit die Unterschrift als Beleg vorliegt.
Vertrauliche Unterlagen, die nur eine bestimmte Person erhalten darf: Einschreiben Eigenhändig.
Porto für das Format plus Aufpreis für die Zusatzleistung: Beides zusammen ergibt die Frankierung.
Rechenbeispiel: Porto ermitteln
Preise wie im Beitrag „Briefe: Formate und Porto“ und „Zusatzleistungen“, Stand 2026.
Aufgabe 1: In der Poststelle liegen vier Briefe: ein Lieferschein mit 18 g, ein Angebot mit 38 g und 8 mm Dicke, ein Katalogauszug mit 230 g und 15 mm Dicke und ein Musterheft mit 640 g.
Lieferschein: Standardbrief = 0,95 €
Angebot: über 20 g, bis 50 g und 10 mm → Kompaktbrief = 1,10 €
Katalogauszug: bis 500 g und 20 mm → Großbrief = 1,80 €
Aufgabe 2: Drei Postausgänge. Entscheiden Sie jeweils, ob und welche Zusatzleistung nötig ist, und berechnen Sie die Kosten.
a) Kündigung eines Rahmenvertrags zum Monatsende, Großbrief mit 80 g
b) Arbeitszeugnis für einen ausgeschiedenen Mitarbeiter, Standardbrief mit 18 g
c) Preisliste an 40 Kunden, je Kompaktbrief mit 45 g
Lösung:
a) Bei einer Kündigung kommt es darauf an, dass der Zugang belegt ist, nicht darauf, wer sie in der Hand hatte. Einschreiben Einwurf genügt: 1,80 € + 2,35 € = 4,15 €
b) Ein Zeugnis enthält Personaldaten und soll nur den Mitarbeiter selbst erreichen. Einschreiben Eigenhändig: 0,95 € + 4,70 € = 5,65 €
c) Eine Preisliste braucht keinen Nachweis. 40 · 1,10 € = 44,00 €
Gesamt = 4,15 € + 5,65 € + 44,00 € = 53,80 €
Teil c ist der eigentliche Prüfstein: Wer aus Gewohnheit alles per Einschreiben schickt, hätte hier 94,00 € zusätzlich ausgegeben, für nichts.
Der häufigste Fehler: Das Gewicht passt, aber die Dicke nicht. Ein Brief mit 45 g und 12 mm ist kein Kompaktbrief mehr, sondern ein Großbrief.
Erst Format bestimmen, dann Zusatzleistung aufschlagen, dann addieren.
Päckchen und Pakete bei DHL
Produkt
Höchstmaße
Höchstgewicht
Preis 2026 (Filiale)
Päckchen S
35 × 25 × 10 cm
2 kg
4,19 €
Päckchen M
60 × 30 × 15 cm
2 kg
5,19 €
Paket bis 2 kg
60 × 30 × 15 cm
2 kg
6,19 € (nur online)
Paket bis 5 kg
120 × 60 × 60 cm
5 kg
7,69 €
Paket bis 10 kg
120 × 60 × 60 cm
10 kg
10,49 €
Paket bis 20 kg
120 × 60 × 60 cm
20 kg
18,99 €
Paket bis 31,5 kg
120 × 60 × 60 cm
31,5 kg
23,99 €
Online frankiert ist es teils günstiger. Geschäftskunden zahlen nach eigenen Verträgen.
Päckchen oder Paket?
Päckchen sind günstig, haben aber keine Sendungsverfolgung und keine Haftung.
Pakete haben Sendungsnummer und eine Haftung bis 500 €, gegen Aufpreis mehr.
Beispiel: Ein Ersatzteil im Wert von 180 € mit 1,6 kg soll zu einem Kunden. Päckchen M wäre 1,00 € günstiger als das Paket bis 2 kg. Geht es aber verloren, gibt es kein Geld zurück. Bei diesem Warenwert ist das Paket die bessere Wahl.
Über 31,5 kg nimmt DHL keine Pakete an. Dann geht es per Stückgut oder Kurier.
Päckchen bis 2 kg ohne Haftung, Pakete bis 31,5 kg mit Sendungsverfolgung. Wert und Risiko entscheiden mit.
Gurtmaß und Sperrgut
Neben dem Gewicht prüft der Paketdienst die Größe. Dafür gibt es das Gurtmaß:
Gurtmaß = längste Seite + 2 · Breite + 2 · Höhe
Bei DHL darf das Gurtmaß bis 20 kg höchstens 300 cm betragen. Größere Sendungen bis 360 cm Gurtmaß lassen sich nur mit der Marke für 31,5 kg verschicken. Pakete über 120 × 60 × 60 cm, mit zu großem Gurtmaß oder nicht quaderförmig (etwa Rollen oder Rohre) gelten als Sperrgut und kosten einen Zuschlag, 2026 bei DHL 28,99 €.
Beispiel 1: Karton 110 × 50 × 40 cm, 8,7 kg.
Gurtmaß = 110 + 2 · 50 + 2 · 40 = 290 cm → kein Sperrgut
Preis = Paket bis 10 kg = 10,49 €
Beispiel 2: Karton 130 × 40 × 30 cm, 9 kg.
längste Seite 130 cm über 120 cm → Sperrgut
Preis = 10,49 € + 28,99 € = 39,48 €
Wer oft lange Teile verschickt, prüft deshalb Alternativen: anders verpacken, zwei Pakete, Stückgut oder einen Dienst, der längere Sendungen annimmt.
Gurtmaß = Länge + 2 × Breite + 2 × Höhe. Was zu lang, zu groß oder nicht quaderförmig ist, wird Sperrgut.
Wenn es schnell gehen muss: Express und Kurier
Lösung
Laufzeit
typisch für
Paket Standard
meist 1–2 Werktage
normale Sendungen
Express über Nacht
nächster Werktag, auf Wunsch bis 9, 10 oder 12 Uhr
Ersatzteile, Dokumente mit Frist
Kurier am selben Tag
wenige Stunden
Stillstand einer Maschine, Medizin, Gerichtspost
Expressprodukte kosten ein Vielfaches des Standardpakets. Die Uhrzeitoptionen werden als Zuschlag berechnet. Die aktuellen Preise stehen beim jeweiligen Anbieter.
Kurier über die Schiene
Ein Sonderfall ist der Kurierversand per Fernzug: Die Sendung fährt im IC oder ICE mit, ein Partnerunternehmen der Bahn organisiert das. Der Absender bringt sie zum Bahnhof oder lässt sie abholen, am Zielbahnhof liegt sie kurz nach Ankunft des Zuges bereit. Gebucht und berechnet wird online nach Strecke. Gewicht und Maße je Sendung sind eng begrenzt.
Beispiel: In einem Werk in Norddeutschland steht eine Abfüllanlage, ein Sensor fehlt. Ein Paket käme morgen, ein Kurier im Fernzug in etwa zwei Stunden. Kostet der Stillstand 800 € je Stunde, ist die teure Lösung die günstigste.
Standard, Express über Nacht oder Kurier am selben Tag: Je schneller, desto teurer. Den Ausschlag gibt, was das Warten kostet.
Übung: Briefe und Pakete
Es gelten die Preise 2026 aus den vorherigen Beiträgen.
Aufgabe 1: Welches Format und welches Porto? a) 16 g, 3 mm · b) 42 g, 12 mm · c) 480 g, 18 mm · d) 520 g, 30 mm
Lösung: a) Standardbrief 0,95 € · b) über 10 mm → Großbrief 1,80 € · c) Großbrief 1,80 € · d) Maxibrief 2,90 €
Aufgabe 2: Eine letzte Mahnung (Großbrief, 95 g) soll so verschickt werden, dass eine Unterschrift als Beleg zurückkommt. Porto?
Aufgabe 3: Eine Sendung von 38 kg soll als ein Paket raus. Der Versandleiter sagt, das gehe nicht. a) Warum nicht? b) Die Ware lässt sich beliebig aufteilen: Welche Aufteilung auf zwei Pakete ist die günstigste, und was kostet sie?
Lösung:
a) DHL nimmt Pakete nur bis 31,5 kg an. 38 kg müssen deshalb geteilt werden.
b) Zwei Aufteilungen liegen nahe:
Aufteilung
Rechnung
Kosten
gleichmäßig, 20 kg + 18 kg
2 · 18,99 €
37,98 €
ungleich, 31,5 kg + 6,5 kg
23,99 € + 7,69 €
31,68 €
Die ungleiche Aufteilung ist 6,30 € günstiger. Der Grund ist derselbe wie bei jeder Staffel: Ein Paket möglichst weit auszureizen und den Rest in die kleinstmögliche Stufe zu geben, ist billiger als zwei mittlere Pakete.
Das gilt allerdings nur fürs Rechnen. Ob sich 31,5 kg noch sinnvoll heben und tragen lassen, ist eine andere Frage.
Aufgabe 4: Karton 100 × 60 × 55 cm, 18 kg. Sperrgut oder nicht?
Lösung:
Gurtmaß = 100 + 2 · 60 + 2 · 55 = 330 cm
Über 300 cm, also nur mit der 31,5-kg-Marke: 23,99 €. Kein Sperrgut, weil 360 cm nicht überschritten sind.
Erst Grenzen prüfen (Gewicht, Maße, Gurtmaß), dann den Preis ablesen.
Wagenladungsverkehr auf der Schiene
Im Wagenladungsverkehr mietet der Versender einen ganzen Güterwagen. Auch bei der Bahn sind die Preise frei vereinbar. Eisenbahnverkehrsunternehmen veröffentlichen Preislisten als Orientierung; im Geschäft mit Stammkunden wird fast immer ein Nachlass vereinbart.
Wovon der Preis abhängt
Beim Lkw bestimmen Zeit und Strecke den Preis. Auf der Schiene ist es anders: Hier wird nicht die Fahrt bezahlt, sondern der Wagen. Drei Angaben legen fest, welcher Preis gilt. Erst wenn alle drei feststehen, lässt sich im Tarif ablesen.
Angabe
was dahintersteckt
Welcher Wagen?
Ein Drehgestellwagen trägt mehr und kostet mehr. Die Wagenart entscheidet, in welcher Tariftafel überhaupt gesucht wird.
Wie schwer?
Nicht das genaue Gewicht zählt, sondern die Gewichtsstufe, in die es fällt.
Wie weit?
Ebenfalls nicht der genaue Kilometerstand, sondern die Entfernungsstufe.
Wagenart
Merkmale
typische Ladung
Achsenwagen (zwei Radsätze)
kürzer, geringere Tragfähigkeit, oft um 25 t
Stahl, Holz, Papierrollen in kleineren Mengen
Drehgestellwagen (zwei Drehgestelle, vier Radsätze)
lang, Tragfähigkeit oft über 50 t, auch als Schiebewandwagen
palettierte Ware, Konsumgüter, schwere Güter
Warum hier überall gerundet wird
Anders als beim Lkw arbeitet die Schiene mit Wagenpreisen: Bezahlt wird nicht je Kilogramm oder Kilometer, sondern ein fester Betrag für Wagen, Gewichtsstufe und Entfernungsstufe. Damit dieser Betrag eindeutig ist, muss vorher gerundet werden, und zwar in einer festen Reihenfolge:
Schritt
Regel
Beispiel
1. Gewicht
kaufmännisch auf volle Tonnen
16 280 kg → 16 t
2. Entfernung
in die nächsthöhere Stufe, nie in die niedrigere
275 km → Stufe bis 300 km
3. Marge
kaufmännisch auf volle Euro
179,20 € → 179,00 €
4. Umsatzsteuer
centgenau, keine Rundung auf Euro
204,25 €
Die zweite Regel wird am häufigsten falsch angewendet. Eine Sendung über 501 km fällt nicht mehr in die 500er-Stufe. Es fehlt ein Kilometer, und der kostet den Sprung in die nächste.
Übungstarif
bis km
Achsenwagen bis 18 t
Achsenwagen 19–28 t
Drehgestellwagen bis 32 t
Drehgestellwagen 33–42 t
Drehgestellwagen 43–58 t
200
1 040
1 420
1 880
2 240
2 760
300
1 250
1 710
2 270
2 700
3 330
400
1 450
1 990
2 640
3 140
3 880
500
1 630
2 240
2 980
3 550
4 380
600
1 800
2 470
3 300
3 930
4 850
700
1 960
2 690
3 600
4 290
5 290
800
2 110
2 890
3 880
4 630
5 700
Übungstarif: Wagenpreise netto in €, keine Marktpreise. Auffällig ist, wie flach die Preise mit der Entfernung steigen: Der vierfache Weg kostet nicht das Vierfache, sondern etwa das Doppelte. Genau darin liegt der Vorteil der Schiene: Je weiter, desto günstiger wird sie gegenüber dem Lkw.
Entfernung, Gewicht, Wagenart: Daraus ergibt sich der Wagenpreis. Nachlässe sind im Schienenverkehr die Regel.
Rechenbeispiel: Wagenfracht
Es gilt der Übungstarif aus dem Beitrag „Wagenladungsverkehr auf der Schiene“.
Beispiel 1: Ein Baustoffhändler verschickt 26 840 kg Zementsäcke über 465 km im Achsenwagen. Vereinbart sind 18 % Nachlass.
Gewicht = 26,84 t → 27 t → Spalte Achsenwagen 19–28 t
Entfernung 465 km → Stufe bis 500 km
Wagenpreis = 2 240,00 €
− 18 % Marge = 403,20 € → auf volle Euro gerundet 403,00 €
Nettofracht = 1 837,00 €
+ 19 % USt = 349,03 €
Bruttofracht = 2 186,03 €
Beispiel 2: 24 300 kg Kanthölzer sollen 740 km weit. Welcher Wagen ist günstiger?
Gewicht = 24,3 t → 24 t, Entfernung → Stufe bis 800 km
Achsenwagen 19–28 t = 2 890,00 €
Drehgestellwagen bis 32 t = 3 880,00 €
Ersparnis mit dem Achsenwagen = 990,00 €
Aber: Diese Wahl gibt es nicht immer. Wären es 31 750 kg, also 32 t, käme der Achsenwagen gar nicht mehr in Frage: Seine Spalte endet bei 28 t. Dann bleibt nur der Drehgestellwagen, und die Frage nach dem Günstigeren stellt sich nicht.
Die Rechnung allein entscheidet ohnehin nicht: Die Ladung muss auf die Ladefläche passen, die Tragfähigkeit darf nicht überschritten werden, und wetterempfindliche Ware braucht einen geschlossenen Wagen.
Gewicht runden, Stufe ablesen, Marge abziehen, Umsatzsteuer aufschlagen und prüfen, ob der günstige Wagen technisch passt.
Waggon beladen und abrechnen
Bevor überhaupt gerechnet werden kann, steht eine andere Frage im Raum: Passt die Sendung in einen Wagen? Und die hat zwei Antworten: eine nach der Fläche und eine nach dem Gewicht.
Aufgabe: Ein Möbelhersteller will 68 nicht stapelbare Europaletten (1,20 m × 0,80 m) mit je 580 kg über 560 km versenden. Zur Verfügung steht ein Schiebewandwagen mit 21,00 m langem und 2,80 m breitem Laderaum und einer Tragfähigkeit von 28 t. Vereinbart sind 20 % Nachlass.
Grenze 1: die Fläche. Wie viele Paletten passen überhaupt hinein? Das hängt von der Ausrichtung ab:
Ausrichtung
in der Länge
in der Breite
Paletten
längs (1,20 m in Wagenrichtung)
21,00 : 1,20 = 17,5 → 17
2,80 : 0,80 = 3,5 → 3
17 · 3 = 51
quer (0,80 m in Wagenrichtung)
21,00 : 0,80 = 26,25 → 26
2,80 : 1,20 = 2,33 → 2
26 · 2 = 52
Beim Teilen wird abgerundet: Eine halbe Palette passt nicht. Quer eingestellt geht eine mehr hinein als längs.
Grenze 2: das Gewicht. 52 Paletten wären 52 · 580 kg = 30 160 kg. Die Tragfähigkeit liegt aber bei 28 t:
28 000 kg : 580 kg = 48,27 → 48 Paletten
Ergebnis: Nicht die Fläche begrenzt, sondern die Tragfähigkeit. Mehr als 48 Paletten dürfen nicht in den Wagen, obwohl rechnerisch 52 hineinpassen würden.
Nicht verwechseln: Die Tarifstufe heißt „bis 32 t“, der Wagen trägt aber nur 28 t. Die Stufe sagt nur, welcher Preis gilt. Was der Wagen aushält, steht in seinen technischen Daten. Wer sich an der Tarifstufe orientiert und 32 t auflädt, überlädt den Wagen um vier Tonnen.
Und die 68 Paletten? Sie brauchen zwei Wagen. Die Frage ist nur, wie man sie aufteilt:
Aufteilung
Wagen 1
Wagen 2
Frachtstufe
48 und 20
27 840 kg → 28 t
11 600 kg → 12 t
beide „bis 32 t“
34 und 34
19 720 kg → 20 t
19 720 kg → 20 t
beide „bis 32 t“
Beide Varianten landen in derselben Gewichtsstufe und kosten deshalb genau dasselbe. Die Entscheidung fällt also nicht nach dem Preis, sondern danach, was im Lager einfacher ist, und das ist in der Regel die gleichmäßige Aufteilung, weil zwei halb beladene Wagen leichter zu sichern sind als einer randvoll und einer fast leer.
Fracht für beide Wagen
Drehgestellwagen bis 32 t, Stufe bis 600 km = 3 300,00 € je Wagen
2 · 3 300,00 € = 6 600,00 €
− 20 % Nachlass = 1 320,00 €
Nettofracht = 5 280,00 €
+ 19 % USt = 1 003,20 €
Bruttofracht = 6 283,20 €
Der teure Teil daran: Ein einzelner Wagen mit 40 t Ladung hätte in der Stufe 33–42 t nur 3 930,00 € gekostet. Zwei Wagen kosten 6 600,00 €, also fast das Doppelte, für dieselbe Menge. Deshalb lohnt sich vor jeder Bestellung die Frage, ob ein Wagen mit höherer Tragfähigkeit verfügbar ist.
Immer beide Grenzen prüfen: Fläche und Tragfähigkeit. Der kleinere Wert entscheidet, wie viel in den Wagen darf.
Entfernungen ermitteln
Jede Frachtberechnung braucht die Entfernung. Dafür gibt es verschiedene Quellen:
Quelle
Einsatz
Routenplaner für Lkw
Standard in der Praxis, berücksichtigt Durchfahrtsverbote, Höhen und Maut
Entfernungstabellen
in Lehrbüchern und Tarifwerken, schnelle Richtwerte zwischen Großstädten
Tarifentfernungen
vom Frachtführer festgelegte Entfernungen, etwa im Schienenverkehr
So liest man eine Entfernungstabelle
Die Orte stehen in einer Zeile und in einer Spalte. Am Kreuzungspunkt steht die Entfernung. Weil die Strecke A–B genauso lang ist wie B–A, ist meist nur eine Hälfte der Tabelle gefüllt.
Beispiel: Eine Tabelle nennt für Stadt A bis Knotenpunkt K 240 km und für K bis Stadt B 185 km. Stadt B steht nicht mit A in der Tabelle.
Entfernung über K = 240 km + 185 km = 425 km
Das ist ein Richtwert. Liegt K nicht auf dem direkten Weg, ist die echte Strecke kürzer.
Wichtig für die Rechnung: Tarife arbeiten mit Stufen. 425 km fallen in die Stufe „bis 450 km“ oder „bis 500 km“, nie in die niedrigere.
Entfernung am Kreuzungspunkt ablesen, bei fehlenden Orten über einen Knotenpunkt addieren und dann in die nächsthöhere Tarifstufe einordnen.
Übung: Frachtberechnung Schiene
Es gilt der Übungstarif aus dem Beitrag „Wagenladungsverkehr auf der Schiene“.
Aufgabe 1: 38 500 kg Stahlprofile im Drehgestellwagen über 620 km, ohne Nachlass. Bruttofracht?
Lösung:
38,5 t → 39 t → Drehgestellwagen 33–42 t; 620 km → Stufe bis 700 km = 4 290,00 €
+ 19 % USt = 815,10 €
Bruttofracht = 5 105,10 €
Aufgabe 2: 16 280 kg Fliesen im Achsenwagen über 275 km, 14 % Nachlass. Bruttofracht?
Lösung:
16,28 t → 16 t → Achsenwagen bis 18 t; 275 km → Stufe bis 300 km = 1 250,00 €
− 14 % = 175,00 € → 1 075,00 €
+ 19 % USt = 204,25 € → Bruttofracht 1 279,25 €
Aufgabe 3: Ein Kunde bestellt für 22 400 kg Verpackungsmaterial über 480 km einen Drehgestellwagen. Prüfen Sie, ob das die günstigste Wahl ist, und berechnen Sie die Bruttofracht bei 8 % Nachlass.
Lösung:
22,4 t → 22 t, Stufe bis 500 km
Drehgestellwagen bis 32 t = 2 980,00 €
Achsenwagen 19–28 t = 2 240,00 € → der Achsenwagen reicht aus und ist 740,00 € günstiger
Die Bestellung des größeren Wagens war nicht falsch, nur teuer. Wer den Tarif kennt, prüft vor der Bestellung, ob die kleinere Wagenart die Ladung trägt.
Aufgabe 4: Zwei Sendungen gehen über dieselbe Strecke von 390 km im Achsenwagen: a) 18 400 kg und b) 18 600 kg. Berechnen Sie beide Nettofrachten und erklären Sie den Unterschied.
Lösung:
a) 18,4 t → 18 t → Achsenwagen bis 18 t, Stufe bis 400 km = 1 450,00 €
b) 18,6 t → 19 t → Achsenwagen 19–28 t, Stufe bis 400 km = 1 990,00 €
Differenz = 540,00 € für 200 kg mehr Ladung.
Der Grund ist der Stufensprung: Ein Wagenpreis gilt für eine ganze Gewichtsspanne, deshalb kostet das erste Kilogramm über einer Grenze so viel wie die gesamte nächste Stufe. In der Praxis lohnt es sich zu prüfen, ob eine Sendung knapp unter einer Stufengrenze gehalten werden kann, etwa durch leichtere Ladungsträger.
Für Sendungen bis 31,5 kg (bei einigen Anbietern bis 70 kg je Paket) konkurrieren viele Kurier-, Express- und Paketdienste. Wer ihre Preise vergleichen will, muss zuerst wissen, wonach sie abrechnen:
Modell
Grundlage
Beispiel für den Anbieter-Typ
gewichtsbasiert
Gewicht je Paket, in Gewichtsstufen
klassische Paket- und Expressdienste
größenbasiert
Paketklasse nach Größe, meist längste + kürzeste Seite, Gewicht nur als Höchstgrenze
Paketdienste mit S-, M-, L-, XL-Klassen
Worauf beim Vergleich zu achten ist
Netto oder brutto? Geschäftskundentarife stehen meist ohne Umsatzsteuer, Privatkundenpreise mit. Verglichen wird immer auf derselben Basis.
Zuschläge: Inselzustellung, Abholung am selben Tag, Sperrgut, Zustellung zu einer bestimmten Uhrzeit, Kraftstoffzuschlag.
Verträge: Betriebe mit vielen Sendungen zahlen individuelle Preise, die deutlich unter den Listenpreisen liegen.
Übungstarife (keine Marktpreise)
gewichtsbasiert, netto je Paket
€
größenbasiert, brutto je Paket
€
bis 2 kg
7,20
S: längste + kürzeste Seite bis 50 cm
6,90
bis 5 kg
8,40
M: bis 80 cm
9,40
bis 10 kg
10,90
L: bis 110 cm
14,80
bis 15 kg
13,80
XL: bis 150 cm
21,50
bis 20 kg
16,50
Höchstgewicht je Paket 31,5 kg
bis 25 kg
19,40
Inselzustellung je Paket
14,00
bis 31,5 kg
22,90
bis 40 kg / 50 kg / 70 kg
29,60 / 36,20 / 48,50
Inselzustellung je Paket
12,50
Abholung am selben Tag je Auftrag
7,50
Auf die Einheit achten: Die Inselzustellung wird je Paket berechnet, die Abholung je Auftrag. Wer fünf Pakete auf eine Insel schickt, zahlt den Inselzuschlag fünfmal, den Abholzuschlag aber nur einmal.
Erst das Preismodell klären (Gewicht oder Größe, netto oder brutto), dann Zuschläge prüfen, dann vergleichen.
Rechenbeispiel: Paketpreis mit Zuschlägen
Es gelten die Übungstarife aus dem Beitrag „KEP-Dienste: zwei Preismodelle“.
Beispiel 1 (mehrere Pakete, ein Auftrag): Ein Beschlägehändler schickt drei Pakete an dieselbe Baustelle: 8,4 kg, 12,1 kg und 27,6 kg. Die Abholung wird am selben Tag telefonisch bestellt. Gewichtsbasierter Tarif.
8,4 kg → Stufe bis 10 kg = 10,90 €
12,1 kg → Stufe bis 15 kg = 13,80 €
27,6 kg → Stufe bis 31,5 kg = 22,90 €
Summe der Pakete = 47,60 €
+ Abholung am selben Tag, einmal je Auftrag = 7,50 €
Nettopreis = 55,10 €
+ 19 % USt = 10,47 €
Bruttopreis = 65,57 €
Der Abholzuschlag dreimal gerechnet ergäbe 17,85 € zu viel, ein Fehler, der in Prüfungen gern eingebaut wird.
Beispiel 2 (gleiches Gewicht, andere Form): Zwei Pakete wiegen beide 9,0 kg. Paket A misst 40 × 30 × 25 cm, Paket B misst 100 × 25 × 20 cm. Welches Modell ist jeweils günstiger?
Gewichtsbasiert (die Form spielt keine Rolle): beide Stufe bis 10 kg = 10,90 € netto, brutto je 12,97 €
Größenbasiert (längste + kürzeste Seite entscheidet):
Paket A = 40 cm + 25 cm = 65 cm → Klasse M = 9,40 € brutto
Paket B = 100 cm + 20 cm = 120 cm → Klasse XL = 21,50 € brutto
Paket
gewichtsbasiert
größenbasiert
günstiger
A, kompakt
12,97 €
9,40 €
Größenmodell, um 3,57 €
B, lang
12,97 €
21,50 €
Gewichtsmodell, um 8,53 €
Daraus die Faustregel: Kompakte Pakete fahren im Größenmodell günstiger, lange oder sperrige im Gewichtsmodell. Wer beide Anbieter im Vertrag hat, entscheidet also nicht ein für alle Mal, sondern Sendung für Sendung. Und bei der Zusammenstellung zählt immer das Gewicht mit Verpackung und Polstermaterial.
Grundpreis, Zuschläge, Umsatzsteuer. Beim Vergleich beide Angebote brutto oder beide netto rechnen.
Übung: KEP-Dienste
Es gelten die Übungstarife aus dem Beitrag „KEP-Dienste: zwei Preismodelle“.
Aufgabe 1: Vier Pakete an vier verschiedene Empfänger gehen heute noch raus, gewichtsbasierter Tarif: 3,1 kg, 9,8 kg, 19,4 kg und 28,7 kg. Die Abholung am selben Tag wird telefonisch bestellt. Gesamtbetrag brutto?
Lösung:
3,1 kg → 8,40 € · 9,8 kg → 10,90 € · 19,4 kg → 16,50 € · 28,7 kg → 22,90 €
Summe = 58,70 €
+ Abholung 7,50 €: einmal, denn der Zuschlag gilt je Auftrag, nicht je Paket und nicht je Empfänger
Aufgabe 2: Ein versandfertiges Paket wiegt laut Waage 20,3 kg. Ein Kollege schlägt vor, 300 g Polstermaterial wegzulassen: Dann sei man unter 20 kg und spare eine Preisstufe.
a) Wie viel wäre die Ersparnis brutto?
b) Was halten Sie von dem Vorschlag?
Lösung:
a) mit 20,3 kg → Stufe bis 25 kg = 19,40 € netto = 23,09 € brutto
mit 20,0 kg → Stufe bis 20 kg = 16,50 € netto = 19,64 € brutto
Ersparnis = 3,45 €
b) Der Kollege hat richtig gerechnet und trotzdem unrecht. Für 3,45 € wird die Polsterung geopfert, die den Inhalt schützt. Bei einem Transportschaden steht der Warenwert dagegen. Richtig wäre der umgekehrte Weg: Lässt sich derselbe Schutz mit leichterem Material erreichen, spart man die Stufe und behält die Sicherheit.
Aufgabe 3: Ein Rohr-Set mit 3 kg im Karton 70 × 20 × 20 cm. Welcher Tarif ist günstiger?
Lösung:
größenbasiert: 70 cm + 20 cm = 90 cm → Klasse L = 14,80 € brutto
gewichtsbasiert: bis 5 kg = 8,40 € netto · 1,19 = 10,00 € brutto
Der gewichtsbasierte Tarif ist 4,80 € günstiger: Leicht und lang spricht für das Gewichtsmodell.
Aufgabe 4: Warum darf man einen Nettopreis von 16,50 € nicht direkt mit einem Bruttopreis von 18,90 € vergleichen?
Lösung: 16,50 € netto sind brutto 19,64 €. Der scheinbar teurere Bruttopreis ist in Wahrheit 0,74 € günstiger.
Gewicht mit Verpackung bilden, Modell wählen, Zuschläge addieren und auf gleicher Steuerbasis vergleichen.