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Fachlagerist · Fachrechnen

Fachrechnen

1. Wirtschaftsrechnen: Teil I

Die Rechenverfahren im Überblick

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In der Lagerverwaltung tauchen jeden Tag Rechenaufgaben auf, und für jede Art von Problem gibt es ein passendes Verfahren. Das allgemeine Wirtschaftsrechnen gibt dir dafür fünf Werkzeuge an die Hand:

  • Dreisatz: wenn drei Größen bekannt sind und du die vierte suchst
  • Prozentrechnung: wenn du zwei Zahlen vergleichbar machen willst
  • Flächen- und Körperberechnung: wenn es um Lagerfläche und Rauminhalt geht
  • Verteilungsrechnung: wenn ein Betrag nach einem Schlüssel aufgeteilt wird
  • Durchschnittsrechnung: wenn aus vielen Einzelwerten ein Mittelwert werden soll

Der Dreisatz ist dabei das wichtigste Werkzeug. Mit ihm löst du auch einen Großteil der übrigen Rechnungen: Die Prozentrechnung zum Beispiel ist im Kern nichts anderes als ein Dreisatz mit der festen Zahl 100.

Beispiel: Frachtkosten für eine andere Menge hochrechnen? Dreisatz. Ausschussquote zweier Lieferungen vergleichen? Prozentrechnung. Wie viele Paletten passen in die Halle? Flächenberechnung. Stromkosten auf drei Abteilungen umlegen? Verteilungsrechnung. Der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr? Durchschnittsrechnung.

Fünf Verfahren, ein Fundament: Wer den Dreisatz sicher kann, kommt in allen anderen viel schneller klar.

Der Dreisatz: die drei Sätze

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Der Name verrät schon alles. Beim einfachen Dreisatz sind immer drei Größen gegeben, mit deren Hilfe du die unbekannte vierte ermittelst. Und das geschieht in drei Schritten, daher „Drei-Satz-Rechnung“.

1. Bedingungssatz

Der Satz mit den gegebenen Größen. Wichtig: Die gesuchte Größe steht rechts.

2. Fragesatz

Der Satz mit der Größe, von der du ausgehst, und dem x. Die gesuchte Größe steht auch hier rechts.

3. Schlusssatz

Jetzt wird gerechnet. Die Größe, die über dem x steht, kommt immer auf den Bruch. Ob die verbleibende Zahl über oder unter den Bruchstrich wandert, entscheidest du mit einer einzigen Frage. Dazu gleich mehr.

Die goldene Schreibregel: Gleiche Größen, also gleiche Einheiten, werden stets untereinandergeschrieben. Meter unter Meter, Euro unter Euro. Wer das durcheinanderbringt, rechnet garantiert falsch.

Beispiel: Kupferdrahtrollen mit 30,00 m kosten 375,00 €. Was kosten 2,30 m?
1. Bedingungssatz: 30,00 m ≙ 375,00 €
2. Fragesatz: 2,30 m ≙ x €
3. Schlusssatz: x = 375,00 · 2,30 ÷ 30,00 = 28,75 €

Bedingungssatz, Fragesatz, Schlusssatz. Gesuchte Größe immer rechts, gleiche Einheiten immer untereinander.

Zum Üben
  • Ein Kabelrest von 45 m kostet 288,00 €. Was kosten 12 m? (76,80 €)
  • 18 Kartons wiegen 234 kg. Wie viel wiegen 7 Kartons? (91 kg)
  • Für 250 Etiketten zahlst du 17,50 €. Was kosten 900 Etiketten? (63,00 €)

Dreisatz mit geradem Verhältnis

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Ein gerades (oder direktes) Verhältnis liegt vor, wenn sich die gesuchte Größe in dieselbe Richtung verändert wie die gegebene. Mehr Meter kosten mehr Euro, weniger Meter kosten weniger Euro.

Für gerade Verhältnisse gilt: je mehr, desto mehr; je weniger, desto weniger.

Wie du damit rechnest

Bleiben wir beim Kupferdraht: 30,00 m kosten 375,00 €, gesucht ist der Preis für 2,30 m.

Über dem x stehen die 375,00 €. Die kommen auf den Bruch. Jetzt die entscheidende Frage: Kosten 2,30 m mehr oder weniger als 375,00 €? Weniger, klar. Also muss das Ergebnis kleiner werden als 375,00 €. Und damit ein Bruch kleiner wird, kommt die größere der beiden Zahlen unter den Strich, hier die 30,00 m.

x = 375,00 · 2,30 ÷ 30,00 = 28,75 €

Beispiel aus dem Lager: Für den Versand von 200 kg Kunstfasern werden 120,00 € Fracht fällig. Was kosten 75 kg?
200 kg ≙ 120,00 €
75 kg ≙ x €
Weniger Kilo, also weniger Euro: x = 120,00 · 75 ÷ 200 = 45,00 €

Zum Üben
  • Der Versand von 180 kg Kunststoffteilen kostet 108,00 € Fracht. Was kosten 65 kg? (39,00 €)
  • Ein Stapler verbraucht in 8 Betriebsstunden 12 Liter Diesel. Wie viel verbraucht er in 30 Stunden? (45 Liter)
  • Bei optimaler Bodenlagerung brauchen 24 Europaletten 23,04 m². Wie viel brauchen 75 Paletten? (72,00 m²)

Dreisatz mit ungeradem Verhältnis

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Beim ungeraden (oder indirekten) Verhältnis läuft es gegenläufig: Die gesuchte Größe verändert sich in umgekehrter Weise zur gegebenen. Weniger Arbeiter brauchen mehr Zeit. Mehr Arbeiter brauchen weniger Zeit.

Für ungerade Verhältnisse gilt: je weniger, desto mehr; je mehr, desto weniger.

Die Musteraufgabe

Für die Inventur brauchten im vergangenen Jahr 8 Arbeiter 3 Tage. Dieses Jahr sollen es nur 6 Arbeitskräfte machen. Wie viele Tage sind das?

1. Bedingungssatz: 8 Arbeiter ≙ 3 Tage
2. Fragesatz: 6 Arbeiter ≙ x Tage
3. Schlusssatz: Über dem x stehen die 3 Tage, die kommen auf den Bruch. Frage: Brauchen 6 Arbeiter mehr oder weniger Zeit? Mehr. Das Ergebnis soll also größer als 3 Tage werden. Dafür kommt die größere Zahl (8 Arbeiter) auf den Bruch.

x = 3 · 8 ÷ 6 = 4 Tage

Für die diesjährige Inventur brauchen die 6 Arbeiter also 4 Tage.

Beispiel aus dem Lager: Für die Umpalettierung eines Lagerbereichs brauchen 5 Arbeitskräfte 12 Tage. Krankheitsbedingt stehen nur noch 3 zur Verfügung.
Weniger Leute, also mehr Tage: x = 12 · 5 ÷ 3 = 20 Tage

Zum Üben
  • Vier Kommissionierer brauchen für einen Auftrag 9 Stunden. Wie lange brauchen 6? (6 Stunden)
  • Eine Halle wird von 5 Reinigungskräften in 8 Tagen gestrichen. Wie lange dauert es mit 2 Kräften? (20 Tage)
  • 300 t Schüttgut werden mit 15 Lkw à 20 t abgefahren. Wie viele Lkw mit 25 t bräuchte man? (12 Lkw)

Die eine Frage, die jeden Dreisatz löst

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Gute Nachricht: Du musst dir gerades und ungerades Verhältnis gar nicht merken. Es reicht eine einzige Frage, wenn du weißt, was du mit der Antwort machst.

Erst der feste Teil

Schreib die Aufgabe immer gleich auf. Die gesuchte Einheit steht rechts, gleiche Einheiten stehen untereinander:

Bedingungssatz:   90 km  ≙  75 Minuten
Fragesatz:          30 km  ≙  x Minuten

Die Zahl direkt über dem x (hier die 75 Minuten) kommt immer auf den Bruch. Das ist keine Entscheidung, das ist immer so.

Damit steht schon fest:

x = 75 · ? ÷ ?

Offen ist nur noch, welche der beiden übrigen Zahlen (90 oder 30) oben und welche unten landet.

Und jetzt die eine Frage

Soll das Ergebnis größer oder kleiner sein als die Zahl über dem x?

Für 30 km braucht der Kurier natürlich weniger Zeit als für 90 km. Das Ergebnis soll also kleiner werden als 75 Minuten. Und damit ein Bruch kleiner wird, muss die größere der beiden Zahlen unter den Strich:

x = 75 · 30 ÷ 90 = 25 Minuten

Die Gegenprobe im Kopf: 30 km sind ein Drittel von 90 km, also braucht er auch ein Drittel der Zeit. 75 ÷ 3 = 25. Passt.

Die Regel in zwei Zeilen
  • Ergebnis soll größer werden → die größere der beiden übrigen Zahlen kommt auf den Bruchstrich.
  • Ergebnis soll kleiner werden → die größere der beiden übrigen Zahlen kommt unter den Bruchstrich.

Der Grund dahinter ist simpel: Die Zahl über dem x steht schon auf dem Bruch. Multiplizierst du sie mit einem Faktor über 1, wird das Ergebnis größer. Mit einem Faktor unter 1 wird es kleiner. Genau das steuerst du damit, wo die größere Zahl landet.

Zweites Beispiel, andere Richtung: Drei Gabelstapler entladen einen Zug in 12 Stunden. Wie lange brauchen 4 Stapler?
3 Stapler ≙ 12 Stunden
4 Stapler ≙ x Stunden
Über dem x stehen die 12 Stunden, die kommen auf den Bruch. Frage: Brauchen 4 Stapler mehr oder weniger Zeit? Weniger. Also große Zahl (4) unter den Strich:
x = 12 · 3 ÷ 4 = 9 Stunden

Zum Üben

Schreib jede Aufgabe zuerst als Bedingungs- und Fragesatz auf, stell dann die Frage und entscheide, wo die größere Zahl hingehört.

  • Ein Wickler umwickelt 40 Paletten in 50 Minuten. Wie lange braucht er für 64 Paletten? (Über dem x stehen 50 Minuten. Mehr Paletten heißt mehr Zeit, das Ergebnis soll also größer werden. Die große Zahl 64 kommt auf den Bruch: x = 50 · 64 ÷ 40 = 80 Minuten)
  • Ein Stapler verbraucht in 6 Betriebsstunden 9 Liter Diesel. Wie viel verbraucht er in 4 Stunden? (Über dem x stehen 9 Liter. Weniger Stunden heißt weniger Diesel, Ergebnis kleiner, also große Zahl 6 unter den Strich: x = 9 · 4 ÷ 6 = 6 Liter)
  • Fünf Packer brauchen für einen Auftrag 8 Stunden. Wie lange brauchen 10 Packer? (Über dem x stehen 8 Stunden. Mehr Leute heißt weniger Zeit, Ergebnis kleiner, also große Zahl 10 unter den Strich: x = 8 · 5 ÷ 10 = 4 Stunden)

Beim ersten und zweiten Beispiel läuft es gleichläufig, beim dritten gegenläufig, und trotzdem hast du in allen drei Fällen genau dieselbe Frage gestellt. Genau das ist der Trick.

Der zusammengesetzte Dreisatz

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Im Vergleich zum einfachen Dreisatz besteht der zusammengesetzte aus mehreren Dreisätzen. Die können sowohl in geradem als auch in ungeradem Verhältnis zueinander stehen, und zwar in derselben Aufgabe.

Der Trick: Du löst ihn nicht auf einmal, sondern zerlegst ihn in einzelne Dreisätze. Dabei hilft das Abdeckverfahren.

Das Abdeckverfahren

Du deckst sämtliche Größen bis auf einen Dreisatz ab und löst diesen ganz normal. Danach deckst du den ersten ab und wendest dich dem zweiten zu.

Musteraufgabe

Die Inventur wurde im vergangenen Jahr von 5 Arbeitern in 3 Tagen erledigt, jeder arbeitete täglich 8 Stunden. Dieses Jahr soll sie schon nach 2 Tagen fertig sein, und es kommt ein Arbeiter dazu. Wie viele Stunden muss dann jeder täglich arbeiten?

5 Arbeiter, 3 Tage, 8 Stunden
6 Arbeiter, 2 Tage, x Stunden

Erster Dreisatz (Arbeiter): 6 Arbeiter schaffen die Aufgabe schneller als 5, das Ergebnis soll also kleiner werden. Die größere Zahl (6) kommt unter den Strich: 8 · 5 ÷ 6

Zweiter Dreisatz (Tage): Wenn die Arbeit in 2 statt 3 Tagen fertig sein soll, muss täglich länger gearbeitet werden. Das Ergebnis wird größer, die größere Zahl (3) kommt auf den Bruch.

x = 8 · 5 · 3 ÷ (6 · 2) = 10 Stunden

Zum Nachrechnen: Bisher erledigten 20 Arbeitnehmer die Inventur in 3 Tagen bei 7,5 Stunden täglich. Dieses Jahr kommen 3 Aushilfen und 2 Azubis dazu, und es soll in 2 Tagen fertig sein.
x = 7,5 · 20 · 3 ÷ (25 · 2) = 9 Stunden täglich

Zerlegen, nicht raten: einen Dreisatz nach dem anderen, jeder mit derselben Größer-oder-kleiner-Frage.

Zum Üben
  • 6 Arbeiter schaffen in 4 Tagen bei 8 Stunden täglich die Inventur. Wie viele Stunden täglich brauchen 8 Arbeiter, wenn es in 3 Tagen fertig sein soll? (8 Stunden)
  • 5 Packer schaffen in 6 Stunden 900 Pakete. Wie viele Pakete schaffen 8 Packer in 9 Stunden? (2.160 Pakete)
  • Drei Lkw fahren in 5 Tagen 4.500 km. Wie weit kommen 4 Lkw in 8 Tagen? (9.600 km)

Prozentrechnung: warum die 100 alles vergleichbar macht

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Die Prozentrechnung gilt als die wichtigste Rechenart des Kaufmanns. Mit ihr setzt du beliebige Zahlen ins Verhältnis zur Bezugszahl 100, und erst dadurch werden sie miteinander vergleichbar.

Warum das nötig ist

Zwei Zahlen nebeneinander sagen oft gar nichts. Bei der einen Fahrschule fielen 58 von 240 Schülern durch, bei der anderen 73 von 315. Welche ist besser? Sieht man nicht. Erst wenn du beide auf 100 herunterrechnest, wird es eindeutig:

  • Fahrschule A: 58 · 100 ÷ 240 = 24,17 %
  • Fahrschule B: 73 · 100 ÷ 315 = 23,17 %

Bei A fielen verhältnismäßig mehr durch, obwohl die absolute Zahl kleiner war. Genau solche Fälle baut die Prüfung gern ein.

Beispiel aus dem Lager: Drei Lieferungen desselben Artikels: 220 Stück mit 17 Ausschuss, 280 Stück mit 21 Ausschuss, 190 Stück mit 14 Ausschuss. Auf 100 gerechnet: 7,73 %, 7,50 %, 7,37 %. Die kleinste Lieferung war also die beste, obwohl sie nicht die wenigsten Fehlteile hatte.

Und Promille?

Wählst du als Vergleichsgröße nicht 100, sondern 1.000, sprichst du von Promillerechnung.

Prozent heißt „vom Hundert“, Zeichen %. Promille heißt „vom Tausend“, Zeichen ‰. Beides sind Vergleichsrechnungen, und beide löst du mit dem Dreisatz.

Zum Üben
  • Lieferung A: 12 Fehlteile bei 400 Stück. Lieferung B: 15 Fehlteile bei 600 Stück. Welche war besser? (A = 3,00 %, B = 2,50 %; Lieferung B)
  • Von 250 Aufträgen wurden 235 pünktlich ausgeliefert. Wie hoch ist die Quote? (94 %)

Grundwert, Prozentwert, Prozentsatz

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Neben der Vergleichszahl 100 kennt die Prozentrechnung drei Größen. Zwei davon müssen gegeben sein, die dritte rechnest du aus, in aller Regel mit dem Dreisatz.

  • Grundwert: der Wert, der zur Zahl 100 in Beziehung gesetzt wird. Der Grundwert ist immer 100 %. Das ist das Ganze, die Ausgangsmenge.
  • Prozentwert: der Wert, der aus dem Grundwert mithilfe des Prozentsatzes errechnet wird. Das ist der Teil.
  • Prozentsatz: die Zahl, die angibt, wie viele Teile vergleichsweise auf 100 entfallen. Die Angabe erfolgt stets in %.
Am Fahrschul-Beispiel
  • Grundwert = Zahl der Fahrschüler (240 bzw. 315)
  • Prozentwert = Zahl der durchgefallenen Fahrschüler (58 bzw. 73)
  • Prozentsatz = Anteil der durchgefallenen Fahrschüler (24,17 % bzw. 23,17 %)
So findest du die Größen in der Aufgabe

Der Grundwert steht meistens hinter „von“ oder „insgesamt“. Der Prozentwert ist der Teil davon. Und beim Prozentsatz steht das Prozentzeichen dabei. Wenn du weißt, welche zwei gegeben sind, ergibt sich der Rechenweg von selbst.

Beispiel: Von 850 eingelagerten Kartons sind 34 beschädigt.
Grundwert = 850 Kartons (das Ganze, 100 %)
Prozentwert = 34 Kartons (der Teil)
Gesucht ist der Prozentsatz: 34 · 100 ÷ 850 = 4 %
Umgekehrt: Wie viele von 850 wären 6 %? 850 · 6 ÷ 100 = 51 Kartons.

Grundwert = das Ganze = 100 %. Prozentwert = der Teil. Prozentsatz = wie viel auf 100 entfällt. Zwei bekannt, die dritte per Dreisatz.

Zum Üben
  • Von 1.400 eingelagerten Kartons sind 56 beschädigt. Benenne Grundwert, Prozentwert und Prozentsatz. (Grundwert 1.400, Prozentwert 56, Prozentsatz 4 %)
  • Ein Lager hat 8 % Schwund, das sind 120 Paletten. Welche Größe fehlt hier? (der Grundwert: 1.500 Paletten)

Den Prozentwert berechnen

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Gegeben sind Grundwert und Prozentsatz, gesucht ist der Teil. Das ist der häufigste Fall überhaupt, und es gibt zwei Wege dorthin.

Weg 1: mit dem Dreisatz

Der Grundwert wird gleich 100 gesetzt. Beispiel: Die Ausbildungsvergütung von 650,00 € steigt um 3 %.

100 % ≙ 650,00 €
  3 % ≙ x €
x = 650 · 3 ÷ 100 = 19,50 €

Weg 2: die kaufmännische Lösung

Kaufleute gehen meist über 1 % oder 10 % des Grundwertes und multiplizieren dann mit dem Prozentsatz. Der Trick: Für 1 % schiebst du beim Grundwert das Komma um zwei Stellen nach links, für 10 % um eine Stelle.

1 % von 650,00 € = 6,50 €
3 % = 3 · 6,50 € = 19,50 €

Dasselbe Ergebnis, aber im Kopf zu schaffen. Genau deshalb ist dieser Weg in der Prüfung Gold wert: Er spart Zeit und du merkst sofort, wenn eine Zahl unplausibel ist.

Beispiel aus dem Lager: Eine Eingangsrechnung über zwei Elektrostapler lautet auf 56.763,00 €, der Lieferant gewährt 3 % Skonto bei Barzahlung.
1 % = 567,63 €, also 3 % = 3 · 567,63 = 1.702,89 € Skonto
Zu zahlen: 56.763,00 − 1.702,89 = 55.060,11 €

Prozentwert = Grundwert · Prozentsatz ÷ 100. Oder kaufmännisch: erst 1 % über das Komma, dann mal den Prozentsatz.

Zum Üben
  • Eine Rechnung über 3.480,00 € wird mit 2 % Skonto bezahlt. Wie hoch ist das Skonto? (69,60 €)
  • Ein Bruttolohn von 2.850,00 € steigt um 4 %. Wie viel mehr sind das? (114,00 €)
  • Von 12.500 Positionen im Lager sind 6 % Langsamdreher. Wie viele Positionen? (750 Positionen)

Bequeme Prozentsätze: mit Brüchen schneller rechnen

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Bei bestimmten Prozentsätzen kannst du dir den Rechengang stark erleichtern, indem du den Prozentsatz durch einen gemeinen Bruch ersetzt. Statt lange zu multiplizieren, teilst du einfach.

  • 1 % = 1/100 · 2 % = 1/50 · 3⅓ % = 1/30 · 5 % = 1/20
  • 6⅔ % = 1/15 · 8⅓ % = 1/12 · 10 % = 1/10 · 12½ % = 1/8
  • 16⅔ % = 1/6 · 20 % = 1/5 · 25 % = 1/4 · 33⅓ % = 1/3
  • 50 % = 1/2 · 66⅔ % = 2/3

Diese Tabelle lohnt sich auswendig, zumindest die untere Hälfte. Wer bei 25 % automatisch „durch 4“ denkt, rechnet in der Prüfung deutlich schneller als jemand, der jedes Mal mal 25 durch 100 nimmt.

Beispiel: 25 % von 3.480,00 € sind 3.480 ÷ 4 = 870,00 €. Und 33⅓ % von 1.200 Paletten sind 1.200 ÷ 3 = 400 Paletten, ganz ohne Taschenrechner.

50 % ist die Hälfte, 25 % ein Viertel, 20 % ein Fünftel, 10 % ein Zehntel. Wer teilt statt multipliziert, ist schneller fertig.

Zum Üben
  • Rechne im Kopf: 25 % von 2.480,00 € (620,00 €)
  • Rechne im Kopf: 20 % von 1.750 Paletten (350 Paletten)
  • Rechne im Kopf: 12½ % von 3.200,00 € (400,00 €)
  • Rechne im Kopf: 33⅓ % von 8.100 kg (2.700 kg)

Den Prozentsatz berechnen

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Gegeben sind Grundwert und Prozentwert, gesucht ist der Prozentsatz. Jetzt steht die Prozentangabe rechts. Deshalb dreht sich der Ansatz gegenüber der Prozentwert-Rechnung um.

Musteraufgabe

Die Ausbildungsvergütung von 650,00 € wurde um 22,75 € monatlich erhöht. Wie viel Prozent sind das?

650,00 € ≙ 100 %
 22,75 € ≙ x %
x = 100 · 22,75 ÷ 650,00 = 3,5 %

Die Reihenfolge im Kopf
  1. Bedingungssatz: Der Grundwert entspricht 100 %.
  2. Fragesatz: Der Prozentwert entspricht x %.
  3. Schlusssatz und Lösung wie beim Dreisatz.

Beispiel aus dem Lager: Der Preis für ein Stahlregal lag bei 3.200,00 € und wurde um 96,00 € erhöht.
x = 100 · 96 ÷ 3.200 = 3 %
Und noch eine typische Falle: Heiko Müllers Gehalt wurde um 32,00 € erhöht, jetzt bekommt er 2.432,00 €. Der Grundwert ist hier nicht 2.432,00 €, sondern der alte Lohn: 2.432 − 32 = 2.400,00 €. Damit sind es 100 · 32 ÷ 2.400 = 1,33 %.

Prozentsatz = Prozentwert · 100 ÷ Grundwert. Und immer prüfen, ob der genannte Betrag der alte oder schon der neue Wert ist.

Zum Üben
  • Der Preis einer Palette stieg von 12,00 € auf 12,90 €. Wie viel Prozent? (7,5 %)
  • Von 800 Kommissionierzeilen waren 24 fehlerhaft. Wie hoch ist die Fehlerquote? (3 %)
  • Ein Lohn wurde um 45,00 € erhöht, jetzt werden 2.295,00 € gezahlt. Wie viel Prozent betrug die Erhöhung? (2 %; Grundwert sind 2.250,00 €)

Den Grundwert berechnen

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Gegeben sind Prozentsatz und Prozentwert, gesucht ist das Ganze. Auch das läuft über den Dreisatz, nur startest du diesmal beim Prozentsatz.

Musteraufgabe

Eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung von 4 % ergab einen Mehrverdienst von 28,00 € brutto. Wie hoch war die Vergütung vorher?

  4 % ≙ 28,00 €
100 % ≙ x €
x = 28 · 100 ÷ 4 = 700,00 €

Der Grundwert entspricht immer 100 %.

Beispiel aus dem Lager: Der Kostenvoranschlag für ein neues Palettenlager wurde um 1.200.000,00 € überschritten, das entspricht 12,5 %.
x = 1.200.000 · 100 ÷ 12,5 = 9.600.000,00 € war der Kostenvoranschlag.
Oder kleiner: Ein Transport ist mit 2 ‰ versichert, die Prämie beträgt 18,00 €. Versicherungssumme: 18 · 1.000 ÷ 2 = 9.000,00 €. Bei Promille rechnest du mit 1.000 statt 100.

Zum Üben
  • 3 % Skonto entsprechen 42,00 €. Wie hoch war der Rechnungsbetrag? (1.400,00 €)
  • Der Schwund von 2,5 % beträgt 75 Paletten. Wie groß war der Bestand? (3.000 Paletten)
  • Eine Transportversicherung von 4 ‰ kostet 26,00 € Prämie. Wie hoch ist die Versicherungssumme? (6.500,00 €)

Der vermehrte Grundwert (Prozentrechnung auf Hundert)

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Jetzt wird es tückisch. Manchmal ist der angegebene Wert nämlich gar nicht der Grundwert, sondern schon der erhöhte Wert. Dann liegt er über 100 %. Man spricht vom vermehrten Grundwert.

Sowohl beim vermehrten als auch beim verminderten Grundwert wird immer der reine Grundwert = 100 % gesucht.

Musteraufgabe

Im Speditionsgewerbe gab es 3 % Lohnerhöhung. Die Lageristin verdient nun 2.472,00 € brutto. Wie hoch war ihr Verdienst vorher?

1. Vorüberlegung: Worauf bezieht sich die Lohnerhöhung? Auf den bisherigen Verdienst. Der ist der Grundwert und damit 100 %. Der neue Lohn ist also 100 % + 3 % = 103 %.

2. Rechnung:
103 % ≙ 2.472,00 €
100 % ≙ x €
x = 2.472,00 · 100 ÷ 103 = 2.400,00 €

Die Kontrolle: 3 % von 2.400 sind 72 €, und 2.400 + 72 = 2.472. Passt.

Vermehrter Grundwert = Grundwert + Prozentwert. Der genannte Betrag ist 100 % plus den Prozentsatz.

Beispiel aus dem Lager: Die Bruttofracht des Hausspediteurs beträgt 1.475,60 €, der Umsatzsteuersatz 19 %. Wie hoch ist die Nettofracht?
Die Bruttofracht ist 119 %: x = 1.475,60 · 100 ÷ 119 = 1.240,00 € netto.
Wer hier einfach 19 % von 1.475,60 abzieht, landet bei 1.195,24 € und liegt um fast 45 € daneben.

Zum Üben
  • Nach 5 % Lohnerhöhung verdient eine Lageristin 2.625,00 €. Wie hoch war der Lohn vorher? (2.500,00 €)
  • Eine Bruttofracht beträgt 892,50 € bei 19 % Umsatzsteuer. Wie hoch ist die Nettofracht? (750,00 €)
  • Ein Regal kostet nach 8 % Preiserhöhung 2.592,00 €. Was kostete es vorher? (2.400,00 €)

Der verminderte Grundwert (Prozentrechnung im Hundert)

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Dasselbe Prinzip, nur andersherum: Der angegebene Wert ist schon der gesenkte Wert und liegt damit unter 100 %.

Musteraufgabe

Eine Digitalkamera wurde um 15 % im Preis gesenkt und kostet nun 425,00 €. Was kostete sie vorher?

1. Vorüberlegung: Die Preissenkung bezieht sich auf den bisherigen Preis, der ist 100 %. Der neue Preis ist also 100 % − 15 % = 85 %.

2. Rechnung:
 85 % ≙ 425,00 €
100 % ≙ x €
x = 425,00 · 100 ÷ 85 = 500,00 €

Verminderter Grundwert = Grundwert − Prozentwert. Gesucht ist auch hier immer der reine Grundwert = 100 %.

Beispiel aus dem Lager: Nach Abzug von 3 % Skonto wurden für eine Lieferantenrechnung noch 1.746,00 € überwiesen.
Der überwiesene Betrag ist 97 %: x = 1.746,00 · 100 ÷ 97 = 1.800,00 € Rechnungsbetrag.
Gegenprobe: 3 % von 1.800 sind 54 €, und 1.800 − 54 = 1.746. Passt.

Zum Üben
  • Nach Abzug von 2 % Skonto wurden 1.911,00 € überwiesen. Wie hoch war die Rechnung? (1.950,00 €)
  • Ein Stapler kostet im Abverkauf nach 20 % Nachlass 18.400,00 €. Wie hoch war der Listenpreis? (23.000,00 €)
  • Der Umsatz sank um 6 % auf 611.000,00 €. Wie hoch war er im Vorjahr? (650.000,00 €)

Zusammengesetzte Prozentrechnung: das Treppenschema

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Wenn mehrere prozentuale Veränderungen hintereinander durchgeführt werden, darfst du sie nicht einfach zusammenzählen. Jede Veränderung bezieht sich auf einen neuen Ausgangswert. Als Hilfsmittel hat sich das Treppenschema bewährt.

Jede Treppenstufe beginnt immer mit 100 %.

So gehst du vor
  1. Die prozentualen Veränderungen chronologisch herausschreiben.
  2. Das Treppenschema aufstellen. Es beginnt immer mit der gesuchten Größe = alter Wert = Grundwert = 100 %. Danach wird jede Veränderung stufenweise auf den jeweiligen Ausgangswert bezogen, der immer wieder 100 % beträgt.
  3. Stufenweise zurückrechnen: gegebene Größe eintippen, mit der oberen Treppengröße (immer 100) multiplizieren, durch die untere Treppengröße teilen. Ergebnis im Rechner lassen und die nächste Stufe genauso abarbeiten.
Musteraufgabe

Der Gewinn nahm 2019 um 8 % zu, 2020 um 12 % ab und 2021 um 4 % zu, auf nun 296.524,80 €. Wie hoch war er 2018?

  • Stufe 2021: 104 % ≙ 296.524,80 € → 100 % = 296.524,80 · 100 ÷ 104 = 285.120,00 €
  • Stufe 2020: 88 % ≙ 285.120,00 € → 100 % = 285.120,00 · 100 ÷ 88 = 324.000,00 €
  • Stufe 2019: 108 % ≙ 324.000,00 € → 100 % = 324.000,00 · 100 ÷ 108 = 300.000,00 €

Der Gewinn 2018 betrug also 300.000,00 €.

Warum man nicht zusammenzählen darf: Ein Preis wird um 25 % erhöht, dann um 15 % und nochmals um 10 % gesenkt. Zusammengezählt wären das ±0 %. Tatsächlich liegt der Preis am Ende bei 100 · 1,25 · 0,85 · 0,90 = 95,6 % des Ausgangspreises, also 4,4 % darunter. Genau diesen Fehler baut die Prüfung gern ein.

Zum Üben
  • Ein Preis wurde um 20 % erhöht und danach um 20 % gesenkt. Er liegt nun bei 96,00 €. Wie hoch war er vorher? (100,00 €; zusammengezählt wäre man bei ±0, tatsächlich fehlen 4 %)
  • Der Lagerbestand stieg um 10 %, fiel um 25 % und stieg um 20 % auf 990 Paletten. Ausgangsbestand? (1.000 Paletten)
  • Ein Kunde zahlt nach 15 % Rabatt und 2 % Skonto 1.666,00 €. Wie hoch war der Listenpreis? (2.000,00 €)

Die Bezugskalkulation

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Die wohl wichtigste Anwendung der zusammengesetzten Prozentrechnung. Mit der Bezugskalkulation ermittelst du den Einstands- oder Bezugspreis gekaufter Ware, also das, was die Ware dich wirklich kostet, wenn sie im Lager steht.

Warum das wichtig ist
  • Verschiedene Angebote lassen sich erst nach Ermittlung des Einstandspreises miteinander vergleichen.
  • Erst nach dem Vergleich kann die richtige Entscheidung für den kostengünstigsten Lieferanten getroffen werden.
Das Kalkulationsschema

    Einkaufspreis
− Liefererrabatt
= Zieleinkaufspreis
− Liefererskonto
= Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten
= Einstandspreis

Bezugskosten können sein: Fracht, Rollgeld, Zölle, Wiegegebühren, Transportversicherung, Verladekosten und dergleichen.

Rabatt vom Einkaufspreis, Skonto vom Zieleinkaufspreis, Bezugskosten obendrauf. Und: Sind Bezugskosten zu ermitteln, werden sie immer auf das Bruttogewicht der Sendung bezogen.

Durchgerechnet: 270 kg Schrauben zu 7,80 € je kg, 15 % Mengenrabatt, 2 % Skonto, 72,00 € Bezugskosten.
Einkaufspreis 2.106,00 €
− 15 % Rabatt = 315,90 € → Zieleinkaufspreis 1.790,10 €
− 2 % Skonto = 35,80 € → Bareinkaufspreis 1.754,30 €
+ Bezugskosten 72,00 € → Einstandspreis 1.826,30 €
Je kg: 1.826,30 ÷ 270 = 6,76 €

Zum Üben
  • 500 kg Ware zu 4,20 € je kg, 10 % Rabatt, 3 % Skonto, 45,00 € Bezugskosten. Einstandspreis gesamt und je kg? (Einstandspreis 1.878,30 €; je kg 3,76 €)
  • Einkaufspreis 1.200,00 €, 20 % Rabatt, 2 % Skonto, 60,00 € Fracht. Einstandspreis? (1.000,80 €)

Vorarbeiten: Nettogewicht und Einkaufspreis

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Bevor du überhaupt kalkulieren kannst, fehlen oft noch zwei Zahlen. Genau hier verrechnen sich die meisten.

1. Das Nettogewicht der Sendung

    Bruttogewicht
− Tara (Verpackungsgewicht)
= Nettogewicht

Besonderheit bfn: „brutto für netto“, oft als b/n abgekürzt. Das heißt: Die Verpackung wird wie Ware gerechnet. In diesem Fall gehst du zur Errechnung des Einkaufspreises vom Bruttogewicht der Sendung aus.

2. Der Einkaufspreis der Sendung

Einkaufspreis = Nettomenge · Preis je Einheit

Beispiel: Eine Sendung Schrauben wiegt brutto 294 kg, das Verpackungsgewicht beträgt 24 kg, der Preis 7,80 € je kg netto.
Nettogewicht: 294 − 24 = 270 kg
Einkaufspreis: 270 · 7,80 = 2.106,00 €
Stünde in den Konditionen dagegen „bfn“, würdest du mit 294 kg rechnen: 294 · 7,80 = 2.293,20 €, also 187,20 € mehr, allein wegen drei Buchstaben im Angebot.

Zum Üben
  • Bruttogewicht 520 kg, Tara 4 kg je Kiste bei 5 Kisten, Preis 9,50 € je kg netto. Einkaufspreis? (4.750,00 € für 500 kg netto)
  • Dieselbe Sendung, aber „bfn“ vereinbart. Wie hoch ist der Einkaufspreis jetzt? (4.940,00 €, gerechnet mit 520 kg)

Der Angebotsvergleich

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Genau dafür rechnest du überhaupt den Einstandspreis: Zwei Angebote sehen auf den ersten Blick völlig verschieden aus. Erst der Einstandspreis macht sie vergleichbar.

So gehst du vor
  1. Für jedes Angebot dieselbe Menge zugrunde legen.
  2. Für jedes Angebot das komplette Kalkulationsschema durchrechnen: Einkaufspreis, Rabatt, Skonto, Bezugskosten.
  3. Erst die Einstandspreise vergleichen, nicht die Listenpreise.

Aufgepasst bei den Lieferbedingungen: „ab Werk“ heißt, du zahlst die Fracht zusätzlich. „frei Haus“ heißt, sie steckt schon im Preis. Wer das übersieht, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Durchgerechnet: 1.600 m Stahlregale.
Angebot 1: 28,00 € je Meter ab Werk, Fracht 150,00 € je angefangene 1.000 m, 10 % Mengenrabatt, 1 % Skonto.
Einkaufspreis: 1.600 · 28,00 = 44.800,00 €
− 10 % Rabatt = 4.480,00 € → 40.320,00 €
− 1 % Skonto = 403,20 € → 39.916,80 €
+ Fracht: 1.600 m sind zwei angefangene 1.000 m, also 2 · 150,00 = 300,00 €
= Einstandspreis 40.216,80 €
Angebot 2: 45.000,00 € frei Haus für die 1.600 m, 15 % Mengenrabatt, kein Skonto.
45.000,00 − 15 % = 38.250,00 €
Angebot 2 ist rund 1.967 € günstiger, obwohl der Listenpreis dort höher aussieht.

Verglichen wird nie der Angebotspreis, sondern immer der Einstandspreis. Und der Preis ist nur ein Kriterium. Lieferzeit, Qualität und Zuverlässigkeit gehören in die Entscheidung dazu.

Zum Üben
  • Angebot A: 900 m Regal zu 30,00 € ab Werk, 200,00 € Fracht, 10 % Rabatt, 2 % Skonto. Angebot B: 24.500,00 € frei Haus für die 900 m, 5 % Rabatt. Welches ist günstiger? (A = 24.014,00 €, B = 23.275,00 €; Angebot B)

Die Formeln für Flächen und Körper

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Für die Berufe der Lagerlogistik ist das Beherrschen der Flächen-, Körper- und Umfangsberechnung eine zentrale Voraussetzung. Erst damit bekommst du den Laderaum eines Lkw oder Waggons mit Säcken, Paletten und Ähnlichem optimal ausgenutzt.

Flächen
  • Quadrat: Umfang U = 4 · a  |  Fläche F = a · a
  • Rechteck: Umfang U = 2a + 2b  |  Fläche F = a · b
  • Dreieck: Umfang U = a + b + c  |  Fläche F = (g · h) ÷ 2
  • Kreis: Umfang U = 2rπ  |  Fläche F = r²π
Körper
  • Würfel: Volumen V = a · a · a  |  Oberfläche O = 6 · a²
  • Quader: Volumen V = a · b · c  |  Oberfläche O = 2ab + 2ac + 2bc
  • Dreiecksäule: Volumen V = (g · h) ÷ 2 · l
  • Zylinder: Volumen V = r²πh  |  Oberfläche O = 2r²π + 2rπh
  • Kugel: Volumen V = 4/3 · r³π

Beispiel aus dem Lager: Der Laderaum eines Sattelaufliegers misst innen 14,00 m × 2,50 m × 2,20 m. Das ist ein Quader: V = 14,00 · 2,50 · 2,20 = 77,00 m³. Damit weißt du sofort, ob die angekündigte Sendung überhaupt hineinpasst.

Fläche in m², Volumen in m³. Und immer erst alle Maße auf dieselbe Einheit bringen, bevor du multiplizierst.

Zum Üben
  • Ein Container misst innen 5,90 m × 2,35 m × 2,39 m. Wie viel m³ Laderaum? (33,14 m³)
  • Ein Lagerraum ist 24 m lang und 18 m breit. Wie groß ist die Fläche? (432 m²)
  • Ein Fass hat 30 cm Radius und 90 cm Höhe. Wie viel Liter fasst es? (rund 254 Liter)

Flächen und Körper berechnen: der Weg zur Lösung

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Die Formel selbst ist selten das Problem. Das Problem ist, die richtige zu erwischen. Deshalb immer in dieser Reihenfolge:

  1. Überlegen, um welche Fläche oder welchen Körper es sich handelt.
  2. Die passende Berechnungsformel auswählen.
  3. Die geforderte Größe errechnen, mit Einheiten.
Musteraufgabe

Zehn würfelförmige Holzkisten mit 60 cm Kantenlänge sollen in Ölpapier verpackt werden. Der Quadratmeterpreis beträgt 5,80 €. Wie teuer wird das Papier?

Gesucht ist die Oberfläche eines Würfels:
O = 6 · a² = 6 · 0,60 m · 0,60 m = 6 · 0,36 m² = 2,16 m² je Kiste
Preis = 2,16 m² · 5,80 €/m² · 10 Kisten = 125,28 €

Beachte den Umweg über die Meter: Mit 60 cm gerechnet käme Unsinn heraus. Erst umrechnen, dann multiplizieren.

Zum Nachrechnen: Ein 25,20 m² großer Sozialraum wird mit Fliesen von 50 cm × 30 cm ausgelegt. Eine Fliese hat 0,50 · 0,30 = 0,15 m². Benötigt werden 25,20 ÷ 0,15 = 168 Fliesen.

Zum Üben
  • Acht würfelförmige Kisten mit 50 cm Kante werden in Folie gewickelt. Der Quadratmeter kostet 4,20 €. Wie teuer wird die Folie? (50,40 €)
  • Ein 36 m² großer Raum wird mit Fliesen von 40 cm × 40 cm ausgelegt. Wie viele Fliesen? (225 Fliesen)

Bruttofläche, Lagerfläche, Verkehrsfläche

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Lagernutzflächen geben die Grundflächen (die Bruttofläche) von Lager- bzw. Laderäumen an. Diese Flächen können in der Regel jedoch nicht völlig als Lagerfläche verwendet werden. Der Grund: Für eine reibungslose Ein- und Auslagerung müssen genügend breite Wege für die innerbetrieblichen Transportmittel frei bleiben: die sogenannten Verkehrsflächen.

So teilt sich die Bruttofläche auf
  • Bruttolagerfläche (= Lagernutzfläche) = Grundfläche × Geschossanzahl, also Länge × Breite × Geschosse
  • davon Nettolagerfläche (= Lagerfläche): hier steht die Ware
  • und Verkehrsfläche: die innerbetriebliche Wegefläche bzw. Warenbewegungsfläche

Bei eingeschossigen Gebäuden entspricht die Bruttolagerfläche einfach der Grundfläche aus Länge × Breite; neben der Nettolagerfläche bleibt dann noch die Restfläche.

Brutto ist alles, netto ist das, worauf die Ware wirklich steht. Dazwischen liegen die Wege.

Beispiel: Ein dreigeschossiges Lager mit 80 m × 30 m Grundfläche hat eine Bruttolagerfläche von 80 · 30 · 3 = 7.200 m². Fallen 25 % auf Verkehrswege, bleiben 5.400 m² Nettolagerfläche.

Zum Üben
  • Ein zweigeschossiges Lager misst 50 m × 24 m. Wie hoch ist die Bruttolagerfläche? (2.400 m²)
  • Davon entfallen 30 % auf Verkehrswege. Wie groß ist die Nettolagerfläche? (1.680 m²)

Die Nettolagerfläche berechnen

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Die typische Prüfungsaufgabe: Gegeben sind ein paar Maße und ein Prozentsatz für die Wege, gesucht ist die Fläche, auf der tatsächlich gelagert werden kann.

Die drei Schritte
  1. Die insgesamt zur Verfügung stehende Grundfläche ermitteln.
  2. Die Wegefläche berechnen.
  3. Die Lager- bzw. Ladefläche als Rest ermitteln.
Musteraufgabe

Ein Europalettenlager ist 60 m lang und 6,50 m hoch, der Bruttoraum beträgt 7.800 m³. Für innerbetriebliche Verkehrswege sind 25 % der Fläche frei zu halten.

a) Die Breite: Volumen = Länge · Breite · Höhe
7.800 m³ = 60 m · Breite · 6,50 m
Breite = 7.800 ÷ 390 = 20 m

b) Die Nettolagerfläche:
Grundfläche: 60 m · 20 m = 1.200 m²
− Wegefläche (1/4): 300 m²
= Netto-Lagerfläche 900 m²

Der kleine Trick in Teil a: Wenn die Breite fehlt, aber das Volumen gegeben ist, stellst du die Volumenformel einfach um. Länge mal Höhe ergibt 390 m², und durch diese Zahl teilst du das Volumen.

Beispiel aus dem Lager: Morgen kommen 9 Lkw mit je 22 nicht stapelbaren Europaletten, also 198 Paletten zu je 0,96 m². Benötigt werden 198 · 0,96 = 190,08 m². Im 20 m × 15 m großen Palettenlager stehen 300 m² brutto zur Verfügung, davon nach Abzug von 25 % Wegefläche noch 225 m² netto. Es passt, aber knapp.

Zum Üben
  • Eine Halle hat 4.320 m³ Bruttoraum, ist 48 m lang und 5,00 m hoch. Wie breit ist sie? (18 m)
  • Wie groß ist die Nettolagerfläche, wenn 20 % Wegefläche abgehen? (691,20 m²)
  • Wie viele nicht stapelbare Europaletten passen darauf? Eine Europalette belegt 1,20 m · 0,80 m = 0,96 m². (691,20 ÷ 0,96 = 720 Paletten)

Nutzungsgrade im Lager berechnen

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Nutzungsgrade sind im Rahmen des Lagercontrollings wichtige Kennzahlen. Sie geben das Verhältnis von tatsächlichem zu maximalem Wert einer Bezugsgröße an und informieren damit über die aktuelle Auslastung eines Lagers oder eines zu beladenden Fahrzeugs.

Flächennutzungsgrad in % = tatsächlich belegte Fläche × 100 ÷ nutzbare Fläche (Bruttofläche)

Raumnutzungsgrad in % = tatsächlich genutzter Raum × 100 ÷ nutzbarer Raum (Bruttoraum)

Musteraufgabe

Ein fünfgeschossiges Lagergebäude misst 120 m × 65 m. Auf innerbetriebliche Verkehrsflächen entfallen 25 %. Zurzeit ist das Lager mit 13.200 nicht stapelbaren Europaletten belegt.

a) Bruttolagerfläche: 120 m · 65 m = 7.800 m² · 5 Geschosse = 39.000 m²

b) Nettolagerfläche: Verkehrsfläche = 25 % von 39.000 m² = 9.750 m². 39.000 m² − 9.750 m² = 29.250 m²

c) Flächennutzungsgrad:
Fläche einer Europalette: 1,20 m · 0,80 m = 0,96 m²
Gesamtfläche: 0,96 m² · 13.200 = 12.672 m²
Flächennutzungsgrad = 12.672 · 100 ÷ 39.000 = 32,49 %

Achtung, hier liegt die Stolperfalle: Bezugsgröße ist die Bruttofläche, nicht die Nettolagerfläche. Wer durch 29.250 teilt, landet bei 43,32 % und liegt falsch. Lies in der Aufgabe genau nach, worauf sich der Nutzungsgrad beziehen soll.

Beispiel Fahrzeug: Ein Sattelauflieger hat 77,00 m³ Laderaum, geladen sind 52 m³ Ware. Raumnutzungsgrad = 52 · 100 ÷ 77 = 67,5 %. Ein Viertel des bezahlten Laderaums fährt also Luft spazieren.

Zum Üben
  • Ein zweigeschossiges Lager misst 90 m × 40 m, belegt sind 4.500 nicht stapelbare Europaletten. Flächennutzungsgrad bezogen auf die Bruttofläche? (Bruttofläche 90 · 40 · 2 = 7.200 m², belegt 4.500 · 0,96 = 4.320 m², also 4.320 · 100 ÷ 7.200 = 60 %)
  • Ein Lkw hat 60 m³ Laderaum und ist mit 39 m³ beladen. Raumnutzungsgrad? (65 %)

Die Verteilungsrechnung

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Ziel der Verteilungsrechnung ist es, eine Gesamtmenge (Kosten, Gewinne, Gewichte) nach einem gegebenen Verteilungsschlüssel in verschieden große Teile aufzuteilen.

Woraus ein Schlüssel bestehen kann
  • ganze Zahlen, zum Beispiel 3 : 2 : 5
  • Dezimalzahlen, zum Beispiel 0,3 : 0,2 : 0,5
  • Brüche, zum Beispiel 3/10 : 1/5 : 1/2
  • Prozentsätze, zum Beispiel 30 % : 20 % : 50 %
Die fünf Schritte
  1. Verteilungsschema aufstellen.
  2. Teile ermitteln: die Zahlen so weit kürzen, dass handliche Werte übrig bleiben. Ungleichnamige Brüche vorher auf einen Hauptnenner bringen.
  3. Teile addieren.
  4. Lösungsmenge = zu verteilende Gesamtmenge ÷ Summe der Teile. Das ist der Wert eines Teils.
  5. Einzelanteile berechnen: Teile je Position × Wert eines Teils.

Musteraufgabe: 30.000,00 € Miete werden nach Quadratmetern auf vier Läden verteilt: 250, 2.000, 200 und 50 m², zusammen 2.500 m².
Teile (alles durch 50): 5, 40, 4, 1 → zusammen 50 Teile
Wert eines Teils: 30.000 ÷ 50 = 600,00 €
Mieten: 5 · 600 = 3.000,00 € (250 m²), 40 · 600 = 24.000,00 € (2.000 m²), 4 · 600 = 2.400,00 € (200 m²), 1 · 600 = 600,00 € (50 m²)
Die Probe: Alle Anteile zusammen ergeben wieder 30.000,00 €.

Immer erst die Teile bilden, dann den Wert eines Teils. Und am Ende die Probe: Die Summe muss wieder die Gesamtmenge ergeben.

Zum Üben
  • Eine Sonderprämie von 1.500,00 € wird nach Überstunden verteilt: 30, 20 und 25 Stunden. (600,00 €; 400,00 €; 500,00 €, Summe wieder 1.500,00 €)
  • Stromkosten von 8.400,00 € werden im Verhältnis 3 : 2 : 1 auf Lager, Verwaltung und Werkstatt umgelegt. (4.200,00 €; 2.800,00 €; 1.400,00 €, Summe wieder 8.400,00 €)
  • Ein Bonus von 24.000,00 € wird nach Umsätzen von 600.000, 300.000 und 300.000 € verteilt. (12.000,00 €; 6.000,00 €; 6.000,00 €, Summe wieder 24.000,00 €)

Gewinnverteilung bei der OHG

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Bei der OHG handelt es sich um eine Personengesellschaft aus mindestens zwei Personen. Ergibt die Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn, wird dieser auf die Gesellschafter verteilt. Steht im Gesellschaftsvertrag nichts dazu, gilt die gesetzliche Regelung des § 121 HGB.

Was § 121 HGB vorsieht
  1. Jeder Gesellschafter erhält zunächst eine Verzinsung seiner Kapitaleinlage mit 4 %.
  2. Der verbleibende Restgewinn wird nach Köpfen verteilt, also gleichmäßig, unabhängig von der Einlage.

Reicht der Jahresgewinn für die 4 % nicht aus, bestimmen sich die Anteile nach einem entsprechend niedrigeren Satz. Ein Verlust wird ebenfalls nach Köpfen verteilt.

Musteraufgabe: A ist mit 80.000,00 €, B mit 200.000,00 € und C mit 350.000,00 € beteiligt. Zu verteilen sind 120.000,00 € Gewinn.
Schritt 1 (4 % Verzinsung): A = 4 % von 80.000 = 3.200,00 €; B = 4 % von 200.000 = 8.000,00 €; C = 4 % von 350.000 = 14.000,00 €; zusammen 25.200,00 €
Schritt 2 (Restgewinn): 120.000,00 − 25.200,00 = 94.800,00 € ÷ 3 Köpfe = 31.600,00 € je Gesellschafter
Ergebnis: A = 3.200 + 31.600 = 34.800,00 €; B = 8.000 + 31.600 = 39.600,00 €; C = 14.000 + 31.600 = 45.600,00 €
Probe: zusammen wieder 120.000,00 €.

Erst 4 % auf die Einlage, dann der Rest nach Köpfen. Wer mehr eingelegt hat, bekommt mehr, aber nur über die Verzinsung.

Zum Üben
  • Zwei Gesellschafter sind mit 150.000,00 € und 250.000,00 € beteiligt, der Gewinn beträgt 60.000,00 €. (Verzinsung 6.000,00 € und 10.000,00 €, zusammen 16.000,00 €. Rest 44.000,00 € ÷ 2 Köpfe = 22.000,00 €. Ergebnis: 28.000,00 € und 32.000,00 €)
  • Drei Gesellschafter mit je 100.000,00 € teilen 45.000,00 € Gewinn. (je 15.000,00 €; bei gleichen Einlagen ist die Verzinsung ohne Wirkung)

Der einfache Durchschnitt

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Die Durchschnittsrechnung ist im kaufmännischen Bereich von großer Bedeutung. Sie erlaubt den Vergleich mit anderen Durchschnittswerten (etwa die durchschnittliche Auslastung des Lagers in einem Monat im Verhältnis zum Vormonat) und damit wichtige betriebswirtschaftliche Rückschlüsse.

Beim einfachen Durchschnitt wird aus mehreren Beträgen ein durchschnittlicher Wert ermittelt. Dabei wird allerdings Mengengleichheit unterstellt: Jeder Wert zählt gleich viel.

Einfacher Durchschnittswert = Gesamtstückzahl ÷ Anzahl der Posten

So gehst du vor
  1. Die einzelnen Posten addieren.
  2. Die Summe durch die Anzahl der Posten teilen.

Musteraufgabe: Der Lagerbestand einer Kamera betrug am 01.01. 8 Stück, am 31.03. 17, am 30.06. 12, am 30.09. 13 und am 31.12. 10 Stück.
8 + 17 + 12 + 13 + 10 = 60 Stück ÷ 5 Posten = 12 Stück durchschnittlicher Lagerbestand.
Aufgepasst: Es sind fünf Posten, nicht vier Quartale. Wer durch 4 teilt, kommt auf 15 und liegt falsch.

Zum Üben
  • Ein Fahrer legt an fünf Tagen 480, 620, 510, 700 und 590 km zurück. Durchschnitt pro Tag? (580 km)
  • Der Palettenbestand betrug in vier Wochen 80, 44, 132 und 68 Stück. (81 Paletten)
  • Ein Lager wird an sechs Öffnungstagen mit 12, 15, 9, 14, 11 und 11 Lkw beliefert. (12 Lkw)

Der gewogene Durchschnitt

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Der gewogene Durchschnitt wird immer dann angewandt, wenn mehrere nicht gleichwertige Größen gegeben sind. Diese Größen müssen deshalb zunächst gewichtet werden, zum Beispiel, indem man aus Menge und Preis den Gesamtpreis bildet.

Gewogener Durchschnitt = Gesamtpreis ÷ Gesamtmenge

Die vier Schritte
  1. Schema aufstellen.
  2. Gesamtpreis je Lieferung oder Sorte ermitteln (Menge × Preis).
  3. Gesamtmenge ermitteln.
  4. Gesamtpreis durch Gesamtmenge teilen.

Musteraufgabe: Fertigungsmaterial von drei Lieferanten (75 Paletten zu 2.150,00 €, 70 zu 2.220,00 € und 35 zu 2.720,00 €).
75 · 2.150 = 161.250,00 €
70 · 2.220 = 155.400,00 €
35 · 2.720 = 95.200,00 €
Gesamtpreis 411.850,00 € ÷ 180 Paletten = 2.288,06 € je Palette
Der einfache Durchschnitt der drei Preise wäre 2.363,33 €, also 75 € zu hoch, weil der teure Lieferant nur ein Fünftel der Menge geliefert hat.

Die Faustregel fürs Erkennen: Stehen hinter den Werten unterschiedliche Mengen, brauchst du den gewogenen Durchschnitt. Nur wenn alle Posten gleich schwer wiegen, reicht der einfache.

Zum Üben
  • Drei Lieferungen Schrauben: 200 kg zu 6,00 €, 300 kg zu 7,00 € und 500 kg zu 8,00 € je kg. (7,30 € je kg)
  • Aushilfen: 2 Kräfte zu 15,00 €, 5 zu 13,00 € und 3 zu 12,00 € Stundenlohn. (13,10 € je Stunde)
  • Restposten Helme: 20 Stück zu 100,00 €, 10 zu 140,00 € und 20 zu 130,00 €. (120,00 € je Helm)

Formeln umstellen: die gesuchte Größe allein stellen

Eine Formel funktioniert in alle Richtungen. Steht in der Aufgabe nicht das Ergebnis, sondern eine andere Größe als gesucht, stellst du die Formel um, so lange, bis die gesuchte Größe allein auf einer Seite steht.

Die Grundregel

Eine Formel ist wie eine Waage: Was du auf der einen Seite machst, machst du auch auf der anderen. Um eine Größe „wegzuholen“, rechnest du jeweils das Gegenteil:

  • Steht etwas mit plus dabei, ziehst du es auf beiden Seiten ab.
  • Steht etwas mit minus dabei, zählst du es auf beiden Seiten dazu.
  • Wird malgenommen, teilst du auf beiden Seiten.
  • Wird geteilt, nimmst du auf beiden Seiten mal.

Die Reihenfolge: zuerst Plus und Minus wegholen, danach Mal und Geteilt.

Formeln

a = b · c
b = a : c
c = a : b

Kurz erklärt

  • Steht a = b mal c, bekommst du jede der drei Größen, indem du teilst.
  • Das Ergebnis a steht dann immer oben im Bruch.
  • Diese drei Zeilen passen auf viele Lagerformeln: Stellplätze, Feldlast, Kosten, Tonnenkilometer.

Beispiel 1 (Lieferzeit gesucht): Meldebestand 480 Stück, Mindestbestand 120 Stück, Tagesverbrauch 40 Stück. Wie lang darf die Lieferzeit höchstens sein?

Formel: Meldebestand = Tagesverbrauch · Lieferzeit + Mindestbestand

Schritt 1: Mindestbestand wegholen (minus auf beiden Seiten). Meldebestand − Mindestbestand = Tagesverbrauch · Lieferzeit

Schritt 2: Tagesverbrauch wegholen (geteilt auf beiden Seiten). Lieferzeit = (Meldebestand − Mindestbestand) : Tagesverbrauch

Lieferzeit = (480 − 120) : 40 = 360 : 40 = 9 Tage

Probe: 40 · 9 + 120 = 480 ✓

Beispiel 2 (Lagerbestand gesucht): Wareneinsatz 600 000 €, Lagerumschlag 8. Wie hoch war der Ø Lagerbestand?

Formel: Lagerumschlag = Wareneinsatz : Ø Lagerbestand

Umgestellt: Ø Lagerbestand = Wareneinsatz : Lagerumschlag

Ø Lagerbestand = 600 000 € : 8 = 75 000 €

Probe: 600 000 : 75 000 = 8 ✓

Beispiel 3 (mit Prozent): Bruttolagerfläche 2 400 m², Flächennutzungsgrad 70 %. Wie groß ist die Nettolagerfläche?

Formel: Flächennutzungsgrad in % = Nettolagerfläche · 100 : Bruttolagerfläche

Umgestellt: Nettolagerfläche = Flächennutzungsgrad · Bruttolagerfläche : 100

Nettolagerfläche = 70 · 2 400 : 100 = 1 680 m²

Immer die Probe machen

Setz dein Ergebnis in die ursprüngliche Formel ein. Kommt wieder der Ausgangswert heraus, stimmt die Umstellung.

Umstellen heißt: auf beiden Seiten das Gegenteil rechnen, bis die gesuchte Größe allein steht: erst Plus und Minus, dann Mal und Geteilt. Zum Schluss die Probe.

2. Frachtrechnen: Teil I

Einstieg: Welche Versandart passt?

Ein Azubi hilft eine Woche in der Versandabteilung eines Großhandels für Sanitärbedarf aus. Auf dem Tisch liegen fünf Aufträge, und für jeden ist die Versandart zu bestimmen:

SendungGewicht
Beutel Dichtungsringe2 kg
Karton Armaturen45 kg
Palette Rohrverbinder180 kg
drei Paletten Duschwannen1 400 kg
Fliesenlieferung für eine Baustelle22 000 kg

Aufgabe: Welche Versandart kommt jeweils infrage?

Lösung:

2 kg: Paketdienst, unproblematisch.

45 kg: Hier wird es interessant. Für den normalen Paketdienst ist die Sendung mit über 31,5 kg zu schwer, für Stückgut mit 45 kg eigentlich zu leicht. Entweder ein Express- oder Kurierdienst, der bis etwa 70 kg annimmt, oder Stückgut zum Mindestgewicht. Oder (oft die günstigste Lösung) auf zwei Pakete aufteilen.

180 kg: Stückgut über eine Spedition, auf Palette im Sammelverkehr.

1 400 kg: ebenfalls Stückgut; die Obergrenze von rund 3 000 kg ist noch nicht erreicht.

22 000 kg: Komplettladung im Güterkraftverkehr. Das passt auf einen Sattelzug, dessen Nutzlast bei rund 24 bis 25 t liegt.

Die zweite Zeile zeigt, worum es in diesem Kapitel geht: Zwischen den Versandarten liegen Lücken und Überschneidungen, und wer sie kennt, spart Geld. Welche Versandart gewählt wird, entscheidet über den Preis. Deshalb gehört zu jeder Versandentscheidung eine Frachtberechnung.

Das Sendungsgewicht bestimmt die Versandart, und die Versandart bestimmt, wie die Fracht berechnet wird.

Verkehrsträger und Versandarten

Vier Verkehrsträger stehen zur Auswahl. Für das Lager ist aber weniger die Einteilung wichtig als die Frage, wer die Fracht ausrechnet, denn nur einen Teil davon rechnet man selbst:

VerkehrsträgerVersandartenwer rechnetwann sinnvoll
StraßeGüterkraftverkehr, Stückgut, KEP- und Paketdienstemeist das Lager selbstfast immer (flexibel, Haus zu Haus, alle Sendungsgrößen)
SchieneWagenladung, Ganzzug, kombinierter VerkehrBahn oder Spediteur, das Lager prüft das Angebotgroße, gleichmäßige Mengen über weite Strecken
WasserBinnen- und SeeschifffahrtSpediteurMassengut, Übersee (günstig, aber langsam)
LuftLuftfrachtSpediteureilig, hochwertig, weit (teuer je Kilogramm)

Deshalb steht im Fachrechnen die Straße im Mittelpunkt: Dort läuft nicht nur der größte Teil des deutschen Güterverkehrs, dort rechnet auch das Lager selbst. Für See- und Luftfracht kalkuliert der Spediteur. Eine Fachkraft muss dessen Angebot lesen und einordnen können, aber nicht selbst aufstellen.

Eine Besonderheit der Schiene ist der Kurierversand im Fernzug für kleine, sehr eilige Sendungen. Er wird im Beitrag „Wenn es schnell gehen muss“ erklärt.

Vier Verkehrsträger, viele Versandarten: Gerechnet wird im Lager vor allem für die Straße.

Versandmöglichkeiten auf der Straße

Versandartübliches Sendungsgewichttypisch für
Paketdienstbis 31,5 kg je PaketKartons, Ersatzteile, Onlinehandel
Kurier- und Expressdiensteje nach Anbieter bis etwa 70 kg je Stückeilige oder schwerere Einzelstücke
Stückgutverkehretwa 50 kg bis 3 000 kgPaletten und Kolli im Sammelverkehr
Teil- und Komplettladungbis zur Nutzlast des Fahrzeugs, beim Sattelzug rund 24 bis 25 tgroße Mengen, ein Absender

Diese Grenzen stehen in keinem Gesetz. Jeder Dienstleister legt selbst fest, was er annimmt. Die Zahlen oben sind das, was sich am Markt eingespielt hat. In einer Prüfungsaufgabe sind sie deshalb ein Anhaltspunkt, im Betrieb entscheidet der Tarif des Dienstleisters, mit dem man arbeitet.

Achtung, häufiger Fehler: 40 t oder 44 t sind zulässige Gesamtgewichte eines Lastzugs, also Fahrzeug plus Ladung. Die Ladung selbst (das Sendungsgewicht) liegt deutlich darunter, weil Zugmaschine und Auflieger zusammen etwa 15 t wiegen. 44 t sind zudem nur im kombinierten Verkehr zum und vom Umschlagbahnhof zulässig.

Paket bis 31,5 kg, Stückgut bis etwa 3 t, darüber Teil- oder Komplettladung. Gesamtgewicht und Nutzlast nicht verwechseln.

Güterkraftverkehr und Preisbildung

Was Güterkraftverkehr ist, steht nicht in einem Lehrbuch, sondern im Gesetz, und zwar in § 1 Abs. 1 des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG):

„Güterkraftverkehr ist die geschäftsmäßige oder entgeltliche Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen, die einschließlich Anhänger ein höheres zulässiges Gesamtgewicht als 3,5 Tonnen haben.“

Drei Merkmale stecken darin, und alle drei müssen zutreffen: Es geht um Güter (nicht Personen), die Beförderung erfolgt geschäftsmäßig oder gegen Entgelt (nicht privat), und das Fahrzeug hat mehr als 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht. Wer mit dem Firmentransporter unter 3,5 t ausliefert, fährt also keinen Güterkraftverkehr im Sinne des Gesetzes und braucht dafür auch keine Erlaubnis.

Freie Preise

Feste Tarife gibt es seit den 1990er-Jahren nicht mehr. Jedes Transportunternehmen kalkuliert selbst. Verbandsempfehlungen zu Preisen sind kartellrechtlich problematisch; die alten Kostentabellen werden deshalb von den Verbänden nicht mehr herausgegeben.

Zwei Rechenwege im Unterricht
EinsatzRechenweg
Nahbereich, Einsätze nach ZeitTages- und Kilometersätze oder Stundensätze
FernbereichKalkulation auf Kostenbasis: Fahrzeugkosten, Fahrerkosten, Zuschläge, Maut, Gewinn

Beide Wege werden hier mit eigenen Übungssätzen gezeigt. Wichtig ist das Verfahren. Mit echten Preisen rechnet jeder Betrieb nach seiner eigenen Kalkulation.

Frachtpreise im Güterkraftverkehr sind frei vereinbar. Gerechnet wird nach Zeit und Strecke oder nach den tatsächlichen Kosten.

Die Lkw-Maut

Bevor eine Fracht kalkuliert wird, muss klar sein, ob und wie viel Maut anfällt.

FrageStand 2026
Wer zahlt?Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs mit mehr als 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse (seit 1. Juli 2024, vorher ab 7,5 t)
AusnahmeHandwerksbetriebe mit Fahrzeugen unter 7,5 t unter bestimmten Bedingungen; emissionsfreie Lkw bis 30. Juni 2031
Wo?alle Bundesautobahnen und alle Bundesstraßen
Wonach richtet sich der Satz?Gewichts- und Achsklasse, Schadstoffklasse (Euro-Norm) und seit Dezember 2023 die CO₂-Emissionsklasse
Beispielsätze (Euro VI, CO₂-Klasse 1)
FahrzeugMautsatz je km
3,5 t bis unter 7,5 t15,1 Cent
über 18 t, 4 Achsen32,4 Cent
über 18 t, 5 und mehr Achsen (typischer Sattelzug)34,8 Cent

Ältere Lehrbücher nennen „durchschnittlich 16,3 Cent“ und eine Mautpflicht erst ab 7,5 t. Beides ist überholt: Durch den CO₂-Anteil hat sich die Maut für schwere Lkw etwa verdoppelt.

Maut zahlt jeder Güterkraftverkehrs-Lkw über 3,5 t auf Autobahnen und Bundesstraßen. Ein Sattelzug liegt bei rund 35 Cent je Kilometer.

Maut berechnen

Formel: Maut = mautpflichtige Kilometer · Mautsatz

Die mautpflichtigen Kilometer liefern Routenplaner, Mautrechner oder die Abrechnung des Mautbetreibers. Nur die Strecke auf Autobahnen und Bundesstraßen zählt, nicht der Weg durch Gewerbegebiet und Ortschaft.

Beispiel: Ein Sattelzug (5 Achsen, Euro VI, CO₂-Klasse 1) fährt laut Routenplaner 435 km, davon 392 km auf mautpflichtigen Straßen.

Maut = 392 km · 0,348 €/km

Maut = 136,42 €

Vergleich: Ein 7-t-Lkw fährt dieselbe Strecke.

Maut = 392 km · 0,151 €/km = 59,19 €

Der Unterschied von 77,23 € entsteht allein durch das Fahrzeug, bei identischer Strecke und identischer Ladung.

Für Angebote rechnen viele Betriebe mit dem Satz ihres häufigsten Fahrzeugs. Wer mit einem Durchschnittswert kalkuliert, obwohl ein Sattelzug fährt, verschenkt schnell zweistellige Beträge je Tour.

Nur mautpflichtige Kilometer mal Satz des eingesetzten Fahrzeugs, nicht die Gesamtstrecke.

Maut an den Auftraggeber weiterberechnen

Die Maut schuldet das Transportunternehmen. Es gibt sie über den Frachtpreis an den Kunden weiter. Drei Wege sind üblich:

VerfahrenSo sieht es aus
eigene PositionDie Maut steht als getrennte Zeile in der Frachtrechnung.
gesonderte RechnungNeben der Frachtrechnung kommt eine eigene Mautrechnung.
im KilometersatzDie Maut ist in den Kilometersatz eingerechnet und nicht sichtbar.
Umsatzsteuer auf die Maut

Die Maut selbst ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe ohne Umsatzsteuer. Wird sie aber an den Kunden weiterberechnet, ist sie Teil des Entgelts für die Transportleistung und damit umsatzsteuerpflichtig, egal auf welchem der drei Wege. Sie ist kein durchlaufender Posten, weil nur das Transportunternehmen dem Bund die Maut schuldet.

Manche Lehrbücher schreiben, die Maut werde auf einer gesonderten Rechnung „ohne Umsatzsteuer“ berechnet. Das ist steuerlich falsch.

Beispiel: Nettofracht 610,00 €, weiterberechnete Maut 136,42 € (aus dem vorigen Beitrag).

Summe netto = 610,00 € + 136,42 € = 746,42 €

+ 19 % Umsatzsteuer = 141,82 €

Bruttofracht = 888,24 €

Zum Vergleich: Wer die Umsatzsteuer nur auf die 610,00 € rechnet, kommt auf 862,32 € und hat damit 25,92 € zu wenig in Rechnung gestellt. Bei einem Betrieb mit tausend Touren im Jahr ist das kein Rundungsfehler mehr.

Weiterberechnete Maut gehört zum Frachtentgelt. Die Umsatzsteuer wird immer auf Fracht plus Maut gerechnet.

Rechnen mit Tages- und Kilometersatz

Für Einsätze im Nahbereich, bei denen im Schnitt mehr als 10 km je Stunde gefahren werden, setzt sich die Fracht aus zwei Teilen zusammen:

Fracht = berechneter Tagessatz + Kilometersatz · gefahrene Kilometer

Beide Sätze hängen von der Nutzlast des Lkw ab, nicht vom tatsächlichen Gewicht der Ladung. Gezählt werden alle gefahrenen Kilometer, also auch Leerfahrten.

Wie viel vom Tagessatz?

Die Staffel hat vier Stufen. Am besten merkt man sie sich an der Logik dahinter: Bis 6 Stunden wird stundenweise gezählt, zwischen 6 und 8 Stunden gilt pauschal der ganze Tag, darüber kommt wieder jede Stunde einzeln dazu.

Einsatzdauerberechnet wirdBeispiel bei 16 t (320,00 € / 40,00 €)
unter 3 StundenMindestzeit 3 Stunden · 1/8 Tagessatz3 · 40,00 € = 120,00 €
3 bis 6 Stundenangefangene Stunden aufrunden · 1/8 Tagessatzbei 4:20 Std → 5 · 40,00 € = 200,00 €
über 6 bis 8 Stundenvoller Tagessatz320,00 €
über 8 StundenTagessatz + jede weitere angefangene Stunde · 1/8 Tagessatzbei 10:10 Std → 320,00 € + 3 · 40,00 € = 440,00 €

Der Knick zwischen Stufe 2 und 3 ist gewollt: Bei 6 Stunden wären es 6 · 1/8 = 6/8 des Tagessatzes, ab 6:01 Stunden sofort der ganze. Wer über 6 Stunden unterwegs ist, blockiert das Fahrzeug faktisch den ganzen Tag. Deshalb der Sprung.

Übungssätze
NutzlastTagessatz1/8 TagessatzKilometersatzStundensatz (nur Nahbereich)
6 t248,00 €31,00 €0,39 €34,00 €
8 t272,00 €34,00 €0,43 €37,00 €
12 t296,00 €37,00 €0,47 €40,00 €
16 t320,00 €40,00 €0,51 €43,00 €
20 t352,00 €44,00 €0,56 €46,00 €
24 t384,00 €48,00 €0,61 €49,00 €

Übungssätze netto, keine Marktpreise. Die Tagessätze sind bewusst durch acht teilbar, damit der 1/8-Satz glatt aufgeht. In echten Tarifwerken ist das nicht so, dort wird auf Cent gerundet.

Tagessatz nach Einsatzzeit, Kilometersatz nach Strecke: beides nach der Nutzlast des Lkw.

Rechenbeispiele: Tages- und Kilometersatz

Alle Beispiele nutzen die Übungssätze aus dem Beitrag „Rechnen mit Tages- und Kilometersatz“.

Beispiel 1: Ein 12-t-Lkw ist 7 Std. 10 Min. im Einsatz und fährt 128 km auf Kreis- und Landesstraßen (keine Maut).

Einsatz zwischen 6 und 8 Stunden → voller Tagessatz = 296,00 €

Kilometersatz = 0,47 € · 128 km = 60,16 €

Nettofracht = 356,16 €

+ 19 % USt = 67,67 €

Bruttofracht = 423,83 €

Die 10 Minuten über der vollen Stunde spielen hier keine Rolle: In der Stufe von 6 bis 8 Stunden wird ohnehin der ganze Tagessatz berechnet.

Beispiel 2: Ein Sattelzug mit 24 t Nutzlast ist 9 Std. 40 Min. unterwegs, fährt 310 km, davon 280 km mautpflichtig (0,348 €/km).

Einsatz über 8 Stunden → aufgerundet 10 Stunden, also Tagessatz plus 2 weitere Stunden

Tagessatz = 384,00 €

+ 2 weitere angefangene Stunden · 48,00 € = 96,00 €

+ Kilometersatz 0,61 € · 310 km = 189,10 €

= 669,10 €

+ Maut 280 km · 0,348 € = 97,44 €

Nettofracht = 766,54 €

+ 19 % USt = 145,64 €

Bruttofracht = 912,18 €

Die Umsatzsteuer wird immer centgenau auf die gesamte Nettofracht einschließlich Maut berechnet.

Erst Einsatzzeit einordnen, dann Tagessatz, Kilometer, Maut, zum Schluss die Umsatzsteuer.

Margenzuschlag und Margenabschlag

Die berechneten Sätze sind Richtwerte. Je nach Auftrag wird ein Aufschlag oder Nachlass vereinbart, die Marge.

  • Zuschlag zum Beispiel für verschmutzte Ladung, Wartezeiten, Nachtarbeit oder Sonderfahrzeuge
  • Abschlag zum Beispiel für Stammkunden, Rückladungen oder große Mengen

Die Marge bezieht sich auf die Fracht aus Tages- und Kilometersatz, nicht auf die Maut. Die Reihenfolge lautet deshalb:

Tagessatz + Kilometersatz

± Marge

+ Maut

= Nettofracht

+ 19 % Umsatzsteuer

= Bruttofracht

Beispiel: Ein 20-t-Lkw ist 5 Std. 40 Min. im Einsatz, fährt 112 km, davon 64 km Autobahn (0,348 €/km). Weil es ein Stammkunde mit regelmäßigen Aufträgen ist, wurden 6 % Margenabschlag vereinbart.

6 angefangene Stunden · 44,00 € = 264,00 €

+ Kilometersatz 0,56 € · 112 km = 62,72 €

= 326,72 €

− 6 % Margenabschlag = 19,60 €

= 307,12 €

+ Maut 64 km · 0,348 € = 22,27 €

Nettofracht = 329,39 €

+ 19 % USt = 62,58 €

Bruttofracht = 391,97 €

Probe auf den häufigsten Fehler: Wer die Marge erst nach der Maut abzieht, rechnet 326,72 € + 22,27 € = 348,99 €, davon 6 % = 20,94 €, und kommt auf 328,05 € netto statt 329,39 €. Die Differenz von 1,34 € ist genau der Nachlass, den der Betrieb dem Kunden auf eine Abgabe gewährt hätte, die er selbst voll bezahlen muss.

Die Marge gilt nur für die Fracht, nicht für die Maut. Erst Marge, dann Maut, dann Umsatzsteuer.

Rechnen mit dem Stundensatz

Fährt ein Lkw wenig und steht viel, etwa bei Verteilerfahrten in der Innenstadt, Baustellenversorgung oder Umzügen, wird nach Zeit abgerechnet. Das gilt, wenn

  • im Schnitt höchstens 10 km je Einsatzstunde gefahren werden oder
  • keine Kilometerangabe vorliegt.

Fracht = Stundensatz · Einsatzstunden

Auch hier gilt eine Mindestzeit von 3 Stunden, und angefangene Stunden werden aufgerundet. Der Stundensatz hängt wieder von der Nutzlast ab.

Beispiel: Ein 12-t-Lkw beliefert sechs Baustellen in einer Stadt. Einsatz 6 Std. 35 Min., gefahren 38 km.

Prüfen: 38 km : 6,6 Std. ≈ 5,8 km je Stunde → unter 10, also Stundensatz

Einsatzzeit aufgerundet = 7 Stunden

Fracht = 40,00 € · 7 = 280,00 €

+ 19 % USt = 53,20 €

Bruttofracht = 333,20 €

Zum Vergleich: Mit Tages- und Kilometersatz wären es 296,00 € + 0,47 € · 38 km = 313,86 € netto gewesen. Bei so wenig Fahrleistung wäre das für den Kunden teurer. Deshalb die Unterscheidung.

Wenig Kilometer, viel Zeit: dann Stundensatz mal Stunden, mindestens 3, angefangene aufgerundet.

Kalkulation auf Kostenbasis im Fernverkehr

Im Fernverkehr kalkulieren Transportunternehmen die Fracht aus ihren tatsächlichen Kosten. Branchenverbände und Softwareanbieter stellen dafür Kalkulationshilfen und Durchschnittswerte bereit, die jährlich angepasst werden.

Das Schema
BausteinBerechnung
FahrzeugeinsatzkostenKilometer · km-Satz (Diesel, Reifen, Reparaturen)
FahrzeugvorhaltekostenTages-, Halbtages-, Vierteltages- oder Stundensatz (Abschreibung, Versicherung, Steuer)
FahrereinsatzkostenStunden · Stundensatz Fahrer
FahrerspesenStunden · Spesensatz
+ Zuschläge in %Verwaltung, Wagnisse, Eigenkapitalverzinsung
+ Mautmautpflichtige km · Mautsatz
= Selbstkosten
+ Gewinn in %auf die Selbstkosten
= Nettofracht, + 19 % USt = Bruttofracht
Übungswerte Sattelzug
KalkulationssatzWertwofür er steht
km-Satz Fahrzeug0,68 €alles, was mit jedem gefahrenen Kilometer anfällt: Kraftstoff, Reifen, Verschleiß
Tagessatz Fahrzeug (10 Std.)140,00 €alles, was unabhängig von der Fahrleistung anfällt: Abschreibung, Versicherung, Kfz-Steuer
½ Tagessatz / ¼ Tagessatz70,00 € / 35,00 €für Einsätze, die einen halben oder viertel Produktivtag binden
Stundensatz Fahrzeug14,00 €wenn die Einsatzzeit zu keinem Tagesbruchteil passt
Stundensatz Fahrer26,00 €Lohn einschließlich Lohnnebenkosten
Spesen je Stunde3,20 €Verpflegungspauschale und Übernachtung, auf die Stunde umgelegt
ZuschlägeVerwaltung 15 %, Wagnis 3 %, Eigenkapitalzins 4 %Büro und Disposition, Risiko für Schäden und Ausfälle, Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals

Die Werte sind für Übungen gewählt und bewusst glatt gehalten. Der Produktivtag ist hier mit 10 Stunden angesetzt: So lange darf ein Fahrer an einem Tag höchstens am Steuer sitzen, wenn die Ausnahme genutzt wird. Jeder Betrieb rechnet mit eigenen Werten aus seiner Buchhaltung.

Fahrzeug, Fahrer, Zuschläge, Maut, Gewinn, Umsatzsteuer: in dieser Reihenfolge.

Rechenbeispiel: Fracht auf Kostenbasis

Aufgabe: Ein Sattelzug bringt 26 t Papierrollen über 465 km, davon 410 km mautpflichtig (0,348 €/km). Der Auftrag bindet das Fahrzeug einen vollen Produktivtag; der Fahrer ist 9 Stunden im Einsatz. Kalkuliert wird mit 12 % Gewinn und den Übungswerten aus dem Beitrag „Kalkulation auf Kostenbasis“.

Fahrzeugeinsatz = 465 km · 0,68 € = 316,20 €

+ Fahrzeugvorhaltung, ganzer Tagessatz = 140,00 €

+ Fahrer 9 Std. · 26,00 € = 234,00 €

+ Spesen 9 Std. · 3,20 € = 28,80 €

= 719,00 €

+ Verwaltung 15 % = 107,85 €

+ Wagnis 3 % = 21,57 €

+ Eigenkapitalzins 4 % = 28,76 €

= 877,18 €

+ Maut 410 km · 0,348 € = 142,68 €

= Selbstkosten 1 019,86 €

+ 12 % Gewinn = 122,38 €

= Nettofracht 1 142,24 €

+ 19 % USt = 217,03 €

= Bruttofracht 1 359,27 €

Was die Zahlen verraten: Von den 1 019,86 € Selbstkosten entfallen 316,20 € auf die Kilometer und 142,68 € auf die Maut, zusammen 45 %, und beides steigt mit jedem zusätzlichen Kilometer. Fahrzeugvorhaltung, Fahrer und Spesen von zusammen 402,80 € fallen dagegen an, ob der Lkw 400 oder 500 km fährt.

Daraus folgt die Faustregel des Fernverkehrs: Leerkilometer sind der teuerste Teil einer Tour, weil sie die kilometerabhängigen Kosten verursachen, ohne Erlös zu bringen. Deshalb sucht die Disposition für jede Hinfahrt eine Rückladung.

Die Maut steht nach den Prozentzuschlägen, weil auf sie keine Verwaltungskosten aufgeschlagen werden. Beim Gewinn gehen Betriebe unterschiedlich vor: Manche schlagen ihn nur auf die Kosten ohne Maut. Wichtig ist, dass das Vorgehen im Angebot einheitlich ist.

Erst Kosten sammeln, dann Zuschläge, dann Maut zu den Selbstkosten, zum Schluss Gewinn und Umsatzsteuer.

Stückgutverkehr und Laufzeiten

Stückgut sind einzelne Packstücke oder Paletten, meist zwischen etwa 50 kg und 3 000 kg, die Speditionen im Sammelverkehr befördern. Der Branchenverband dafür ist der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). Die meisten Speditionen gehören Stückgutkooperationen an und berechnen nach eigenen Haustarifen.

Typische Laufzeiten
ProduktZustellungPreis
Frachtgut (Standard)in der Regel innerhalb von 24 bis 48 StundenGrundtarif
Expressgutam nächsten Werktag bis zu einer festen Uhrzeit, oft 12 oder 14 UhrZuschlag
Express-Plus / Fixterminam nächsten Werktag bis früh am Morgen, etwa 8, 10 oder 10:30 Uhrhöherer Zuschlag

Die Uhrzeiten unterscheiden sich je Anbieter und stehen im jeweiligen Tarif.

Und die Maße?

Anders als beim Paket gibt es beim Stückgut keine veröffentlichten Höchstmaße. Die Grenze ergibt sich aus dem, was der Umschlag hergibt, und die ist an drei Stellen erreicht:

Grenzeworan sie hängt
GrundflächeDas Packstück soll auf eine Palettenstellfläche passen, sonst wird nach Lademetern abgerechnet.
StapelbarkeitWas nicht überbaut werden darf, kostet den Platz darüber mit.
Gewicht je Stückbegrenzt durch Stapler und Hebebühne am Zustellfahrzeug

Wer eine Sendung anmeldet, sollte die Maße deshalb immer mitteilen, nicht nur das Gewicht. Ein 400 kg schweres, aber zwei Meter langes Packstück kann teurer werden als eines mit 900 kg auf einer Palette.

Wonach sich die Fracht richtet
  • Bruttogewicht der Sendung, also Ware plus Verpackung und Ladungsträger
  • Entfernung in Kilometern
  • gewählte Laufzeit
  • bei sperrigen Sendungen ein Mindestgewicht je Palettenstellplatz oder Lademeter

Stückgutfracht = Bruttogewicht und Entfernung aus dem Tarif, dazu der Zuschlag für die schnellere Laufzeit.

Stückgutfracht berechnen

Gewichtbis 100 km101–200 km201–300 km301–400 km
bis 100 kg38,0044,0049,0054,00
101–200 kg52,0060,0067,0074,00
201–300 kg66,0076,0085,0094,00
301–500 kg92,00106,00119,00131,00
501–750 kg124,00143,00160,00177,00
751–1 000 kg152,00176,00197,00218,00

Übungstarif Frachtgut, netto in €. Zuschläge: Expressgut + 30 %, Express-Plus + 60 %.

Liegt ein Gewicht oder eine Entfernung zwischen zwei Stufen, gilt immer die nächsthöhere Stufe.

Beispiel: Eine Sendung mit 680 kg Bruttogewicht geht über 350 km zu einer Baustelle. Der Bauleiter fragt an, was es kostet, wenn die Ware schon am nächsten Morgen da sein soll.

Gewicht 680 kg → Stufe 501–750 kg · Entfernung 350 km → Spalte 301–400 km → Grundpreis 177,00 €

LaufzeitnettobruttoAufpreis gegenüber Frachtgut
Frachtgut, 24 bis 48 Stunden177,00 €210,63 €–
Expressgut, nächster Werktag mittags230,10 €273,82 €63,19 €
Express-Plus, nächster Werktag früh283,20 €337,01 €126,38 €

Und lohnt sich das? Die Frage lässt sich nur mit einer zweiten Zahl beantworten: Was kostet das Warten?

Steht auf der Baustelle eine Kolonne von vier Leuten einen halben Tag still, weil das Material fehlt, sind das bei 60,00 € Stundensatz je Person 4 · 4 Std. · 60,00 € = 960,00 €.

Gegen diese Zahl sind 126,38 € Aufpreis eine einfache Entscheidung. Umgekehrt gilt aber genauso: Liegt die Ware beim Empfänger ohnehin erst in drei Tagen im Einbau, ist jeder Expresszuschlag verschenktes Geld.

Der Expresszuschlag ist nie für sich allein teuer oder günstig. Er wird immer gegen die Kosten des Wartens beim Empfänger gerechnet.

Beim Ablesen zählt immer das Bruttogewicht: Ware plus Verpackung plus Ladungsträger. Eine Europalette mit 25 kg kann eine Sendung von 498 kg über die 500er-Grenze heben und damit in die nächste Preisstufe.

Bruttogewicht bilden, Stufe und Entfernung ablesen, Laufzeitzuschlag aufrechnen, dann Umsatzsteuer.

Übung: Frachtrechnen auf der Straße

Es gelten die Übungssätze und der Übungstarif aus den vorherigen Beiträgen.

Aufgabe 1: Ein 12-t-Lkw ist 5 Std. 10 Min. im Einsatz und fährt 88 km auf mautfreien Straßen. Berechnen Sie die Bruttofracht.

Lösung:

88 km : 5,2 Std. ≈ 17 km je Stunde → über 10, also Tages- und Kilometersatz

6 angefangene Stunden · 37,00 € = 222,00 €

+ 0,47 € · 88 km = 41,36 €

Nettofracht = 263,36 €, + 19 % USt = 50,04 €, Bruttofracht = 313,40 €

Aufgabe 2: Ein 8-t-Lkw wird 2 Std. 10 Min. für eine Umlagerung zwischen zwei Hallen eingesetzt (14 km). Bruttofracht?

Lösung:

14 km : 2,2 Std. ≈ 6,4 km je Stunde → unter 10, also Stundensatz; dazu die Mindestzeit von 3 Stunden

3 · 37,00 € = 111,00 €, + 19 % USt = 21,09 €, Bruttofracht = 132,09 €

Aufgabe 3: Ein 16-t-Lkw (4 Achsen, Mautsatz 0,324 €/km) ist 10 Std. 15 Min. unterwegs, fährt 356 km, davon 300 km mautpflichtig. Bruttofracht?

Lösung:

Einsatz 10:15 Std. → aufgerundet 11 Stunden, also Tagessatz plus 3 weitere

Tagessatz = 320,00 €

+ 3 weitere angefangene Stunden · 40,00 € = 120,00 €

+ 0,51 € · 356 km = 181,56 €

+ Maut 300 km · 0,324 € = 97,20 €

Nettofracht = 718,76 €, + 19 % USt = 136,56 €, Bruttofracht = 855,32 €

Aufgabe 4: Ein Sattelzug fährt 380 km, davon 330 km mautpflichtig (0,348 €/km). Kalkuliert wird auf Kostenbasis mit ½ Tagessatz, 6 Fahrerstunden und 8 % Gewinn. Bruttofracht?

Lösung:

380 · 0,68 € = 258,40 € · + ½ Tagessatz 70,00 € · + 6 · 26,00 € = 156,00 € · + 6 · 3,20 € = 19,20 € → 503,60 €

+ 15 % = 75,54 € · + 3 % = 15,11 € · + 4 % = 20,14 € → 614,39 €

+ Maut 330 · 0,348 € = 114,84 € → Selbstkosten 729,23 €

+ 8 % Gewinn = 58,34 € → Nettofracht 787,57 €

+ 19 % USt = 149,64 € → Bruttofracht 937,21 €

Aufgabe 5: Stückgut: a) 286 kg über 180 km als Frachtgut · b) 740 kg über 370 km als Expressgut · c) 519 kg über 260 km als Frachtgut mit 5 % Margenaufschlag. Jeweils Bruttofracht?

Lösung:

a) 76,00 € · 1,19 = 90,44 €

b) 177,00 € · 1,30 = 230,10 €, · 1,19 = 273,82 €

c) 160,00 € · 1,05 = 168,00 €, · 1,19 = 199,92 €

Zuerst entscheiden, welches Verfahren passt, dann Schritt für Schritt rechnen und die Umsatzsteuer immer zuletzt.

Briefe: Formate und Porto

Im Konzern Deutsche Post DHL ist die Deutsche Post für Briefe zuständig, DHL für Pakete, Express und Logistik. Welches Porto ein Brief kostet, entscheiden Maße, Dicke und Gewicht.

FormatMaße (L × B × H)GewichtPorto Inland
Postkarte140–235 × 90–125 mm–0,95 €
Standardbrief140–235 × 90–125 mm, bis 5 mmbis 20 g0,95 €
Kompaktbrief100–235 × 70–125 mm, bis 10 mmbis 50 g1,10 €
Großbrief100–353 × 70–250 mm, bis 20 mmbis 500 g1,80 €
Maxibrief100–353 × 70–250 mm, bis 50 mmbis 1 000 g2,90 €

Stand 2026, gültig seit 1. Januar 2025. Die Preise ändern sich regelmäßig. Vor dem Frankieren immer den aktuellen Stand prüfen.

Worauf es ankommt
  • Überschreitet ein Brief eine Grenze (Gewicht oder Dicke), rutscht er ins nächste Format.
  • Postkarte, Standard- und Kompaktbrief müssen rechteckig sein: Die Länge muss mindestens das 1,4-Fache der Breite betragen. Quadratische Umschläge kosten deshalb Großbriefporto.
  • Seit 2025 darf ein Brief nach dem Postgesetz länger unterwegs sein. Wer es eilig hat, braucht ein Einschreiben oder einen Expressdienst.

Maße, Dicke und Gewicht bestimmen das Format, und schon eine überschrittene Grenze macht den Brief teurer.

Zusatzleistungen: Einschreiben und Co.

Für wichtige Schriftstücke (Kündigungen, Mahnungen, Verträge) braucht der Absender einen Nachweis. Dafür gibt es Zusatzleistungen, die immer zum Porto hinzukommen.

Zusatzleistungwas sie leistetAufpreis 2026
Einschreiben EinwurfZusteller dokumentiert den Einwurf in den Briefkasten2,35 €
EinschreibenÜbergabe gegen Unterschrift des Empfängers oder eines Empfangsberechtigten2,65 €
Einschreiben Rückscheinwie Einschreiben, dazu unterschriebener Rückschein an den Absender4,70 €
Einschreiben EigenhändigÜbergabe nur an den Empfänger persönlich oder einen Bevollmächtigten4,70 €

Rückschein und Eigenhändig gibt es nur in Verbindung mit dem Einschreiben.

Welche Variante wofür?

Kündigung an einen Lieferanten: Einschreiben Einwurf genügt oft, weil der Einwurf belegt ist.

Letzte Mahnung mit Fristsetzung: Einschreiben Rückschein, damit die Unterschrift als Beleg vorliegt.

Vertrauliche Unterlagen, die nur eine bestimmte Person erhalten darf: Einschreiben Eigenhändig.

Porto für das Format plus Aufpreis für die Zusatzleistung: Beides zusammen ergibt die Frankierung.

Rechenbeispiel: Porto ermitteln

Preise wie im Beitrag „Briefe: Formate und Porto“ und „Zusatzleistungen“, Stand 2026.

Aufgabe 1: In der Poststelle liegen vier Briefe: ein Lieferschein mit 18 g, ein Angebot mit 38 g und 8 mm Dicke, ein Katalogauszug mit 230 g und 15 mm Dicke und ein Musterheft mit 640 g.

Lieferschein: Standardbrief = 0,95 €

Angebot: über 20 g, bis 50 g und 10 mm → Kompaktbrief = 1,10 €

Katalogauszug: bis 500 g und 20 mm → Großbrief = 1,80 €

Musterheft: über 500 g → Maxibrief = 2,90 €

Porto gesamt = 0,95 € + 1,10 € + 1,80 € + 2,90 € = 6,75 €

Aufgabe 2: Drei Postausgänge. Entscheiden Sie jeweils, ob und welche Zusatzleistung nötig ist, und berechnen Sie die Kosten.

a) Kündigung eines Rahmenvertrags zum Monatsende, Großbrief mit 80 g

b) Arbeitszeugnis für einen ausgeschiedenen Mitarbeiter, Standardbrief mit 18 g

c) Preisliste an 40 Kunden, je Kompaktbrief mit 45 g

Lösung:

a) Bei einer Kündigung kommt es darauf an, dass der Zugang belegt ist, nicht darauf, wer sie in der Hand hatte. Einschreiben Einwurf genügt: 1,80 € + 2,35 € = 4,15 €

b) Ein Zeugnis enthält Personaldaten und soll nur den Mitarbeiter selbst erreichen. Einschreiben Eigenhändig: 0,95 € + 4,70 € = 5,65 €

c) Eine Preisliste braucht keinen Nachweis. 40 · 1,10 € = 44,00 €

Gesamt = 4,15 € + 5,65 € + 44,00 € = 53,80 €

Teil c ist der eigentliche Prüfstein: Wer aus Gewohnheit alles per Einschreiben schickt, hätte hier 94,00 € zusätzlich ausgegeben, für nichts.

Der häufigste Fehler: Das Gewicht passt, aber die Dicke nicht. Ein Brief mit 45 g und 12 mm ist kein Kompaktbrief mehr, sondern ein Großbrief.

Erst Format bestimmen, dann Zusatzleistung aufschlagen, dann addieren.

Päckchen und Pakete bei DHL

ProduktHöchstmaßeHöchstgewichtPreis 2026 (Filiale)
Päckchen S35 × 25 × 10 cm2 kg4,19 €
Päckchen M60 × 30 × 15 cm2 kg5,19 €
Paket bis 2 kg60 × 30 × 15 cm2 kg6,19 € (nur online)
Paket bis 5 kg120 × 60 × 60 cm5 kg7,69 €
Paket bis 10 kg120 × 60 × 60 cm10 kg10,49 €
Paket bis 20 kg120 × 60 × 60 cm20 kg18,99 €
Paket bis 31,5 kg120 × 60 × 60 cm31,5 kg23,99 €

Online frankiert ist es teils günstiger. Geschäftskunden zahlen nach eigenen Verträgen.

Päckchen oder Paket?
  • Päckchen sind günstig, haben aber keine Sendungsverfolgung und keine Haftung.
  • Pakete haben Sendungsnummer und eine Haftung bis 500 €, gegen Aufpreis mehr.

Beispiel: Ein Ersatzteil im Wert von 180 € mit 1,6 kg soll zu einem Kunden. Päckchen M wäre 1,00 € günstiger als das Paket bis 2 kg. Geht es aber verloren, gibt es kein Geld zurück. Bei diesem Warenwert ist das Paket die bessere Wahl.

Über 31,5 kg nimmt DHL keine Pakete an. Dann geht es per Stückgut oder Kurier.

Päckchen bis 2 kg ohne Haftung, Pakete bis 31,5 kg mit Sendungsverfolgung. Wert und Risiko entscheiden mit.

Gurtmaß und Sperrgut

Neben dem Gewicht prüft der Paketdienst die Größe. Dafür gibt es das Gurtmaß:

Gurtmaß = längste Seite + 2 · Breite + 2 · Höhe

Bei DHL darf das Gurtmaß bis 20 kg höchstens 300 cm betragen. Größere Sendungen bis 360 cm Gurtmaß lassen sich nur mit der Marke für 31,5 kg verschicken. Pakete über 120 × 60 × 60 cm, mit zu großem Gurtmaß oder nicht quaderförmig (etwa Rollen oder Rohre) gelten als Sperrgut und kosten einen Zuschlag, 2026 bei DHL 28,99 €.

Beispiel 1: Karton 110 × 50 × 40 cm, 8,7 kg.

Gurtmaß = 110 + 2 · 50 + 2 · 40 = 290 cm → kein Sperrgut

Preis = Paket bis 10 kg = 10,49 €

Beispiel 2: Karton 130 × 40 × 30 cm, 9 kg.

längste Seite 130 cm über 120 cm → Sperrgut

Preis = 10,49 € + 28,99 € = 39,48 €

Wer oft lange Teile verschickt, prüft deshalb Alternativen: anders verpacken, zwei Pakete, Stückgut oder einen Dienst, der längere Sendungen annimmt.

Gurtmaß = Länge + 2 × Breite + 2 × Höhe. Was zu lang, zu groß oder nicht quaderförmig ist, wird Sperrgut.

Wenn es schnell gehen muss: Express und Kurier

LösungLaufzeittypisch für
Paket Standardmeist 1–2 Werktagenormale Sendungen
Express über Nachtnächster Werktag, auf Wunsch bis 9, 10 oder 12 UhrErsatzteile, Dokumente mit Frist
Kurier am selben Tagwenige StundenStillstand einer Maschine, Medizin, Gerichtspost

Expressprodukte kosten ein Vielfaches des Standardpakets. Die Uhrzeitoptionen werden als Zuschlag berechnet. Die aktuellen Preise stehen beim jeweiligen Anbieter.

Kurier über die Schiene

Ein Sonderfall ist der Kurierversand per Fernzug: Die Sendung fährt im IC oder ICE mit, ein Partnerunternehmen der Bahn organisiert das. Der Absender bringt sie zum Bahnhof oder lässt sie abholen, am Zielbahnhof liegt sie kurz nach Ankunft des Zuges bereit. Gebucht und berechnet wird online nach Strecke. Gewicht und Maße je Sendung sind eng begrenzt.

Beispiel: In einem Werk in Norddeutschland steht eine Abfüllanlage, ein Sensor fehlt. Ein Paket käme morgen, ein Kurier im Fernzug in etwa zwei Stunden. Kostet der Stillstand 800 € je Stunde, ist die teure Lösung die günstigste.

Standard, Express über Nacht oder Kurier am selben Tag: Je schneller, desto teurer. Den Ausschlag gibt, was das Warten kostet.

Übung: Briefe und Pakete

Es gelten die Preise 2026 aus den vorherigen Beiträgen.

Aufgabe 1: Welches Format und welches Porto? a) 16 g, 3 mm · b) 42 g, 12 mm · c) 480 g, 18 mm · d) 520 g, 30 mm

Lösung: a) Standardbrief 0,95 € · b) über 10 mm → Großbrief 1,80 € · c) Großbrief 1,80 € · d) Maxibrief 2,90 €

Aufgabe 2: Eine letzte Mahnung (Großbrief, 95 g) soll so verschickt werden, dass eine Unterschrift als Beleg zurückkommt. Porto?

Lösung: Einschreiben Rückschein: 1,80 € + 4,70 € = 6,50 €

Aufgabe 3: Eine Sendung von 38 kg soll als ein Paket raus. Der Versandleiter sagt, das gehe nicht. a) Warum nicht? b) Die Ware lässt sich beliebig aufteilen: Welche Aufteilung auf zwei Pakete ist die günstigste, und was kostet sie?

Lösung:

a) DHL nimmt Pakete nur bis 31,5 kg an. 38 kg müssen deshalb geteilt werden.

b) Zwei Aufteilungen liegen nahe:

AufteilungRechnungKosten
gleichmäßig, 20 kg + 18 kg2 · 18,99 €37,98 €
ungleich, 31,5 kg + 6,5 kg23,99 € + 7,69 €31,68 €

Die ungleiche Aufteilung ist 6,30 € günstiger. Der Grund ist derselbe wie bei jeder Staffel: Ein Paket möglichst weit auszureizen und den Rest in die kleinstmögliche Stufe zu geben, ist billiger als zwei mittlere Pakete.

Das gilt allerdings nur fürs Rechnen. Ob sich 31,5 kg noch sinnvoll heben und tragen lassen, ist eine andere Frage.

Aufgabe 4: Karton 100 × 60 × 55 cm, 18 kg. Sperrgut oder nicht?

Lösung:

Gurtmaß = 100 + 2 · 60 + 2 · 55 = 330 cm

Über 300 cm, also nur mit der 31,5-kg-Marke: 23,99 €. Kein Sperrgut, weil 360 cm nicht überschritten sind.

Erst Grenzen prüfen (Gewicht, Maße, Gurtmaß), dann den Preis ablesen.

Wagenladungsverkehr auf der Schiene

Im Wagenladungsverkehr mietet der Versender einen ganzen Güterwagen. Auch bei der Bahn sind die Preise frei vereinbar. Eisenbahnverkehrsunternehmen veröffentlichen Preislisten als Orientierung; im Geschäft mit Stammkunden wird fast immer ein Nachlass vereinbart.

Wovon der Preis abhängt

Beim Lkw bestimmen Zeit und Strecke den Preis. Auf der Schiene ist es anders: Hier wird nicht die Fahrt bezahlt, sondern der Wagen. Drei Angaben legen fest, welcher Preis gilt. Erst wenn alle drei feststehen, lässt sich im Tarif ablesen.

Angabewas dahintersteckt
Welcher Wagen?Ein Drehgestellwagen trägt mehr und kostet mehr. Die Wagenart entscheidet, in welcher Tariftafel überhaupt gesucht wird.
Wie schwer?Nicht das genaue Gewicht zählt, sondern die Gewichtsstufe, in die es fällt.
Wie weit?Ebenfalls nicht der genaue Kilometerstand, sondern die Entfernungsstufe.
WagenartMerkmaletypische Ladung
Achsenwagen (zwei Radsätze)kürzer, geringere Tragfähigkeit, oft um 25 tStahl, Holz, Papierrollen in kleineren Mengen
Drehgestellwagen (zwei Drehgestelle, vier Radsätze)lang, Tragfähigkeit oft über 50 t, auch als Schiebewandwagenpalettierte Ware, Konsumgüter, schwere Güter
Warum hier überall gerundet wird

Anders als beim Lkw arbeitet die Schiene mit Wagenpreisen: Bezahlt wird nicht je Kilogramm oder Kilometer, sondern ein fester Betrag für Wagen, Gewichtsstufe und Entfernungsstufe. Damit dieser Betrag eindeutig ist, muss vorher gerundet werden, und zwar in einer festen Reihenfolge:

SchrittRegelBeispiel
1. Gewichtkaufmännisch auf volle Tonnen16 280 kg → 16 t
2. Entfernungin die nächsthöhere Stufe, nie in die niedrigere275 km → Stufe bis 300 km
3. Margekaufmännisch auf volle Euro179,20 € → 179,00 €
4. Umsatzsteuercentgenau, keine Rundung auf Euro204,25 €

Die zweite Regel wird am häufigsten falsch angewendet. Eine Sendung über 501 km fällt nicht mehr in die 500er-Stufe. Es fehlt ein Kilometer, und der kostet den Sprung in die nächste.

Übungstarif
bis kmAchsenwagen bis 18 tAchsenwagen 19–28 tDrehgestellwagen bis 32 tDrehgestellwagen 33–42 tDrehgestellwagen 43–58 t
2001 0401 4201 8802 2402 760
3001 2501 7102 2702 7003 330
4001 4501 9902 6403 1403 880
5001 6302 2402 9803 5504 380
6001 8002 4703 3003 9304 850
7001 9602 6903 6004 2905 290
8002 1102 8903 8804 6305 700

Übungstarif: Wagenpreise netto in €, keine Marktpreise. Auffällig ist, wie flach die Preise mit der Entfernung steigen: Der vierfache Weg kostet nicht das Vierfache, sondern etwa das Doppelte. Genau darin liegt der Vorteil der Schiene: Je weiter, desto günstiger wird sie gegenüber dem Lkw.

Entfernung, Gewicht, Wagenart: Daraus ergibt sich der Wagenpreis. Nachlässe sind im Schienenverkehr die Regel.

Rechenbeispiel: Wagenfracht

Es gilt der Übungstarif aus dem Beitrag „Wagenladungsverkehr auf der Schiene“.

Beispiel 1: Ein Baustoffhändler verschickt 26 840 kg Zementsäcke über 465 km im Achsenwagen. Vereinbart sind 18 % Nachlass.

Gewicht = 26,84 t → 27 t → Spalte Achsenwagen 19–28 t

Entfernung 465 km → Stufe bis 500 km

Wagenpreis = 2 240,00 €

− 18 % Marge = 403,20 € → auf volle Euro gerundet 403,00 €

Nettofracht = 1 837,00 €

+ 19 % USt = 349,03 €

Bruttofracht = 2 186,03 €

Beispiel 2: 24 300 kg Kanthölzer sollen 740 km weit. Welcher Wagen ist günstiger?

Gewicht = 24,3 t → 24 t, Entfernung → Stufe bis 800 km

Achsenwagen 19–28 t = 2 890,00 €

Drehgestellwagen bis 32 t = 3 880,00 €

Ersparnis mit dem Achsenwagen = 990,00 €

Aber: Diese Wahl gibt es nicht immer. Wären es 31 750 kg, also 32 t, käme der Achsenwagen gar nicht mehr in Frage: Seine Spalte endet bei 28 t. Dann bleibt nur der Drehgestellwagen, und die Frage nach dem Günstigeren stellt sich nicht.

Die Rechnung allein entscheidet ohnehin nicht: Die Ladung muss auf die Ladefläche passen, die Tragfähigkeit darf nicht überschritten werden, und wetterempfindliche Ware braucht einen geschlossenen Wagen.

Gewicht runden, Stufe ablesen, Marge abziehen, Umsatzsteuer aufschlagen und prüfen, ob der günstige Wagen technisch passt.

Waggon beladen und abrechnen

Bevor überhaupt gerechnet werden kann, steht eine andere Frage im Raum: Passt die Sendung in einen Wagen? Und die hat zwei Antworten: eine nach der Fläche und eine nach dem Gewicht.

Aufgabe: Ein Möbelhersteller will 68 nicht stapelbare Europaletten (1,20 m × 0,80 m) mit je 580 kg über 560 km versenden. Zur Verfügung steht ein Schiebewandwagen mit 21,00 m langem und 2,80 m breitem Laderaum und einer Tragfähigkeit von 28 t. Vereinbart sind 20 % Nachlass.

Grenze 1: die Fläche. Wie viele Paletten passen überhaupt hinein? Das hängt von der Ausrichtung ab:

Ausrichtungin der Längein der BreitePaletten
längs (1,20 m in Wagenrichtung)21,00 : 1,20 = 17,5 → 172,80 : 0,80 = 3,5 → 317 · 3 = 51
quer (0,80 m in Wagenrichtung)21,00 : 0,80 = 26,25 → 262,80 : 1,20 = 2,33 → 226 · 2 = 52

Beim Teilen wird abgerundet: Eine halbe Palette passt nicht. Quer eingestellt geht eine mehr hinein als längs.

Grenze 2: das Gewicht. 52 Paletten wären 52 · 580 kg = 30 160 kg. Die Tragfähigkeit liegt aber bei 28 t:

28 000 kg : 580 kg = 48,27 → 48 Paletten

Ergebnis: Nicht die Fläche begrenzt, sondern die Tragfähigkeit. Mehr als 48 Paletten dürfen nicht in den Wagen, obwohl rechnerisch 52 hineinpassen würden.

Nicht verwechseln: Die Tarifstufe heißt „bis 32 t“, der Wagen trägt aber nur 28 t. Die Stufe sagt nur, welcher Preis gilt. Was der Wagen aushält, steht in seinen technischen Daten. Wer sich an der Tarifstufe orientiert und 32 t auflädt, überlädt den Wagen um vier Tonnen.

Und die 68 Paletten? Sie brauchen zwei Wagen. Die Frage ist nur, wie man sie aufteilt:

AufteilungWagen 1Wagen 2Frachtstufe
48 und 2027 840 kg → 28 t11 600 kg → 12 tbeide „bis 32 t“
34 und 3419 720 kg → 20 t19 720 kg → 20 tbeide „bis 32 t“

Beide Varianten landen in derselben Gewichtsstufe und kosten deshalb genau dasselbe. Die Entscheidung fällt also nicht nach dem Preis, sondern danach, was im Lager einfacher ist, und das ist in der Regel die gleichmäßige Aufteilung, weil zwei halb beladene Wagen leichter zu sichern sind als einer randvoll und einer fast leer.

Fracht für beide Wagen

Drehgestellwagen bis 32 t, Stufe bis 600 km = 3 300,00 € je Wagen

2 · 3 300,00 € = 6 600,00 €

− 20 % Nachlass = 1 320,00 €

Nettofracht = 5 280,00 €

+ 19 % USt = 1 003,20 €

Bruttofracht = 6 283,20 €

Der teure Teil daran: Ein einzelner Wagen mit 40 t Ladung hätte in der Stufe 33–42 t nur 3 930,00 € gekostet. Zwei Wagen kosten 6 600,00 €, also fast das Doppelte, für dieselbe Menge. Deshalb lohnt sich vor jeder Bestellung die Frage, ob ein Wagen mit höherer Tragfähigkeit verfügbar ist.

Immer beide Grenzen prüfen: Fläche und Tragfähigkeit. Der kleinere Wert entscheidet, wie viel in den Wagen darf.

Entfernungen ermitteln

Jede Frachtberechnung braucht die Entfernung. Dafür gibt es verschiedene Quellen:

QuelleEinsatz
Routenplaner für LkwStandard in der Praxis, berücksichtigt Durchfahrtsverbote, Höhen und Maut
Entfernungstabellenin Lehrbüchern und Tarifwerken, schnelle Richtwerte zwischen Großstädten
Tarifentfernungenvom Frachtführer festgelegte Entfernungen, etwa im Schienenverkehr
So liest man eine Entfernungstabelle

Die Orte stehen in einer Zeile und in einer Spalte. Am Kreuzungspunkt steht die Entfernung. Weil die Strecke A–B genauso lang ist wie B–A, ist meist nur eine Hälfte der Tabelle gefüllt.

Beispiel: Eine Tabelle nennt für Stadt A bis Knotenpunkt K 240 km und für K bis Stadt B 185 km. Stadt B steht nicht mit A in der Tabelle.

Entfernung über K = 240 km + 185 km = 425 km

Das ist ein Richtwert. Liegt K nicht auf dem direkten Weg, ist die echte Strecke kürzer.

Wichtig für die Rechnung: Tarife arbeiten mit Stufen. 425 km fallen in die Stufe „bis 450 km“ oder „bis 500 km“, nie in die niedrigere.

Entfernung am Kreuzungspunkt ablesen, bei fehlenden Orten über einen Knotenpunkt addieren und dann in die nächsthöhere Tarifstufe einordnen.

Übung: Frachtberechnung Schiene

Es gilt der Übungstarif aus dem Beitrag „Wagenladungsverkehr auf der Schiene“.

Aufgabe 1: 38 500 kg Stahlprofile im Drehgestellwagen über 620 km, ohne Nachlass. Bruttofracht?

Lösung:

38,5 t → 39 t → Drehgestellwagen 33–42 t; 620 km → Stufe bis 700 km = 4 290,00 €

+ 19 % USt = 815,10 €

Bruttofracht = 5 105,10 €

Aufgabe 2: 16 280 kg Fliesen im Achsenwagen über 275 km, 14 % Nachlass. Bruttofracht?

Lösung:

16,28 t → 16 t → Achsenwagen bis 18 t; 275 km → Stufe bis 300 km = 1 250,00 €

− 14 % = 175,00 € → 1 075,00 €

+ 19 % USt = 204,25 € → Bruttofracht 1 279,25 €

Aufgabe 3: Ein Kunde bestellt für 22 400 kg Verpackungsmaterial über 480 km einen Drehgestellwagen. Prüfen Sie, ob das die günstigste Wahl ist, und berechnen Sie die Bruttofracht bei 8 % Nachlass.

Lösung:

22,4 t → 22 t, Stufe bis 500 km

Drehgestellwagen bis 32 t = 2 980,00 €

Achsenwagen 19–28 t = 2 240,00 € → der Achsenwagen reicht aus und ist 740,00 € günstiger

− 8 % von 2 240,00 € = 179,20 € → gerundet 179,00 € → 2 061,00 €

+ 19 % USt = 391,59 € → Bruttofracht 2 452,59 €

Die Bestellung des größeren Wagens war nicht falsch, nur teuer. Wer den Tarif kennt, prüft vor der Bestellung, ob die kleinere Wagenart die Ladung trägt.

Aufgabe 4: Zwei Sendungen gehen über dieselbe Strecke von 390 km im Achsenwagen: a) 18 400 kg und b) 18 600 kg. Berechnen Sie beide Nettofrachten und erklären Sie den Unterschied.

Lösung:

a) 18,4 t → 18 t → Achsenwagen bis 18 t, Stufe bis 400 km = 1 450,00 €

b) 18,6 t → 19 t → Achsenwagen 19–28 t, Stufe bis 400 km = 1 990,00 €

Differenz = 540,00 € für 200 kg mehr Ladung.

Der Grund ist der Stufensprung: Ein Wagenpreis gilt für eine ganze Gewichtsspanne, deshalb kostet das erste Kilogramm über einer Grenze so viel wie die gesamte nächste Stufe. In der Praxis lohnt es sich zu prüfen, ob eine Sendung knapp unter einer Stufengrenze gehalten werden kann, etwa durch leichtere Ladungsträger.

Runden, Stufe finden, Wagen vergleichen, Nachlass abziehen, Umsatzsteuer aufschlagen.

KEP-Dienste: zwei Preismodelle

Für Sendungen bis 31,5 kg (bei einigen Anbietern bis 70 kg je Paket) konkurrieren viele Kurier-, Express- und Paketdienste. Wer ihre Preise vergleichen will, muss zuerst wissen, wonach sie abrechnen:

ModellGrundlageBeispiel für den Anbieter-Typ
gewichtsbasiertGewicht je Paket, in Gewichtsstufenklassische Paket- und Expressdienste
größenbasiertPaketklasse nach Größe, meist längste + kürzeste Seite, Gewicht nur als HöchstgrenzePaketdienste mit S-, M-, L-, XL-Klassen
Worauf beim Vergleich zu achten ist
  • Netto oder brutto? Geschäftskundentarife stehen meist ohne Umsatzsteuer, Privatkundenpreise mit. Verglichen wird immer auf derselben Basis.
  • Zuschläge: Inselzustellung, Abholung am selben Tag, Sperrgut, Zustellung zu einer bestimmten Uhrzeit, Kraftstoffzuschlag.
  • Verträge: Betriebe mit vielen Sendungen zahlen individuelle Preise, die deutlich unter den Listenpreisen liegen.
Übungstarife (keine Marktpreise)
gewichtsbasiert, netto je Paket€größenbasiert, brutto je Paket€
bis 2 kg7,20S: längste + kürzeste Seite bis 50 cm6,90
bis 5 kg8,40M: bis 80 cm9,40
bis 10 kg10,90L: bis 110 cm14,80
bis 15 kg13,80XL: bis 150 cm21,50
bis 20 kg16,50Höchstgewicht je Paket 31,5 kg
bis 25 kg19,40Inselzustellung je Paket14,00
bis 31,5 kg22,90
bis 40 kg / 50 kg / 70 kg29,60 / 36,20 / 48,50
Inselzustellung je Paket12,50
Abholung am selben Tag je Auftrag7,50

Auf die Einheit achten: Die Inselzustellung wird je Paket berechnet, die Abholung je Auftrag. Wer fünf Pakete auf eine Insel schickt, zahlt den Inselzuschlag fünfmal, den Abholzuschlag aber nur einmal.

Erst das Preismodell klären (Gewicht oder Größe, netto oder brutto), dann Zuschläge prüfen, dann vergleichen.

Rechenbeispiel: Paketpreis mit Zuschlägen

Es gelten die Übungstarife aus dem Beitrag „KEP-Dienste: zwei Preismodelle“.

Beispiel 1 (mehrere Pakete, ein Auftrag): Ein Beschlägehändler schickt drei Pakete an dieselbe Baustelle: 8,4 kg, 12,1 kg und 27,6 kg. Die Abholung wird am selben Tag telefonisch bestellt. Gewichtsbasierter Tarif.

8,4 kg → Stufe bis 10 kg = 10,90 €

12,1 kg → Stufe bis 15 kg = 13,80 €

27,6 kg → Stufe bis 31,5 kg = 22,90 €

Summe der Pakete = 47,60 €

+ Abholung am selben Tag, einmal je Auftrag = 7,50 €

Nettopreis = 55,10 €

+ 19 % USt = 10,47 €

Bruttopreis = 65,57 €

Der Abholzuschlag dreimal gerechnet ergäbe 17,85 € zu viel, ein Fehler, der in Prüfungen gern eingebaut wird.

Beispiel 2 (gleiches Gewicht, andere Form): Zwei Pakete wiegen beide 9,0 kg. Paket A misst 40 × 30 × 25 cm, Paket B misst 100 × 25 × 20 cm. Welches Modell ist jeweils günstiger?

Gewichtsbasiert (die Form spielt keine Rolle): beide Stufe bis 10 kg = 10,90 € netto, brutto je 12,97 €

Größenbasiert (längste + kürzeste Seite entscheidet):

Paket A = 40 cm + 25 cm = 65 cm → Klasse M = 9,40 € brutto

Paket B = 100 cm + 20 cm = 120 cm → Klasse XL = 21,50 € brutto

Paketgewichtsbasiertgrößenbasiertgünstiger
A, kompakt12,97 €9,40 €Größenmodell, um 3,57 €
B, lang12,97 €21,50 €Gewichtsmodell, um 8,53 €

Daraus die Faustregel: Kompakte Pakete fahren im Größenmodell günstiger, lange oder sperrige im Gewichtsmodell. Wer beide Anbieter im Vertrag hat, entscheidet also nicht ein für alle Mal, sondern Sendung für Sendung. Und bei der Zusammenstellung zählt immer das Gewicht mit Verpackung und Polstermaterial.

Grundpreis, Zuschläge, Umsatzsteuer. Beim Vergleich beide Angebote brutto oder beide netto rechnen.

Übung: KEP-Dienste

Es gelten die Übungstarife aus dem Beitrag „KEP-Dienste: zwei Preismodelle“.

Aufgabe 1: Vier Pakete an vier verschiedene Empfänger gehen heute noch raus, gewichtsbasierter Tarif: 3,1 kg, 9,8 kg, 19,4 kg und 28,7 kg. Die Abholung am selben Tag wird telefonisch bestellt. Gesamtbetrag brutto?

Lösung:

3,1 kg → 8,40 € · 9,8 kg → 10,90 € · 19,4 kg → 16,50 € · 28,7 kg → 22,90 €

Summe = 58,70 €

+ Abholung 7,50 €: einmal, denn der Zuschlag gilt je Auftrag, nicht je Paket und nicht je Empfänger

= 66,20 € netto, + 19 % USt = 12,58 € → 78,78 € brutto

Aufgabe 2: Ein versandfertiges Paket wiegt laut Waage 20,3 kg. Ein Kollege schlägt vor, 300 g Polstermaterial wegzulassen: Dann sei man unter 20 kg und spare eine Preisstufe.

a) Wie viel wäre die Ersparnis brutto?

b) Was halten Sie von dem Vorschlag?

Lösung:

a) mit 20,3 kg → Stufe bis 25 kg = 19,40 € netto = 23,09 € brutto

mit 20,0 kg → Stufe bis 20 kg = 16,50 € netto = 19,64 € brutto

Ersparnis = 3,45 €

b) Der Kollege hat richtig gerechnet und trotzdem unrecht. Für 3,45 € wird die Polsterung geopfert, die den Inhalt schützt. Bei einem Transportschaden steht der Warenwert dagegen. Richtig wäre der umgekehrte Weg: Lässt sich derselbe Schutz mit leichterem Material erreichen, spart man die Stufe und behält die Sicherheit.

Aufgabe 3: Ein Rohr-Set mit 3 kg im Karton 70 × 20 × 20 cm. Welcher Tarif ist günstiger?

Lösung:

größenbasiert: 70 cm + 20 cm = 90 cm → Klasse L = 14,80 € brutto

gewichtsbasiert: bis 5 kg = 8,40 € netto · 1,19 = 10,00 € brutto

Der gewichtsbasierte Tarif ist 4,80 € günstiger: Leicht und lang spricht für das Gewichtsmodell.

Aufgabe 4: Warum darf man einen Nettopreis von 16,50 € nicht direkt mit einem Bruttopreis von 18,90 € vergleichen?

Lösung: 16,50 € netto sind brutto 19,64 €. Der scheinbar teurere Bruttopreis ist in Wahrheit 0,74 € günstiger.

Gewicht mit Verpackung bilden, Modell wählen, Zuschläge addieren und auf gleicher Steuerbasis vergleichen.